@machtlos
Zitat:Ich finde es nicht gut, wie hier auf den TE eingeprügelt wird. . . .
Ich bin mir sicher, dass die holde Weiblichkeit hier mit einer Frau in ähnlicher Situation wesentlich freundlicher umgehen würde.
nein, es geht nicht zentral um irgend welche Prinzipien wie Treue, sondern WIE der TE sich hier präsentierte. Seine Gedankengänge über sich, seine Frau, seine Affaire. Und sorry, aber auf mich wirkten seine Worte oberflächlich, unempathisch und unreflektiert.
z.B.seine Sorge um sein Eigentum, dass natürlich nur ER erwirtschaftet hat. Ich bin weder Mutter, noch war ich verheiratet, aber das entsetzte mich echt! Nur weil er gerade neu verschossen ist, ist all die Arbeit, die seine Frau für die Familie geleistet hat, plötzlich nichts mehr wert?! Am liebsten würde er die Kohle offenbar für sich alleine behalten, auch wenn seine Frau dann in Armut leben würde?! Krass.
Als mein Liebster mich damals ebenfalls frisch verschossen für seine Affäre verließ, war ich nicht plötzlich einfach nur schaissegal. Er hat sehr viel dafür getan, damit die Trennung und die Folgen für mich erträglich sind und war trotz Liebe zu der anderen Frau voller Mitgefühl für mich. Ich kam mir deswegen auch nie wertlos und einfach ausgetauscht vor und hab es gut verarbeitet.
Und wenn ich mir nun vorstelle, ich habe als Frau mein halbes Leben genauso für die Familie investiert, wie der Mann und kaum ist er neu verknallt, ist das alles nichts mehr wert und er würde mir sogar am liebsten das mir zustehende Geld entziehen, dann würde ich wohl vor Schmerz tagelang durchschreien. Wie ist es möglich, dass einem nur wegen einer neuen Liebe jede Empathie und jeder Gerechtigkeitssinn abhanden kommt?
Ich denke, dass Liebesfährigkeit sich weit über die Verknalltheit in einen einzigen Menschen ausdrückt. Während alle anderen völlig latte sind. Oder auch mit Erich Fromm gesprochen "Wer nur einen liebt, liebt keinen."
Sogar die Positivbeschreibung seine Affaire wirkt auf mich wenig individuell. Jung schön schlank und erfolgreich. Oder so ähnlich. Na denn. . .Also ich würde den Menschen, den ich liebe, schon individueller beschreiben können. Das klingt dann eben schon eher nach Verblendung und nicht nach Liebe.
Und was ich auch ganz übel fand, war diese unfassbare Trägheit, die in etwa so lautete: wenn ich meine Affaire nicht halten kann, ändere ich nix im Leben.
Joah und Gute Nacht weiterhin! Es ist doch sonnenklar, dass ein erst 48 jähriger Mann, der ohne Verknalltheit nichts mehr in seinem Leben verändern möchte, null Motivation aus sich heraus erlebt, natürlich irgendwann mit jeder Frau die Einöde erlebt. Und zwar sobald die Hormone sich wieder beruhigen. Dann gibt`s ja keinen Antrieb mehr.
Wie wahrscheinlich ist es denn da, das eine 32. jährige bei ihm bleibt?
Zumal der Kick des Verborgenen, der Träumerei von einer Zukunft fehlt und einem realen Alltag Platz macht. Sorry, in DIESEM Fall sehe ich eine schwarze Kristallkugel, nicht prinzipiell. Mein Ex ist ja schließlich auch schon viele Jahre mit seiner ehemaligen Affaire zusammen. Klar geht es, aber es hängt halt vom Charakter der Involvierten ab.