ToughGirl
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Das erste Jahr war alles ausnahmslos toll an mir. Selbst dann, wenn ich es wirklich mal verdient hätte, blieb er ruhig und ließ mich fast Tobsuchtsanfälle haben (ich war noch sehr jung, heute bin ich anders).
Aber nach einem knappen Jahr ging es los. Er kündigte es sogar an! Sagte etwas in der Art wie "Ab heute werden andere Saiten aufgezogen." Und so kam es dann auch. Statt mehrmals in der Woche sahen wir uns zweimal, eher einmal. An mir war plötzlich alles doof. Ich zu dick, zu depressiv. Daran änderte ich etwas, weil es mir selbst nicht gefiel, machte eine Therapie, nahm 20 Kg ab. Ich wurde ein relativ ausgeglichener Mensch der sich in seiner Haut wohlfühlt. Aber das reichte ihm nicht.
Ich sollte immer NOCH freundlicher und dankbarer sein. Könnte mich immer NOCH gewählter ausdrücken.
Er hatte mich mit einer Kodderschnauze kennen und lieben gelernt, plötzlich war sie für ihn nicht auszuhalten. 5 Jahre waren wir zusammen, 4 Jahre machte ich dumme Kuh das Spielchen mit und ließ mich schlechtreden. Ich konnte einfach nie begreifen, wie sich von heute auf morgen alles änderte und dachte wohl "Irgendwann wird alles wieder gut!"
Er verabschiedete sich relativ sang- und klanglos mit einer dramatischen E-Mail aus seinem Auslandssemester und ich sollte nun damit klarkommen. Ohne ihn nochmal gesehen, geschweige denn gehört zu haben.
Er hat immer gedacht, ich wäre ohne ihn aufgeschmissen. Und heute noch ertappe ich mich dabei, ihm zeigen zu wollen, dass ich alles erreicht habe, was ich geplant hatte. Ist das nicht bescheuert?
Warum dauert es denn nur so lange, gedanklich endlich dauerhaft von einem Narzissten loszukommen? Sie sind es doch gar nicht wert...