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Overthinking oder das ständige Grübeln

QueenA
Zitat von Plague:
Allzu oft ist das Overthinking und die Wahrnehmung dieser kleinsten Abweichungen inkl. Überinterpretation von minimalen Details vor allem eine Folge ...

Hi @Plague und @Worrior
icv fand eure Gedanken und die Anderer sehr interessant und knüpf hier gerne an.
Hallo auch an den Themeneröffner,

Ich kann den Grundgedanken grundsätzlich nachvollziehen, dass Overthinking oft aus innerer Unsicherheit entsteht und dass es problematisch ist, diese ungefiltert beim Partner abzuladen. Dem stimme ich zu.

Mit dem Punkt der „mangelnden emotionalen Selbstwahrnehmung“ gehe ich allerdings nicht ganz mit. Nicht jede Irritation oder jedes Nachdenken über Veränderungen im Kontakt ist automatisch ein Zeichen davon. Gerade in einer Fernbeziehung sind Kommunikationsmuster ein zentraler Beziehungsträger. Wenn sich die Frequenz oder der Tonfall von Nachrichten spürbar verändert, zum Beispiel von warmherzig zu eher kühl oder distanziert, auch durch weniger Emojis oder kürzere Antworten, kann das real verunsichern. Dafür muss man weder besonders unsicher noch instabil sein. Das passiert auch reflektierten Menschen, die aufmerksam auf ihre Beziehung schauen.

Aus meiner Sicht ist entscheidend, wie man damit umgeht. Statt zu interpretieren oder Vorwürfe zu machen, halte ich es für sinnvoll, das Gespräch zu suchen, wenn man sich sieht, und die eigenen Bedürfnisse klar und ruhig zu benennen: Was brauche ich, um mich verbunden zu fühlen? Für den einen sind das z.B. ein Guten-Morgen- und Gute-Nacht-Gruß, ein abendlicher Videocall oder generell mehr Verbindlichkeit im Kontakt.

Wenn das Gegenüber sagt, dass es diese Form von Nähe gar nicht braucht und ihm die gemeinsamen Tage pro Woche völlig ausreichen, dann geht es weniger um richtig oder falsch, sondern um unterschiedliche Nähe-Distanz-Bedürfnisse. Dann muss man ehrlich prüfen, ob man damit langfristig umgehen kann oder ob die Bedürfnisse zu weit auseinanderliegen.

Hilfreich kann in Fernbeziehungen auch eine gemeinsame Perspektive sein: Gibt es ein Ziel, z.B. in absehbarer Zeit räumlich näher zusammenzurücken oder zusammenzuziehen? Eine geteilte Zukunftsvorstellung kann viel Unsicherheit herausnehmen.

Netten Gruß

x 4 #46


Plague
Zitat von QueenA:
Nicht jede Irritation oder jedes Nachdenken über Veränderungen im Kontakt ist automatisch ein Zeichen davon.

Darum geht es ja auch gar nicht, sondern hauptsächlich um die für Overthinking typischen Extremfälle, unter denen dann sowohl Betroffene wie auch das Umfeld leiden.

Die meisten Overthinker, mit denen ich zu tun hatte, waren regelrecht emotionsphobisch und das rationale Grüblen wurde zu einer - zumindest kurzfristig - Vermeidungsstrategie mit den kurzfristig positiven Konsequenzen, sich nicht mit den Emotionen auseinandersetzen zu müssen. Längerfristig kommt der Boomerang allerdings eiskalt zurück.

x 2 #47


A


Overthinking oder das ständige Grübeln

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Mindtricks
Erst einmal ein dickes Dankeschön für die wirklich großartigen Beiträge hier.

Vielleicht zwei kurze Antworten/Reaktionen/Gedanken vorweg:

Ich finde es immer schade, wenn sich User hier herablassend zu diversen Problemen anderer äußern. Hat es hier mitunter auch wieder gegeben (@Dudo) - frei interpretiert nach dem Motto "warum heulst du hier rum" oder "ich habe seinen anderen Thread gelesen und da war bei mir Ende" etc.
Wenn ich es richtig verstehe, dann dient diese Seite dazu, Menschen in Not Unterstützung zu geben bzw. mit Rat und Erfahrung zur Seite zu stehen.
Die Not des Einzelnen ist ggf. nicht immer direkt nachvollziehbar - manche Themen wiederholen sich - auch, weil einige ihre Situation durch Schreiben verarbeiten. Und wo würde es sich besser machen, als in diesem Forum?
Es nimmt den Menschen den Mut und die Motivation hier überhaupt noch zu posten, wenn ihre Probleme und Sorgen kleingeredet, belächelt oder mit einem virtuellen Augenrollen kommentiert werden. Wünschen würde ich mir einen sachlichen und konstruktiven Austausch (und wen gewisse Themen nerven, der hält sich einfach zurück und widmet sich einem anderen Thema).

Ja, ich habe einen weiteren Thread offen - dort geht es um mein persönliches Problem der letzten Monate. In dieser Phase habe ich sehr viel über mich selbst gelernt und nachgedacht. Über meine Trigger, meine Wunden, die ich offenbar noch immer mit mir herumschleppe...und über das ständige Grübeln, das mir den Schlaf und die Energie geraubt hat. Auch mit meiner Lebenserfahrung habe ich offensichtlich noch immer Baustellen, an denen ich intensiv arbeiten muss. Ansonsten rutsche ich auch zukünftig immer wieder in diese Phasen emotionaler Instabilität und der Depression.
Das Thema "Overthinking" (wie es heute so schön genannt wird) war dabei für mich ein ganz besonderes. Ich habe viel darüber gelesen und festgestellt, dass es da draußen unglaublich viele Menschen mit dem exakt gleichen "Problem" bzw. identischen Verhaltensmustern gibt.
Daher dieser neue Thread, um sich über die unterschiedlichen Ausprägungen auszutauschen und ggf. sogar Vorschläge von Usern zu erhalten, die aus dieser Spirale herausgekommen sind. Dabei geht es nicht einmal um mich selbst sondern um das Thema generell.

Daher führt für mich eins zum anderen:
Probleme in der Partnerschaft - ein plötzliches auf Distanz gehen der Partnerin (scheinbar ohne Grund) und das damit verbundene Dauergrübeln über die Ursache. Für mich eine sehr schwere Zeit, in der ich kaum für andere Dinge - geschweige meinen Job - zu gebrauchen war. Und ich weiß, dass es auch anderen Nutzern und Nutzerinnen hier im Forum so gehen wird.

x 2 #48


T
Zitat von Mindtricks:
Ich finde es immer schade, wenn sich User hier herablassend zu diversen Problemen anderer äußern.

Das müsste auch wirklich nicht sein.👍

Zitat von Mindtricks:
Wenn ich es richtig verstehe, dann dient diese Seite dazu, Menschen in Not Unterstützung zu geben bzw. mit Rat und Erfahrung zur Seite zu stehen.

Richtig. 👍

Zitat von Mindtricks:
Es nimmt den Menschen den Mut und die Motivation hier überhaupt noch zu posten, wenn ihre Probleme und Sorgen kleingeredet, belächelt oder mit einem virtuellen Augenrollen kommentiert werden.

👍
Zitat von Mindtricks:
Die Not des Einzelnen ist ggf. nicht immer direkt nachvollziehbar - manche Themen wiederholen sich - auch, weil einige ihre Situation durch Schreiben verarbeiten. Und wo würde es sich besser machen, als in diesem Forum?

Ganz genau.👍

#49


D
Zitat von Mindtricks:
Ich finde es immer schade, wenn sich User hier herablassend zu diversen Problemen anderer äußern. Hat es hier mitunter auch wieder gegeben () - frei interpretiert nach dem Motto "warum heulst du hier rum" oder "ich habe seinen anderen Thread gelesen und da war bei mir Ende" etc.
Wenn ich es richtig verstehe, dann dient diese Seite dazu, Menschen in Not Unterstützung zu geben bzw. mit Rat und Erfahrung zur Seite zu stehen.


das soll nichts anderes heissen als das du zum selben Thema einen neuen Verlauf geöffnet hast, warum ?

#50


B
Ich kenne das auch. Das ist wirklich schwierig und es verläuft in Kreisen, denen man schlecht entkommt. Bei uns ist es die Dynamik, dass wir die Hälfte der Zeit eine Fernbeziehung führen und meine Partnerin dann mit ihren beiden Kindern und dem Haus und dem Job klarkommen muss. Und von ihrer Art dann auch fein damit ist, auf dem Sofa zu sitzen und runterzukommen. "rumjammern" oder "Sehnsucht schieben" liegt ihr so gar nicht und da fühlt man sich - vor allem aus der Distanz - manchmal ziemlich nutzlos und ungeliebt.

Effektiv geholfen haben hier nur Gespräche darüber, dass man -. auch wenn man es unnütz empfindet - manchmal ein "ich liebe dich" sagen sollte und die Erwartungen über die Abendgestaltung beiderseits geklärt wurde...

#51