Zitat von Nivlem:Ich glaube nicht, dass er normal so handeln würde.
Was meinst Du mit dieser Aussage? Wie würde er "normal" handeln und was ist der Grund dafür, dass er jetzt nicht "normal" handeln kann.
Zitat von Nivlem:Schon mal 8 Monate am Stück keine Nacht durchgeschlafen?
Ohja, und auch mein Haushalt ist neben der Vollzeitberufstätigkeit und Pflege meiner Mutter verlottert mitunter. Aber niemals so, dass es nicht innerhalb eines halben Tages einigermaßen zu richten gewesen wäre oder wenn ich Besuch erwarte.
Und in der Tat: auch ich bin der Auffassung, auch ein Mann kann - obwohl er denn dann arbeitet - seinen Anteil an Haushalt und Kinderbetreuung übernehmen. Allerdings finde ich auch, dass zur Kinderbetreuung eben auch Haushaltsgestaltung gehört. Das müssen Alleinerziehende mit Schreikindern und Berufstätigkeit auch hinkriegen irgendwie. Die Logik kann bei Arbeitsteilung doch nur sein:
Einer geht Vollzeit arbeiten.
Einer macht Vollzeit Kinderbetreuung und Haushaltsführung.
Außerhalb dieser Vollzeittätigkeiten teilt man sich beides 50:50, denn der Tag hat ja nun mal 24 Stunden und nicht 9. Da bleibt also noch reichlich Zeit, um die Aufgaben zu teilen.
Tatsächlich scheint Dein Mann die Muster seiner Kindheit zu wiederholen.
Du stellst alles als seine Entscheidungen dar: er wollte Dich so sehr usw. Was ist mit Dir und Deinen Entscheidungen? Sollten die nicht viel wichtiger sein als das, was er möchte?
Ich habe das hier schon so oft geschrieben, aber Dir noch nicht:
Ich bin das Kind von Eltern, die wegen der Kinder ihre Ehe aufrecht erhielten. Bei uns gab es keine körperliche Gewalt, aber psychische allemal. Ich habe mir als Kind gewünscht, dass meine Mutter sich trennt. Ich glaube, wir alle hätten friedlicher gelebt. Mir hat das eine nachhaltige Macke versetzt. Ich würde um keinen Preis der Welt meine Unabhängigkeit aufgeben, weil ich gesehen habe, was das phasensweise mit meiner Mutter gemacht hat. Gut für mein erwachsenes Leben und Beziehungen ist das nur begrenzt.
Willst Du, dass Dein Kind Gewalt als Problemlösung versteht oder aber später lieber aus Angst vor diesem gar keine Beziehung eingeht? Das muss nicht passieren, aber die Wahrscheinlichkeit ist nicht gering, wenn Du ihm das vorlebst. Das siehst Du u.a. an Deinem Mann. Der folgt auch alten Mustern. Sollte er nicht nachweislich daran arbeiten (meinetwegen Antiaggressionstraining oder so), wird das vermutlich nicht besser sondern schlechter. Einmal ist nicht kein Mal. Einmal ist einmal zu viel.
Tatsächlich verstehe ich auch nicht, warum Du an einer Ehe mit Gewalt festhältst. Hast auch Du so etwas in der Kindheit erlebt?