Zitat von Lottab1612: Mein Mann sagt, ich sei ihm wichtiger, sonst wäre er nicht bei mir. Aber gleichzeitig fühlt er eine Distanz zu mir und sie ist ihm noch wichtig. Das Ehrenamt ist ein wichtiger Teil seines Lebens, weil er sich dort gebraucht fühlt. Das kann ich sogar nachvollziehen. Er hatte gehofft, dass mit steigender Distanz (kein Treffen mit Affäre, Kontaktaufnahme durch ihn), seine Gefühle zu mir wieder stärker werden. Dauert das einfach noch? Schließlich ist es erst ein paar Wochen her und die Affäre war wirklich sehr kurz. Ich danke euch für eure Antworten und Ideen.
Ich habe eine Grundregel, wenn es um Liebesdinge geht, und die lautet: Ich lasse mich von niemandem und unter gar keinen Umständen triangulieren.
Musste ich auch erst sehr schmerzhaft lernen, aber seitdem fahre ich damit sehr gut.
Wenn mir also ein Partner (oder sonstwer) erzählen würde, dass er "Distanz zu mir fühlt", dann würde ich ihm sofort sehr deutlich machen, wie sich diese Distanz tatsächlich anfühlt: Indem ich mich zurückziehe nämlich. Und zwar so, dass er es unmissverständlich merkt.
Gleiches gilt, wenn er meint, sie sei "ihm noch wichtig".
Ich würde ihn ohne zu zögern durch mein Verhalten deutlich machen, dass er keine Zeit hat, sich langatmig darüber klar zu werden, wer ihm denn nun wichtiger ist, oder sich über "seine Gefühle Gewissheit zu verschaffen".
Triangulierung bedeutet immer, ausnahmslos, dass jemand dich in Konkurrenz zu setzen versucht. Mit anderen Worten und etwas flapsig ausgedrückt: Kloppt euch um mich und ich entscheide dann irgendwann mal, wer mir wichtiger ist. Strengt euch beide mal hübsch an.
Den Zahn würde ich ihm auf der Stelle ziehen. Sehr nachhaltig und sehr konsequent.
Das erreichst du nicht, indem du forderst - oder ihn gar anbettelst - er möge doch den Kontakt zu dieser Frau unterlassen. Damit gehst du nur auf sein Spiel ein, in dem er am längeren Hebel sitzt.
Das erreichst du weitaus besser, indem du dich deinerseits konsequent zurückziehst. Dann wird er nämlich sehr schnell merken, wer ihm wichtiger ist. Das merken solche Leute immer nur durch Verlust.
Und mit Rückzug meine ich: Emotional, räumlich, sexuell und praktisch. Du stehst ihm nicht mehr zur Verfügung.
Das hat für dich mehrere Vorteile: Du bewahrst deine Würde und musst dich nicht dazu herablassen, dich zu einer anderen Frau in Konkurrenz setzen zu lassen, bis er sich gemütlich entschieden hat, was oder wen er eigentlich will.
Du spielst dein eigenes Spiel und nicht seins.
Du musst nicht hoffen und harren.
Du musst ihn nicht durch dämliche - und meist völlig wirkungslose - Drohungen unter Druck setzen.
Man kann um vieles kämpfen, wenn es sein muss. Aber nicht um Liebe. Man kann dabei höchstens seine Würde und Selbstachtung verlieren.