@acre : Ich finde groß von Dir, dass Du Deine Gedanken - an diesem Punkt - hier mit dem Forum teilst. Ich finde diesen Thread wirklich etwas Besonderes. Ganz ehrlich: In Deiner Haut hätte ich mir oft gewünscht zu stecken, aber gerade bin ich froh, dass es bei uns so komplett anders lief. Obwohl es bei mir innerlich auch immer noch, immer wieder schwankt.
Raten kann Dir eh kein Mensch was aus dem Forum, aber ich lese Deine Beiträge seit über einem halben Jahr. Ich habe ein Bild von Dir aus dieser Zeit, das mag stimmen oder nicht. Deswegen fand ich die letzten Beiträge von @MissLilly und @BernhardQXY interessant.
Ich bin parteiisch pro acre, und ich weiß, dass ich nicht so tja, nenn es konstruktiv oder duldsam gewesen wäre. Ich habe oft an das Zitat in heffalumps Abbinder gedacht, mit den Brücken, die man nicht jemandem bauen sollte, der nicht drüber will. Was bei Euch anders scheint. Aber:
Zitat von MissLilly: wann kommt der Moment an dem DU dir mal erlaubst eine "furchtbare" und "schwache" Frau zu sein ?
Das fand ich so richtig. Ihr seid doch beide erwachsene Menschen, Dein Mann und Du. Ist es wirklich so, dass er bisher niemals gesagt hat: Du hast das alles gestemmt und jetzt stemme ich Dich und unsere Familie mal wieder. Weil Balance und so. Schreibst Du das vielleicht nicht, weil es nichts war, was Du gemacht hast? Ich würde es Dir so wünschen.
Ich hab mir heute nochmal diesen Podcast "5 Aspekte beim Kennenlernen" von Hemschemeier angehört, die ich für Beziehungen auch super finde, aber letztlich lernt Ihr Euch ja kennen, wenn Ihr das neu startet:
Habt Ihr das beide?
1.) Intimität: sich verletzlich machen, emotional verfügbar sein
2.) Commitment: Jeder gibt das rein, was der Prozess benötigt, Exklusivität, freie Zeitfenster, Bereitschaft für alles Mögliche, Versprechen etc.
3.) Konsistenz: die Partner handeln nicht identisch, aber immer ähnlich und dadurch verlässlich, z. B. Zeitabstand beim Antworten, Reaktionen etc.
4.) Balance: Jede/r gibt ähnlich viel rein in den Prozess. Beide geben Energie rein, nicht nur eine/r.
5.) Progression: Es geht kontinuierlich weiter. Es wird immer ein bisschen mehr. Es geht nicht rückwärts.
Zitat von MissLilly: Kann ER damit aufhören sich hinter seinen vermeintlichen Schuld und Schamgefühlen (beiden Frauen gegenüber!) zu verstecken und damit die TE aus ihrer "Mutterrolle" entlassen?
Ehrlich gesagt, war das die ganze Zeit auch mein Eindruck. Du entschuldigst Deinen Mann für alles, für sein Verhalten, für seine Schwäche, für sein wechselndes Verhalten.
Hast Du das Gefühl, Ihr seid auf Augenhöhe?
Ich glaube, das ist mein Gefühl bei Deinen Überlegungen. Du bist eine starke Frau und ja, Du warst oft genug schwach, kein Wunder, und das muss auch so.
Aber Du kannst ihn nicht zum Wasser tragen.
Und ein bisschen wirkt es so. Ich finde super, dass Du gefragt hast. Ich hätte das an Deiner Stelle vielleicht auch gemacht - über diese Zeit, in der Ihr Euch angenähert habt. Aber Du hast nie etwas geschrieben, dass er sich danach mal irgendwie Mühe gegeben hat. Damit höre ich auf. Es sind nur meine Eindrücke aus dem letzten halben Jahr und aus dem, was Du über Deine Frage geschrieben hast.
Zitat von BernhardQXY: In der Liebe geht es stets um den Kampf der Individuen. Mir soll es gefälligst gut gehen, Sorge dafür.
Das mit dem "Kampf der Individuen" ist für mich leider Quark. Ich brauche das nicht und ich vertraue sehr darauf, dass meine nächste Liebe kein Kampf der Individuen wird

. Aber zum Folgesatz wollte ich etwas schreiben:
Das ist meiner Meinung nach die Definition von kindlicher Liebe: Ich liebe Dich, weil ich Dich brauche.
Das Zitat geht weiter mit der erwachsenen Liebe: Ich brauche Dich, weil ich Dich liebe.
Naja, ich würde z. Zt. lieber einfach lieben und niemanden brauchen, aber trotzdem lieben ...
