Zitat von wunderblume16:Ich konnte nur leider in Gesprächen nie meine Gefühle erklären, bzw kam mein Gesagtes nie an. Es folgten Monologe, und irgendwie sass ich immer am Ende da und dachte er hätte recht. Allerdings fühlte ich mich völlig unverstanden und nicht ernst genommen.
Wir kamen fast nie auf einen Nenner. Ich sass wirklich nur noch mit einem langen Gesicht bei ihm.
Ja, die Gespäche endeten immer damit, dass alles was ich sagte, nicht stimmte, ich total übertreibe und in meiner eigenen Welt lebe. Es kam dann immer die Frage: "Na, bist du wieder in deiner eigenen Welt angekommen?" Dabei wollte ich ihm nur erklären was mir fehlt. Er sah das aber nie so, er hat mir alles gegeben, ich würde es nur nicht zu schätzen wissen. Mir fehlte mir es aber an Nähe. Nette Worte, ein Kompliment, ein Kuss, ein Klapps auf den Po. Irgendein Zeichen, eine Emotion. Am Anfang konnte es doch auch, warum ist das auf einmal alles weg? Warum denkt er, ich brauche das nicht mehr? Warum meint er, wenn er uns was kauft, reicht das seine Liebe auszudrücken? Ich will nicht gekauft werden, ich will geliebt werden.
Zitat:Oftmals sagte ich ihm er solle aufhören mich zu coachen, mich einfach nur so lieben, wie ich bin.
Er sagte er tu das, aber ich würde halt zu viel meckern und dann würde ER handeln.
Meine Passivität machte ihn sauer.
Ich quatsche nur und würde nichts tun.
Habe aber wirklich viel um die Ohren.
Wünschte mir teilweise auch mehr Elan, hatte ich aber nicht.
Keine Kraft. Und die Beziehung war sooo anstrengend...in meinen Augen. Durch das ewige Diskutieren...
Das lieben wie ich bin, darum habe ich ihn auch immer gebeten und er sagte, er tut das. Aber wenn man einen Menschen liebt wie er ist, dann kritisiert man ihn doch nicht ständig oder? Er wollte mir ja nur helfen, mir Tipps geben etwas besser zu machen, aber das immer in einem Ton von oben herab. Jeden Tag haben wir diskutiert, wir wurden beide müde, ja, es war sehr anstrengend, es saugt einem die ganze Energie. Es fehlte die anfängliche Leichtigkeit. Ich war immer auf der Hut, immer in Alarmbereitschaft, tierisch angespannt. Wenn man versucht alles richtig zu machen, macht man alles nur noch falsch. Aber das war in seinen Augen, mein Problem, nicht seins. Ich könne ja sein wie ich möchte, sollte nur die paar Regeln einhalten. Es war ein ganzer Katalog an Regeln.
Da fällt mir eine Geschicht ein:
Ich trinke gerne mal einen Kaffee aus der Kapselmaschine. Die Kapseln fallen dann ja in den Behälter rein, dafür ist der Behälter ja da. Der wird dann später geleert und ausgewaschen. Er wollte aber, das dieser Behälter nicht benutzt wird, er sollte nicht dreckig werden. Man spart sich ja die Arbeit des Ausspülens, wenn er gar nicht erst dreckig wird. Ich muss dazu sagen, er trinkt keinen Kaffee. Also sollte ich den Behälter immer entfernen, ein Stück Haushaltstuch drunter legen und die Kapsel sofort in den Müll schmeißen. Gott, das war so nervig. Einmal habe ich das nicht getan, ich habe den Behälter benutzt, dafür ist er ja auch da. Und dann kam er, guckte mir über die Schulter, verzog das Gesicht und sagte zu mir: "Du weißt wie ich es gerne hätte."
Ich war total irritiert von diesem Satz: Du weißt ja wie ich es gerne hätte.
Genau das beschreibt mein Leben bei ihm, ich weiß ja wie er es gerne hätte, dann soll ich es auch so machen, dann ist er zufrieden.
Ich habe die Geschichte auch meiner Schwester gezählt, sie hat sich schlapp gelacht und wenn einer von uns mal was verbockt, sagen wir dem anderen: "Du weißt wie ich es gerne hätte" und dann lachen wir.
Alles was zuhause passiert ist, scheint im nachhinein so absurd, aber für ihn war das alles richtig, das waren seine Regeln.