Zitat von Rheinländer: Wenn dir einer während der Trennung aber sagt, dass er/sie die letzten vielen, sehr vielen Jahre unglücklich war, wie sind dann der eigene Blickwinkel aus? Was ist wahr und was war gespielt?
Was ich mich da frage... niemals zuvor ein Sterbenswort über das angebliche Unglück..?
Gibt es wirklich Menschen, die ihrem Partner nicht über Tage, Wochen oder Monate sondern gar Jahre oder Jahrzehnte vorspielen, super glücklich zu sein während sie im Innersten unglücklich sind - und davon merkt man wirklich gar nichts..?
In der heutigen Zeit, wo jeder mimöschenhaft Seelenstriptease macht und jeden minutiös über seine Befindlichkeiten informiert..?
Die stoische Frau und den stoische Mann, die absolut alles schlucken und immer Haltung und Würde bewahren... ein höfliches Lächeln vortäuschen, auch privat, hinter geschlossenen Türen... gibt es das wirklich noch..? Und so verbreitet..?
Oder wurden diese Sätze wirklich nur im Streit/Rosenkrieg geäußert, um noch maximal zu verletzen..?
Ich versuche nur, zu verstehen... ich bin nämlich selbst sehr anders, sage meinem Mann immer ehrlich wie mir zumute ist. Er ist diesbezüglich auch recht ehrlich.
Dass ich mich jahrelang glücklich gebe und später sage "war aber alles ka.cke...!"
Puh. Allein die Vorstellung ist harter Tobak.
Ich frage mich nur, wie ernst so etwas wirklich zu nehmen ist - denke da an einen Freund meines Mannes, der so viele Jahre in den höchsten Tönen von seiner Ehefrau und Seelenverwandten schwärmte - auch ohne deren Beisein, weswegen ich denke, dass es absolut ehrlich war! - bis er selbige wegen einer anderen verließ.
Auf einmal war die jahrelang als absolute Seelenverwandte gepriesene der Erzfeind.
Versteht man nicht.
Und ich glaube auch gar nicht, dass er während der Ehe unglücklich war. Zum Einen wirkte er absolut glücklich und zum Anderen hätte er es uns nach so vielen Jahren Freundschaft definitiv anvertraut anstatt zu lügen wie toll er seine Frau findet. (Als er mit seiner Exfreundin 15 Jahre zuvor nicht mehr glücklich war, erzählte er es uns auch, und wir bekamen alles live mit!)
Ich glaube manche - sogar manche viele! - suchen im Nachhinein eine Rechtfertigung für die Trennung, und warum sie nicht schuld an der ganzen Sache waren.
"Ich war die ganzen Jahre über unglücklich mit dir" (klar - während man sich angeschmachtet hat, geheiratet hat, selig verliebt und himmelhoch jauchzend nicht nur eins sondern mehrere Kinder gezeugt hat...!) ... das ist für mich klassische Schuldumkehr.
Mehr nicht.
Ich verstehe absolut, dass man das sehr ernst nimmt, wenn der oder die Ex einem das an den Kopf schleudert - nur als Außenstehende/r kann ich es absolut nicht ernst nehmen. Und halte es für mehr als unrealistisch.
Was dir passiert ist, @Caecilia, finde ich allerdings unterste Schublade. Doch auch hier, von außen... für am wahrscheinlichsten halte ich, dass dein Ex dir damit so richtig eins reinwürgen wollte.
Selbst ein sehr unempathischer Mensch, der über eine einzige Gehirnzelle verfügt, und einen halben Funken Anstand, würde so etwas nicht einmal dann sagen, wenn es wirklich wahr wäre.
Für mich klingt es schon so als ob dein Ex da ordentlich fies sein wollte... was ihm zweifelsohne gelungen ist.
Aber irgendwie scheint es ja Methode zu haben - betrügen, Schuld umkehren und nachtreten.
Es ist absolut erschreckend, aber ich habe das - sowohl in der Realität als auch hier - bisher nur so mitbekommen.
Die Spezies Betrüger oder Warmwechsler, die einsieht, wirklich Mist gebaut zu haben und halbwegs reuig ist und versucht, den anderen nicht noch mehr zu verletzen... scheint sehr selten zu sein.