Zitat von sadMonkey:Das ist doch Mal eine ernsthafte Aussage von ihm.
Ich war auch schon in so einer Situation und das ist für mich von ihm nicht einfach ein einfach abwiegeln wie "Immer meckerst du" sondern er spricht konkret über sein Gefühl: Angst und zwar vor Vorwürfen wegen seines Verhaltens
Ja und das nehme ich ernst. Aber er findet Kritik in jeder meiner Aussagen. Wenn ich ihm sage ich fühle mich und meine Ängste nicht ernst genommen, heißt das im Grunde ja nichts anderes als "DU nimmst MICH nicht ernst". Auch eine ich-Botschaft ist immer irgendwo eine Forderung nach Veränderung. Auch seine im übrigen: "Hör auf mich immer zu kritisieren".
Aber er hat Recht, und ich arbeite an mir. Ich achte mittlerweile stark auf meine Emotionen und unterdrücke meine ersten Impulse um nicht falsch zu reagieren. Und ich bin hier, frage euch um Rat, versuche ihn zu verstehen. Nicht er.
Aber was kann man denn tun um seinen Bedürfnissen Gehör zu verschaffen wenn man sie nicht äußern darf? Wie hättest du es dir in deiner Situation gewünscht, von der du sprichst?
Zitat von sadMonkey:Das ist verständlich, aber das ist ein persönliches Gefühl - die Frage ist was wünscht du dir konkret um es zu steigern?
Eben das Gefühl ernst genommen und angehört zu werden.
Zitat von sadMonkey:Also, hier ging es um eine Sache, die vorher beiden Seiten bereits bekannt war, die ohnehin schon geplant und nicht änderbar war.
Nicht ganz, denn ich habe wie gesagt nicht damit gerechnet, dass es tatsächlich stattfindet. Aber im Grunde sind das die harten Fakten, ja. Mir geht es aber um Gefühl und nicht um Fakten. Ich hätte mir gewünscht zu hören/fühlen, dass es ihm wichtig ist, wie es mir mit dem Plan geht. Gegeben hat er mir ein: "Ich mache was ich will. Du, finde einen Weg damit umzugehen". Die Kernaussage ("ich mache es") mag zwar die gleiche sein. Aber das Gefühl in mir wäre ein komplett anderes gewesen.
Zitat von OxfordGirl:Wo liegt denn für dich der Unterschied? Das sind so feine Nuancen, die vermutlich nur du zu definieren vermagst.
Nun, wären es nicht die Feiertage, wäre es für mich weniger doof. Diese sind mir sehr wichtig, das weiß er. Aber ich weiß eben nicht, ob er da in der Gruppe noch Einfluss auf die geplanten Daten hätte haben können oder ob es bereits entschieden war.
Zitat von OxfordGirl:Sondern darum, dass er sie ohne deine Erlaubnis gebucht hat?
Was hättest du geantwortet, hätte er dich tatsächlich um Erlaubnis gefragt? Ehrlich!
Wie wäre dieses Gespräch gelaufen?
Ich hätte ihm gesagt, dass ich es schätze, dass er auf mich Rücksicht nimmt. Dass das möglicherweise etwas blöd für mich wird, weil ich nach sieben gemeinsamen Jahren jetzt gar nicht mal weiß bei welcher befreundeten Familie ich mich selbst-einladen soll. Aber dass ich möchte, dass er es macht. Innerlich hätte ich definitiv damit gehadert und rausgehört hätte er das mit Sicherheit auch. Aber (siehe oben) gefühlt hätte ich mich anders.
Zitat von Libellenfrau:Und warum war die Entscheidung im Nachhinein falsch?
Weil ich nach der Trennung das Gefühl hatte wieder genug Kraft zu haben mit seiner Art umzugehen. Rückblickend erschienen mir manche Dinge gar nicht mehr so dramatisch. Ich denke, das lag daran dass ich emotionalen Abstand hatte. Und zugegebenermaßen auch daran, dass es kurzzeitig eine Person in meinem Leben gab, die mich mit Liebe nur so überschüttet hat (was mir viel zu viel war). Ich hab sie daher nicht in ihm suchen müssen. Und konnte ihn schätzen für das was er ist: Ein Mann, der sehr nett ist, mich unterstützt wenn ich ihn brauche, von dem ich aber keine Liebe und kein Verständnis erwarte (weil ich emotional keine Bedürfnisse ihm gegenüber hatte).
Zitat von Libellenfrau: Was trifft eher zu?
Je mehr du haben willst, desto weniger will er geben, oder
Er hat nichts zu geben, aber du willst haben?
Ersteres. Das sagt er auch ganz klar. Irgendetwas in ihm stellt sich quer, sobald er merkt, dass ich Erwartungen habe. Auch das verstehe ich. Ich kenne das sogar von mir, von dem anderen Mann, den ich eben erwähnt habe. Ich weiß wie sich das anfühlt. Aber ich weiß nicht, wie man keine Erwartungen an den Partner haben kann.
Geht das denn? Ich rufe ihn an, erwarte aber nicht, dass er mich zurückruft. Ich gehe zu einer Familienfeier, erwarte aber nicht dass er mich begleitet. Ich möchtet über etwas sprechen, erwarte aber nicht, dass er mir zuhört.
Kann man so eine Beziehung führen? Ich würde es gerne lernen, wenn das unser Problem löst.