Guten Abend,
Phase 1 und 2 ist mir ein Begriff:)
Dann steige ich allerdings aus, denn mitten in der zweiten Phase wurde meine Ma übergriffig und ich erhielt die Kündigung für meine Bleibe. Zeitgleich halt Diagnose und neue Ausbildung.
Keine Ahnung, vielleicht gibt es Verarbeitsphasen bei Lebenskatastrophen

Heute, 18 Monate nach dem Aus mit dem Forengrund, bin ich zufrieden und fühle mich wohl. Ich habe noch immer Phasen wo es mir gedanklich schwer fällt im Alltag zu bleiben. Erst Mittwoch wurde mir bewusst, dass etwas "nicht rund" läuft. Merkwürdigerweise geht es mir damit nicht schlecht, es reißt mich zwar Mal für Momente raus, aber es sind halt auch nur Momente.
Ja, irgendwie habe ich es geschafft, es bleibt jedoch das dumpfe Gefühl, das was nicht rund läuft. Das wäre dann "ich selbst". Ich igel mich ein, gehe seit August nicht mehr aus, merke, dass ich Einladungen seziere, ob ich das wirklich will. Menschen in meiner Umgebung wahrzunehmen. . .dazu muss ich mich fast zwingen. Es gibt nur eine Handvoll Menschen die "mich erreichen" . . .jeder andere wird konsequent übersehen. Das mache ich nicht mit Absicht, es "passiert" einfach. Das geht soweit, dass mich ein Mensch zum Beispiel beim Einkaufen aus vollem Herzen anstrahlen könnte. . .ich nehme es nicht wahr. Ja, ich bemerke es nicht

Ich switche zwischen Arbeit und Renovierung hin und her, baue Pausen ein und nehme mir , für meine Verhältnisse, sehr, sehr viel Zeit für mich. Für mich allein. Das geht soweit, dass ich nach einem Tag mit einer Gruppe (Hobby), am nächsten Tag völlig kaputt und müde bin, als hätte ich Höchstleistungen vollbracht. Mich strapaziert der Umgang. Ich bin nicht überfordert, fühle mich auch nicht unwohl. . .aber anschließend bin ich matsch und ausgepowert: körperlich wie psychisch.
Ich gehe nicht aus, treffe mich mit niemanden verbindlich, lerne keine Leute kennen. . .habe dazu aber auch kein Bedürfnis (die meiste Zeit). Mein Kontakt beschränkt sich auf zwei Mädels mit denen ich mich austausche via WA und Telefon. Hin und wieder wird mit Arbeitskollegen gesprochen, manchmal mit meinen Mädels, wenn um Gesprächsbedarf geht. Ansonsten ist da nix. Mein Lebensinhalt bin aktuell ich selbst, auf ganzer Linie. Ich bin für meine Mädels da, ja. Alles andere "geht an mir vorbei", und wie gesagt, nur selten geht es mir nicht gut damit. Manchmal schaue ich in "meiner" Bar vorbei. In der Regel, wenn ich den Arbeitstag nicht mit nach Hause nehmen möchte. Das ist nix verbindliches, ich kann kommen und gehen wann und wie ich will, ich brauche auf niemanden Rücksicht nehmen.
Auch aus dem Forum hier habe ich mich extrem zurück gezogen. Ich habe hier bisher keine Menschen gefunden, die in einer ähnlichen Phase sind bzw.ich nehme es dann wohl nicht wahr.
Mit Sicherheit gibt es einen schlauen Ausdruck für solche eine Phase. . .ich könnte auch im Netz schauen und danach suchen. Aber ich finde mich weder in Phase 3 noch in Phase 4 wirklich wieder, obgleich ich weiß, dass Phase 1 und 2 Vergangenheit sind.
Ja, ich schotte mich ab. Nicht weil ich denke, es MUSS so sein. Ne, es ist mein Bedürfnis. Ich will das so. Aber ob das richtig ist, vage ich zu bezweifen, zumindest auf Dauer.
Liebe Grüße
Kerstin