Ich war in einer sehr ähnlichen Lage als ich meinen Mann kennenlernte. In der Beziehung davor wurde ich belogen und schleichend und zunehmend herabgewürdigt, bis ich am Ende bereit war zu glauben, dass ich tatsächlich die schreckliche Person war, zu der mich der Ex und seine Familie mich stempelten. Seine letzten Worte waren:" So wie du dich benimmst, kann dich niemand lieben. Du hast es gar nicht verdient glücklich zu sein."
Das hat tiefe Spuren hinterlassen.
Als ich dann nach einem halben Jahr nach Beziehungsende meinen Mann kennenlernte, war ich innerlich noch in diesem tiefen Schock. Mein Mann und ich wussten sofort, dass unsere Suche zu Ende war, als wir uns das erste Mal gesehen haben. Wir sind auch nach 10 Jahren sehr glücklich miteinander und sicher, dass wir das beste sind, dass uns passieren konnte. - Am Anfang jedoch, hat mein Kopf, ähnlich wie bei dir, Anzeichen für eine Wiederholung der Verletzungen aus der Vorbeziehung gewartet. Und wie es am Anfang auch normal ist, haben wir uns von unseren früheren Beziehungen erzählt. Als ich dann mal wieder gesagt habe: "Ich bin doch nicht so gut, wie du es denkst", hat mein Mann etwas sehr Bemerkenswertes gesagt: "Wenn du dich weiterhin schlecht machst, werde ich es irgendwann auch glauben." - Das war der Weckruf.
Ich habe erkannt, dass ich, wenn ich weiter wiederhole was mir in meiner vorhergegangenen Beziehung gesagt wurde, erfülle ich den Job meines Ex und seiner Familie weiter. Sogar ohne ihr aktives Zutun! Ich war am Punkt zu entscheiden, ob ich ein neues Leben mit mir als der gesunden Person, die ich einmal war, wollte, oder ob ich ein Leben lang in der Echo-Kammer und dem Gefängnis des Ex leben wollte. Ich habe meinem Mann dann davon erzählt und wir haben ein Zeichen ausgemacht, das er mir gibt, wenn ich wieder, oft unbewusst, anfange mich schlecht zu machen.
So ein Signal könntest du für dich selbst ausmachen. "Wenn ich wieder Verdacht hege, dann sage ich mir XY oder mache XY." Wenn man die Gedankenkette oft genug unterbricht, koordinieren sich die Gedanken neu. Das ist am Anfang schwierig, aber je häufiger man es macht, umso schneller hält das Kopfkino an.
Ich wünsche dir alles Gute! Lass dein altes Leben los und schau nicht mehr zurück
