lucky123
Gast
Hallo Souldiver,
über einen kranken Menschen mag ich nicht grundsätzlich im negativen Ton reden/ schreiben.
' wie ein Mörder', 'Narz',
'angekrochen' , etc. .
Ich habe in einem eskalierten Streit mit zerbrochenem Spiegel vor den Kindern, mal die Polizei gerufen und als Ursache des Streits angegeben,
dass mein Mann sich weigert, mit mir eine Paarberatung zu machen.
Der Notarzt sprach mit ihm, er verstand auch, dass bei einem Streit
was zu Bruch geht und mein Mann war vernünftig.
Doch in der Eheberatung log er, dass wir keine Probleme hätten und ich hypersensibel wäre.
Nach drei Stunden brach ich ab, denn so hatte das keinen Sinn.
Nun musste ich mir anhören, ich
wäre nur wütend und würde nur Spiegel zerbrechen ( war e r
drangestoßen).
Der Paartherapeut hatte jeden von uns jedesmal aufgefordert ein Thema mitzubringen, und er hatte sich geweigert mit der bodenlosen Behauptung, das einzige Problem wäre meine Überempfindlichkeit.
Kurz und gut, ich ging allein weiter zu meiner Beraterin in der kirchlichen Beratungsstelle,
was mir sehr half, mich auszuklinken und nicht in Co- Verhalten mich anzupassen oder schlecht behandeln zu lassen.
Ich würde nicht sagen, dass sie 'kalt' sind und all diese Wörter die man in der Wut sagt, dauerhaft benutzen.
Ich würde sagen, dass sie empfindungslos sind und ratlos ausflippen und durch Machtspiele
Beziehungen zu erhalten versuchen, und dass diese Mauer nur schwer oder gar nicht zu durchdringen ist
Bei meinem Mann ist diese Mauer durch Liebe teilweise eingebrochen, weil er nicht total egozentrisch ist,
sondern doch ansatzweise offen sein kann und weil ich das Glück hatte zur kirchlichen Beratung zu gehen, dort in meiner Selbständigkeit, mich nicht anzupassen und nicht mitzuspielen sondern Meines zu tun, Unterstützung fand.
Heute würde ich rückblickend sagen, dass zwischen meinem Mann und mir immer Anziehungskraft da war und ein Grundvertrauen, vielleicht weil ich seinen leicht geistig behinderten Sohn mit unserer Tochter
unkompliziert zu beider Selbstvertrauen und eigenem Weg
unterstützt habe, ich weiß es nicht.
Ich bin auch sehr geprägt vom Tod
meines Bruders in jungen Jahren und mag, so lange man lebt, nicht aufgeben.
Natürlich sind Trennung und dauerhafte Distanz nötig, wenn kein gesundes Zusammenkommen
möglich ist.
Bei meinem Mann und mir ist das möglich.
Er erkennt, dass er beherrschend
im Mittelpunkt stehen 'muss' und ihm viel Mitmenschlichkeit entgeht.
Er bemerkt, dass er dazu neigt die Anerkennung da wo er sie
bekommt zu unterschätzen, und sich dort wo er sie nicht bekommt bemüht, z.B. bei seiner
überüberehrgeizigen Schwester.
Er geht zum Leiter der kirchlichen Beratungsstelle, an der die Beraterin, zu der ich lange immer
wieder gegangen war, ist. Dieser Mann ist ein erfahrener geduldiger Therapeut.
Insgesamt kommen wir immer mehr ins Positive,
was ein Weg mit auf und ab war und ist.
Ich wünsche allen einen guten Tag !