@Lacrimosa
ich muss mich echt noch mal entschuldigen. Ich bin hier etwas "erregt" in den Thread geplatzt. Inhaltlich stehe ich zu dem, was ich schrieb aber ich hätte mich erstmal etwas besinnen sollen bevor ich lostippe. Also fühle Dich bitte nicht von mir vertrieben. Ist ja schließlich Dein Thread.
@Klaus
Zitat:Völlig richtig, gegenüber dem eigentlichen Partner macht man sich mitschuldig im Sinne des Betrugs. Das übersehe ich nicht.
Wir sind eben in den falschen Momenten gerne richtige Egoisten Mr. Green
Die einzige Fairness, die ich trotzdem erwarte, von der Partnerin auf die ich mich einlasse, ist die, das sie mit offenen Karten spielt, z.B. also nicht von Wechsel spricht, wenn sie diesen eigentlich nie vorhat.
Ja, es kann sein dass wir ein wenig aneinander vorbei reden. Ich weiß es gerade nicht so recht.
Ich versuche nochmal meinen Standpunkt deutlich zu machen.
Du schreibst von Fairness...Kann ich emotional absolut folgen...Aber ich sehe es in etwa so: wer "fair" ist, der ist es generell. Der ist nicht nur fair, da wo er gerade persönlichen Nutzen draus zieht (z.B. weil er schwer verknallt ist). Wer wirklich ein Herz für andere Menschen hat, der hats auch wenn er nicht mehr verliebt ist (in den Partner mit dem man noch zusammen ist). Viele Menschen gehen mehr oder weniger über Leichen, handeln egoistisch, verlangen aber in dieser einen Beziehung/Affäre, die ihnen nun zu Herzen geht Gerechtigkeit.
Du hast eine Frau geliebt die ihren Partner mit Rechtfertigung xy hinterging aber erwartest dass sie nun Dir gegenüber aufeinmal gewissenhaft handelt?
Entweder hat man ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl und Gerechtigkeitsbewusstsein oder nicht. Wenn man es hat, reduziert es sich nicht allein auf den Menschen den man liebt.
Das widerspricht für mich jeder Logik, wiewohl ich weiß, dass Liebe, Anziehung und Logik sich nicht immer vertragen.
Darum versuche ich zweierlei auseinander zu halten:
Das eine sind die Bedürfnisse und Gefühle,
das andere die Gedanken und das hat sehr viel mit Ehrlichkeit sich selbst gegenüber zu tun.
Ich kann mir die Augen ausheulen weil der Mann/die Frau mit dem/der ich eine Affäre einging, sich nicht korrekt verhält.
Aber wenn ich den Kopf einschalte, muss ich mir doch eingestehen, dass ich selbst nicht so unschuldig an der Situation bin.
Verstehest Du was ich meine?
Ich mag nicht diese Opferhaltung und das Abweisen von Verantwortung (nicht an Dich gerichtet Lacrimosa).
Mehr Verständnis habe ich wenn jemand sagt: ja ich habe in diesem Moment nur an mich und meine Bedürfnisse gedacht und habe mich eingelassen und nun tut es weh...
Aber viele Affären beginnen dann von Gerechtigkeit etc. zu sprechen und das kann ich so nicht teilen.
Und Du sprichst von Anziehung. Ja, die kann mächtig sein. Wer hat das nicht schon erlebt. Da sollte man aber dann nicht von Liebe sprechen. Die Anziehung ist erstmal keine Liebe und wenn man ihr nachgibt, ist man (sofern der Magnet vergeben ist) egoistisch. Das klingt drastisch, ich sehe es aber jetzt gerade einfach nur als nüchternes Faktum. Die Befriedigung der eigenen Bedürfnisse steht an erster Stelle. Und die Frage ist doch, warum der eine Mensch diesen Bedürfnissen um jeden Preis nachgeben muss und der andere trotz Anziehung widersteht.
Ich denke, das hat zum einen eben mit diesem Verantwortungsgefühl zu tun, mit einem allgemeinen Liebesgefühl allen Menschen gegenüber denen man nahe ist und zum anderen mit der Frage, ob man sehr bedürftig ist.
Ich habe in meinem Leben sehr oft Avancen von vergebenen Männern bekommen und ja, manche fand ich "scharf" aber ich fühlte mich trotz zuweilen großer s-Lust nie so bedürftig, dass ich dem nachgeben musste.
Und ich hatte schon in ganz jungen Jahren einen großen Respekt vor anderen Beziehungen. Ich hätte dort niemals einbrechen können ganz gleich was der Mann mir erzählte. Und ich finde, auch das ist eine Form der Liebe zum Menschen. Es wird so viel mit Liebe gerechtfertigt aber ist denn Liebe nur diese intensive Verknalltheit?
Und noch etwas hat mich nie nachgeben lassen wenn ein vergebener Mann um mich warb. Ich habe die feste Überzeugung, dass man zusammen findet wenn man zusammen gehört. Das brauche ich nicht durch verfrühte Annäherungen forcieren, das brauche ich auch nicht durch ewiges Warten auf einen Mann herbeizaubern.
Wenn wir zusammen gehören, dann wird er sich irgendwann trennen und zu mir kommen- so in etwa denke ich. So groß die Lust auch sein mag, ich sehe keinen Grund, mit ihm ins Bett hüpfen zu müssen bevor er nicht frei/solo ist als meine Lust. Und wenn ich ihr nachgebe, ja wie gesagt, dann denke ich in diesem Moment nur an meine Bedürfnisse und das ist nicht verwerflich aber man sollte doch so realistisch sein und sich diese Tatsache eingestehen.
Und noch ein Gedanke. Viele Affären sagen, wie sehr sie eingelullt wurden bis sie nachgaben. Man setzt aber von der ersten Minute an Signale. Entweder das Signal "Ja, ich würde so etwas mitmachen" Oder eben "Niemals spiele ich mit".
Und diese Signale nimmt jeder Mann sehr wohl war ganz gleich wie abgebrüht oder eroberungslustig er ist. Wenn man schon bei den ersten Begegnungen trotz beidseitiger Zuneigung oder Anziehung deutlich signalisiert dass man für so etwas nicht zu haben ist, dann wird er es gar nicht weiter versuchen. Viele Affären SAGEN solche Dinge zu ihrem/ihrer Angebeteten/Angebeteter "Ich will keine Affäre sein. Ich will eine feste Beziehung..." aber sie signalisieren etwas ganz anderes, nämlich eine Bereitschaft und so kann es passieren dass so mancher immer wieder nur Affäre ist.
Ich war auch schon öfter in meinem Leben auf "engem Raum" mit süßen vergebenen Männern aber ich habe deutliche Signale gesetzt und die kamen immer an.
So, das war mein Wort zum Sonntag.
Ich wünsche Dir einen schönen Samstag
