Zitat von Sonne_n_schein:Hey, Kurzfassung, sonst wühlt es mich zu sehr auf.
Wurde vor ca 5 Monaten nach 6 Jähriger Beziehung über Nacht verlassen.
Hatten davor noch über Hausbau, Familienplanung etc. gesprochen. Es gab keinen Streit, keinen Vorfall.
Er meinte einfach er liebe mich nicht mehr und könnte sich nicht mehr vorstellen die Zukunft mit mir zu verbringen.
Zwei Wochen zuvor hatten wir noch Jahrestag und er schrieb mir eine schöne Karte, lud mich zum Essen ein und meinte er freue sich auf unsere Zukunft.
Wir hatten eine gemeinsame Wohnung gemietet in der wir drei Jahre zusammen lebten und extra ein Kinderzimmer beachtet hatten.
Er meinte ich hätte etwas besseres verdient. Mit sich reden oder uns Hilfe suchen lassen, ließ er nicht zu.
Ich bin 29, er war Ende 30. für mich war er der Mensch mit dem ich Alt werden wollte...
Klingt nach dem sog. "Finalschock". Du sagst, ihr habe von Familienplanung, Hausbau etc. gesprochen, dann der Jahrestag - es kommt vor, dass in solchen Momenten manchen Menschen plötzlich die Füße ganz kalt werden, passiert aber meistens bei den Paaren, die heiraten wollen und einer vor dem Traualtar auf den Partner wartet, aber der oder die ist plötzlich wie vom Erdboden verschwunden. Dazu der Altersunterschied: Das habe ich so oft schon erlebt bei Bekannten und auch zigfach gehört: Solche Beziehungen enden Knall auf Fall, ich kenne nicht eine, wo eine Beziehung mit Altersunterschied jemals überhaupt einigermaßen hielt.
Ach Mensch ..

Ich und meine Ex haben uns damals wenige Wochen vor Weihnachten getrennt. Sie war beidseitig gewollt, aber es war trotzdem ein Erdrutsch in meinem Leben. Weihnachten war für mich bis dahin immer etwas Besonderes, etwas, worauf ich mich das ganze Jahr gefreut hatte. Ab jenem Tage war das vorbei, wurden die Weihnachtsfeiertage nur ganz normale Tage wie die anderen Tage im Jahr auch.
Die Stille, die Ruhe, die .. Einsamkeit wurden fortan mein neuer Partner. Ich sitze jetzt ruhig und relaxt im Wohnzimmer vor dem Computer, es brennen Teelichter und eine große Kerze und ich fühle mich wohl, daheim. Ich habe die vielen Jahre (Heiligabend immer, die Weihnachtsfeiertage mindestens an einem davon) alleine verbracht. Jubel, Trubel, Heiterkeit, ich habe es immer gemieden, ich wollte nur noch Ruhe. Es ist schön, alleine zu sein.
Gestern und vorgestern war ich das erste Mal seit langer Zeit an den Feiertagen nicht alleine, zwar bei der ehrenamtlichen Arbeit, aber in Gesellschaft einiger Menschen, die das ermöglicht haben. Und dazu dann die Menschen, die wir aufgesucht haben, die unsere zubereiteten Speisen erhielten. Der Glanz dieser Menschen, ob groß oder klein, das war schon sehr ergreifend.
Wenn ich die Schicksale einiger Foris hier Revue passieren lasse in den letzten Wochen, der Austausch, einige PNs, manche verbale Keilereien, es hat bei mir etwas bewegt, bewirkt. Ich habe mich vom bisherigen Leben verabschiedet, dass so leicht und zugleich so brutal war. Viel Egoismus, viel Spaß, aber der Hintergrund waren, nein sind, mir heute unschön. Sie haben eine Seite von mir offenbart, die ich nicht mag an mir, aber jahrelang gezeigt und gelebt habe. Meine festen Beziehungen waren nicht unbedingt von Glück gesät, die Ehe war schlechter mit meiner Es als die Zeit vom Sandkasten bis zum Tage der Eheschließung. Komme ich mit jemandem zusammen, bricht das weg was vorher schön war. Meine Affären hielten länger als meine Ehe davor.
Ein Witz, über den ich jetzt lache.
Nun, es werden immer Menschen kommen und gehen, bei Partnerschaften ist das nicht anders. Es wird sich zeigen, ob da zukünftig vielleicht mal etwas passiert. Bewusst suchen werde ich nicht, bewusst die Augen offenhalten auch nicht. Wenn es passiert, dann passiert es. Und ich denke, dass ist bei jedem Menschen so, nur der Grad der Häufigkeit differiert. Aber ich bin sicher, es wird auch bei denen irgendwann ein neuer Mensch ins Leben schreiten, wenn die Zeit reif ist und die Umstände günstig. Das eint uns alle, denke ich.
