Zitat von Lavia__:Mir gehts nicht darum das er mich wortwörtlich oft verlassen und sitzen gelassen hat, mir gehts auch nicht darum ob er sich noch meldet aber wenn er es tun sollte möchte ich stark bleiben und nicht mehr reagieren und dafür brauche ich Tipps. Ich mache mir seit Tagen und Wochen so viele Gedanken und bin einfach verletzt. Ich möchte abschließen aber ich weiß nicht was das beste wäre.
Vielleicht hilft Dir, wenn Du Deine Perspektive auf das von Dir angestrebte "Abschließen" ein wenig änderst. Stell Dir mal vor, Du hättest ein Zimmer, in dem etwas ziemlich furchtbares und für Dich voller Verletzungen geschehen ist. Weil das alles so furchtbar war, beschließt Du, nie wieder in dieses Zimmer zu gehen. Du suchst und findest den Schlüssel, schließt die Tür und schließt diesen Raum nun ab.
Gleichzeitig ist dieser Raum aber in Deiner Wohnung, den hast Du vorher benutzt, der hatte einen Zweck. Vielleicht war das der Raum, in dem Du Abends gesessen bist, um Dich zu entspannen oder Du Handarbeiten erledigt hast, vielleicht war das der Raum, in dem Du geschlafen hast.
Jetzt ist dieser Raum verschlossen, Du mußt jeden Tag in Deiner Wohnung an diesem vorbei und er fehlt Dir, für die Dinge, die Du eben vorher in diesem Raum getan hast.
Daher fragst Du dich, ob das die richtige Entscheidung war, den Raum einfach abzuschließen, Dir kommen Zweifel. Vielleicht könnte man den ja wieder aufmachen und doch dort entspannen, arbeiten oder schlafen.
Was dabei aber immer bleiben wird, ist daß Du einen Raum hast, den Du eigentlich nie wieder betreten möchtest.
Etwas abschließen, ist in den seltensten Fällen eine sinnvolle Lösung. Denn eigentlich, es ist doch Dein Raum, den Du auch nutzen möchtest, wäre doch die Frage, was Du brauchst, um diesen Raum wieder bewohnbar zu machen. Vielleicht hilft renovieren, alles ausmisten und entscheiden, was weg kann oder doch bleiben soll; vielleicht hilft auch nur ein Umzug, noch mal ganz von vorne in einer anderen Wohnung anfangen.
Wichtig ist, daß Du versuchst, den Blick, von dem, was da furchtbares passiert ist, hin auf den Raum (also Dich) zu lenken. Es geht nicht mehr darum, was er alles getan hat oder auch nicht getan hat. Wie möchtest Du denn diesen Raum nutzen? Und was braucht es für Dich, daß aus dem Raum, in dem das furchtbare passiert ist, wieder ein Raum wird, in dem Du dich aufhalten kannst und vielleicht wieder aufhalten magst.
Wenn Du darauf langsam, aber beständig kleine und dann größere Antworten findest, dann wirst Du sehen, daß Du nichts abschließen musst, sondern, daß das was in dem Raum vorgefallen ist, langsam in den Hintergrund rückt, bis Du es vielleicht eines Tages ganz loslassen kannst und die Sonne scheint, Du in den Raum hineingehst und Dir plötzlich auffällt, daß Du gar nicht an das alte furchtbare sofort gedacht hast.
Vielleicht hilft das ein bißchen.