Ann-SLO
Mitglied
- Beiträge:
- 18
- Themen:
- 1
- Danke erhalten:
- 5
- Mitglied seit:
Zitat:Hast deine reale Kindheit so erlebt?
Ja, das habe ich in der Tat als Kind so erlebt. Meine Eltern haben immer sehr hohe Ansprüche an mich gestellt. Ich musste die Beste in der Schule un an der Uni sein, ich wurde an der Anzahl und "Qualität" meiner Freunde gemessen, Nützlichkeit meiner Hobbys, etc… hat alles aus Sicht meiner Mutter gepasst - war ich gut. Sonst - gabs kein richtiges Interesse zu meiner Person. Mama konnte es eher von unserer gemeinsamen Manikürerin erfahren, dass ich in der Prüfungsphase bin, als von mir. Wurden später alle Prüfungen erfolgreich bestanden - gab es Lob und Anerkennung. Sonst war sie mehr mit ihrem eigenem Leben beschäftigt als mit mir. Papa war wenig da, ständig auf Dienstreisen oder am Arbeiten…
Wie ihr es schon völlig richtig gesagt habt. Alles hat seine Vor- und Nachteile: meine Kindheit hat mich zu dem Menschen gemacht, der ich bin. Sie gehört zu mir. Ich kann letztendlich fünf Sprachen, habe Karriere aufgebaut und habe Null Angst neue, manchmal komplizierte und kräftezehrende Sachen ausprobieren. Es ist immer eine Investition für mich. Investition, die Zeit und Kraft kostet, aber sich immer lohnt. Alles hat sich immer gelohnt..
Selbst diese Beziehung hat mich nicht abgeschreckt (ob es Dummheit oder Mut ist ist eine gute Frage). Selbst nach der Info über die Diagnose und Therapie war ich nicht abgeneigt…
Ich bin gut mit meinen Eltern und trage keine Beleidigung in mir. Aber seine Abwendungen und Abwertungen lassen mich wieder so fühlen… ganz allein. Ich kenne dieses Gefühl zu gut und kann es deswegen sofort erkennen.
Ich konnte früher damit noch umgehen, aber mit dem Krieg und der Tatsache, dass ich meine Familie im schlimmsten Fall für immer verlieren oder im besten - für eine unbestimmte Zeit "nur" nicht besuchen und nicht sehen kann, macht es kaum erträglich. Ich muss ihm schreiben, ich muss ihn sehen. Selbst wenn ich es verstehe, dass es eine Illusion ist. Illusion, dass ich nicht alleine bin.