Ja, diese Frage zu lösen, scheint mir im Moment auch unmöglich.
Ich versuche momentan, über den Buddhismus Zugang zum Glücklichsein bzw. leidfreien Leben zu finden.
Auch hier ist das grundlegende Thema: Loslassen durch Akzeptanz und Vertrauen in das Leben.
Man soll seine Gefühle zulassen und genau anschauen und bis ins letzte Eckchen durchleben, nichts ignorieren, nichts wegschieben oder verdrängen, sich nicht ablenken, sondern wirklich in das Gefühl eintauchen und es so lange fühlen, bis es sich selbst auflöst. Angeblich verändern sich die Gefühle dann, verlieren ihre Intensität und man erkennt, dass das "nur" Gefühle sind, und nicht man selbst aus diesen Gefühlen besteht. Die Gefühle werden lediglich durch unsere ständigen Gedanken an die Person getriggert.
Und dann geht es noch darum, sein Ego aufzulösen, denn wenn wir klammern, anhaften, haben wollen, ist das nicht Liebe sondern unser Ego. Liebe ist ein warmes, glückliches Gefühl, das gibt, ohne zu erwarten.
Ich muss sagen, ich finde dies alles ja verständlich, habe meine Trauer schon sehr oft zugelassen und durchlebt und wünsche meinem Ex ja wirklich alles Gute, eben weil ich ihn liebe, ABER: nichts davon ist bisher auf meine Gefühlsebene durchgedrungen, nichts davon lässt meinen Herzschmerz weniger werden. Ich habe sogar den Eindruck, dass das Klammern immer schlimmer wird.
Auch ich lenke mich ab, gehe unter Leute, aber ich fühle mich dort so verloren ohne ihn (obwohl er ja nie "wirklich" bei mir war im Sinne von gegenseitiger Liebe und Zugehörigkeit, das hat er immer abgelehnt und doch habe ich es durch meine einseitige Liebe so empfunden, klar war das eigentlich nur eine Illusion meinerseits) und ich kann mir nicht vorstellen, mich jemals wieder für jemand anderen zu öffnen.
@ JS: ja, wahrscheinlich haben wir keine andere Chance, als wirklich einen CUT durchzuführen. Klar übernehme ich nicht wirklich Verantwortung für mich, wenn ich weiß, dass mir etwas oder jemand nicht gut tut, und ich mich dennoch dem immer wieder aussetze. Und sicherlich hat das zu einem gewissen Grad auch mit Egoismus zu tun, den wir uns vielleicht nie zugestanden haben und daher nicht wissen, wie wir ihn leben sollen.
Ja, nur ich kann die Dinge für mich ändern. Aber woher finde ich die Kraft und den Mut dazu?
Ich z.B. habe die ganzen 2 Jahre unseres Zusammenseins gelitten, an der fehlenden Liebe, seiner kalten Art, seiner Unverbindlichkeit, und wusste immer, ich muss das beenden. Auch jetzt weiß ich, dass ich diese Art von Beziehung nie wieder erleben möchte und auch dass ich mit ihm nie glücklich werden könnte - und dennoch kann ich nicht loslassen. Mir fehlt der Mut. Ich habe Angst vor einem Leben, in dem es ihn nicht mehr gibt.