Ich war hier lange nicht mehr aktiv und bin per Zufall wieder auf das Forum gestoßen und dann direkt geschaut ob es hier ein Thema zum overthinking gibt, da ich mich damit gerade extrem befasse, weil es mich selbst betrifft.
Wenn man meine alten Beiträge liest, merkt man schnell, dass ich eher der eifersüchtige Typ bin und schon einiges von einer Beziehung erwarte. Dies geniessen die Frauen oft, da ich liebevoll, aufmerksam etc. bin, können aber oft das gleiche nicht geben. Daher habe ich einige "schlechte" Erfahrungen gemacht, die ich aber nicht immer auf die Frau zurück führen möchte, ich denke ich habe bestimmt mein Teil dazu beigetragen, wobei ich schon Frauen hatte, wo mir mein Umfeld gesagt hat, dass ich doch besser gehen soll, bin aber eher der Typ der an was fest hält und nicht sofort wegwirft. In meiner Kindheit wurde vielleicht schon ein Grundstein für mein Verhalten gelegt. Meine Eltern haben sich scheiden lassen, dann wieder geheiratet und wieder scheiden lassen. Meine Mutter war wohl auch nicht ganz die treuste Seele, allerdings ne gute Mutter und wir haben ein top Verhältnis.
Zu den Frauen die ich meist habe: Ich habe immer sehr attraktive Frauen (nicht nur meine Einschätzung

) aber meist auch mit Problemen. Extrem schlechte Erfahrungen in Beziehungen, Bindungsangst, Bipolare Störung, Probleme mit den Kindern etc. Warum das so ist, fragt sich mein Umfeld und auch ich ^^.
Jetzt zum eigentlichen Thema. Ich bin ein extremer Overthinker, wobei ich dran arbeite und es auch schon besser wurde. Durch meine Ex musste ich es mir aber leider aneignen, da ich viel hinterfragen musste, was sich später auch als die Wahrheit herausgestellt hat. Ich meine damit Heimlich mit anderen Männern schreiben, Abmachungen absagen wegen Krankheit, was dann aber nicht so war usw.
Jetzt trag ich das ganze mit meiner neuen Partnerin mit und hinterfrage viel wie z.B wir haben abends immer Telefoniert (es ist eine Fernbeziehung), was extrem nachgelassen hat, oft kommt nicht mal ein ein gute Nacht, da sie wohl eingeschlafen ist oder Stress mit dem Kind hatte oder what ever. Wochenenden wurden Krankheitsbedingt abgesagt, meldet sich weniger etc.
Sie schreibt zwar zwischendrin immer mal wieder, ich liebe dich sehr, du fehlst mir oder ich hätte dich jetzt gerne bei mir. Aber sobald sie sich abends mal wieder nicht meldet, oder einfach tagsüber total sachlich ist, oder sich mal 3 oder 4 stunden nicht meldet geht der Kopf los.
Es heißt ja, es liegt am eigenen Selbstwert. Ich bin aber im großen ganzen sehr selbstsicher, hab ein gutes Auftreten etc. Frauen schätzen ich schon sehr in ihrem Umfeld und es war nie ein Problem eine Frau kennen zu lernen.
Aber dieses ständige alles überdenken (was ich beruflich leider auch oft muss) macht einen echt mürbe, man kommt nicht wirklich zur Ruhe und macht sich selbst kaputt. Ich persönlich merke, bei mir kommt es echt auch auf den Tag an wie es mir gerade geht, und natürlich auch wie die Gesamtsituation in der Beziehung ist. Wenn ich das Gefühl habe wirklich geliebt zu werden, kann ich das eine oder andere ganz gut weg stecken, wenn die allegemeinsituation nach meinem Empfinden gerade nicht so ist (mein Empfinden ist hier sicherlich nicht immer richtig) fällt mir sehr viel mehr auf, was ich überdenke.
Jetzt kommt aber das interessante: Ich spreche die Themen meist nicht an, da ich mir denke, ok das findet in deinem Kopf statt und es wäre ein Vorwurf der Partnerin gegenüber der evtl. unbegründet ist. Mein Eindruck ist, um so mehr ich die Dinge überdenke, zieht sie sich zurück (obwohl ich es nicht anspreche), ich denke meine Art und Ausstrahlung wird einfach anders (unterbewusst). Wenn ich allerdings "selbstsicher" auftrete kommt sie mehr auf mich zu.
Daher bin ich der Meinung, dass das Overhinking eine echt doofe Spirale ist. Ich überdenke Dinge die vielleicht garnicht da sind, dadurch verändert sich meine Art, sie spürt es und zieht sich zurück, wodurch ich wieder mehr Situationen habe die ich durchdenken kann und so geht das immer weiter.
Im Moment versuche ich bei vielen Dingen deutlich lockerer zu werden, da es mir und ihr ja nichts bringt, was aber nicht immer komplett funktioniert.
Für mich ist aber ein wichtiger Punkt, in so einer Phase nicht gleich zu schreiben oder zu hinterfragen, denn das bringt nichts. Ich versuche das erstmal mit mir zu klären, mich selbst wieder runter zu bringen und oft bzw. manchmal kommt dann schon eine Nachricht, die die eine oder anderen Situation erklärt und das nachdenken umsonst gemacht hat.
Ob natürlich alles richtig ist und der Wahrheit entspricht, was sie mir oder andren Menschen erzählen, kann ich nicht wissen, werde ich aber mit Nachdenken auch nicht zu 100 % rausfinden. Ich denke wenn man angelogen wird, gerade in der Partnerschaft wird es früher oder später rauskommen bzw. die Beziehung zerbricht sowieso wegen irgendwas, da man in einer glücklichen intakten Beziehung kein Grund hat zu lügen.
Das war die Theorie, die Praxis ist echt ein übler und langer Weg, den man leider gehen muss.