Zitat:Weil ich deine heftige Kraftlosigkeit nachvollziehen kann. Wenn du nichts findest, was deinen Akku wieder auflädt, dann wird dir vielleicht auf dem Weg in dein neues Leben die Puste ausgehen. Man kann nicht immer nur die Trennung leben und manchmal reicht es auch nicht, wenn man weiß, dass irgendwann alles gut wird. Denn der Weg aus der Trauer dauert lange und leider wirst du noch einige Male etwas lesen oder hören, was dir die Beine unter dem Popo wegzieht.
Da ist es wirklich gut, wenn man weiß, wie man sich mit etwas Schönem ablenken kann. Umgebe dich mit Leute die Spaß am Leben haben, lass dich ein Stück weit mitreißen . . .
Ich habe das gerade nochmal zitieren müssen. 9 Monate ist dieser Beitrag nun her. 20 Monate seit der Trennung. Und wo stehe ich jetzt?
Genau dort.
Ich erkenne für mich, dass es zwar gute Tage gibt, aber die blöden Gedanken immer noch überwiegen. Ich erkenne für mich, dass ich meinen Wert selbst nicht erkenne. Mangelnde Selbstliebe, Selbstachtung und was weiß ich. Ich definiere mich immer noch über ihn. Kann einfach nicht loslassen. Setze mich zu sehr unter Druck und habe mittlerweile das Gefühl, dass ich nicht wieder glücklich werde. 20 Monate... Ich spiele in seinem Leben keine Rolle mehr. Für ihn und mein sonstiges Umfeld ist die Trennung Normalzustand. Für mich noch immer nicht. Ich kann einfach nicht damit umgehen. Diese Ablehnung, das Ersetztwerden... Es nagt nach wie vor an mir und stellt mich immer vor dieselbe Frage: Womit habe ich das verdient? Warum tue ich mich so schwer damit? Was hält mich zurück und was lässt mich weiter festhalten?
Ich komme irgendwie einfach nicht weiter. Ich vermisse ihn, unsere Familie, unser Leben. Nicht so wie es war, aber ich kann diesen Familientraum nur schwer loslassen. Und ich kann vor allem immer noch nicht begreifen, dass es er konnte und sich jetzt eine neue Familie aufgebaut hat.
Ich weiß, ich bin noch viel zu sehr auf ihn fokussiert. Die letzten beiden Wochen war es schon besser. Ich sah das Licht am Ende des Tunnels. Das sehe ich öfter, nur um dann wieder in ein tiefes Loch aus Verzweiflung und Angst zu fallen.
Es ist, als bestrafe ich mich selbst. Für all meine Versäumnisse, meine Rücksichtslosigkeit, meinen Egoismus, dem "sich zu sicher sein"...
Ich möchte raus. Raus in das Leben. Ich möchte es neu entdecken. Ich möchte wieder frei sein. Ich möchte wieder ich sein. Möchte wieder an das Leben glauben, an das Gute glauben. Ich möchte wieder darauf vertrauen können, dass alles gut wird.
Es sitzt so tief.