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Overthinking oder das ständige Grübeln

Amyontour
Zitat von Sonnenschein85:
Handhabe ich auch so. In einer Beziehung sehe ich meinen Partner. Wenn wir weiter auseinander wohnen telefonieren wir zwischendurch. Aber dieses Geschreibe ist für mich in einer Partnerschaft nichts. Das mache ich mit Freunden oder hier 😉

Danke 🎯

#31


Worrior
@Mindtricks
All diese Zweifel, Probleme und Missstände welche Du empfindest, sind die wirklich wahr?
Was ich damit meine ist ob sie in dem Moment tatsächlich existieren oder nur Vermutungen von Dir sind?
Was wäre wenn diese Missstände gar nicht existieren würden sondern nur Eventualitäten wären?
Damit möchte ich Dir nicht Deine Wahrnehmungen absprechen und auch nicht Deine Gefühle.
Aber eventuell belastest Du Deinen Geist mit negativen Gedankenvorgängen über Probleme die noch gar nicht existent sind.
Gefühle können täuschen!
Ist dieses Problem in diesem Moment tatsächlich real und ist es sinnvoll wenn Du Dich damit belastest irgendwelche daraus resultierende Negativszenarien auszumalen?
Selbst wenn das Problem dann tatsächlich existent wären, würde das dann zur Lösung beitragen?

Es hat wenig Sinn existente Probleme zu ignorieren, sie sich schön zu reden oder zu übertünchen.
Wenn Deine Freundin kühler wie sonst reagiert dann ist das so.
Aber sich diesen Zweifeln, Ängsten und negativen Zukunftsgedanken emotional hinzugeben und zu zerdenken wird diese Abwärtsspirale der Empfindungen nur verstärken.
Wir neigen oft dazu uns auf nehative Dinge zu fokussieren, selbst wenn sie nur in unseren Vorstellungen existieren.
Das Gehirn unterscheidet da nicht und sendet den dementsprechenden Chemiecocktail aus.
Das erzeugt Stress, negative Gefühle und Emotionen.
Die Entscheidungsfindung und Lösungskompetenz wird dadurch eingeschränkt weil Du Dich ständig in einem Flucht- oder Kampfmodus befindest.
Frage Dich ob das Problem mit dem Du Dich momentan befasst tasächlich real existiert und die Art und Weise wie Du Jetzt gerade darüber denkst tatsächlich lösungsorientiert ist?

Deine Freundin soll Dir durch ihre Aufmerksamkeit ein gutes Gefühl geben.
Das ist ebensowenig ihre Aufgabe wie Dir ein schlechtes Gefühl zu geben.
Deine Überemotionalität und ständige Besorgnis kann natürlich ein großer Unsicherheitsfaktor für sie sein.
Darunter kann die gesamte Beziehungsdynamik leiden.
Es wird wohl zu viel über Probleme geredet und zu wenig Beziehung gelebt, wo ihr Euch doch eh so wenig seht.
Vielleicht kannst Du herausfinden wie Deine jetzige Denlweise bei Dir programmiert wurde?
Vielleich schon in der Kinderheit oder durch prägende Erlebnisse in der Vergangenheit?
Diese Zweifel und Befürchtungen die Du ständig empfindest, sind das Deine oder Datenmüll in Deinem Gehirn aus der Vergangenheit?

x 8 #32


A


Overthinking oder das ständige Grübeln

x 3


Chrome
Wir alle sind sowohl Champions als auch Loser im Laufe unseres Lebens.

Du hast entweder nie gelernt damit umzugehen oder bist bis jetzt nicht fähig dazu gewesen. Was kannst du jetzt tun? Tja das kannst du nur selber herausfinden. Man könnte lernen drüber zu stehen und sich mehr auf die Taten konzentrieren. Damit meine ich die Zeit die sie dir schenkt wenn sie bei dir ist + die Liebe etc... Wenn all das super ist, dann lerne deine aktive Zeit anders zu nutzen. Mein Tipp? Weniger schreiben, mehr Fokus auf sich selber. Wenn du Zeit hast, tu dir was Gutes.Geh Sport machen, treffe deine Freunde oder Familie, lese ein Buch, zock eine Runde, Bau an deinem Auto herum oder der Klassiker, sammel Briefmarken. Du kommst nur in diese Gedanken, weil du den Fokus ständig auf diese Frau hast. Wer 24h nur an den anderen denkt und sich selber dabei vollkommen verliert, wird zwangsläufig scheitern. Du solltest lernen diese negative Energie in etwas positives zu verwandeln. Vielleicht hat dir auch noch nie jemand gesagt, dass es vollkommen in Ordnung ist eben nicht ständig an den anderen zu denken. Es ist nicht nur in Ordnung, es sollte sogar so sein und damit meine ich nicht anfangen sie als selbstverständlich zu betrachten, sondern ebenauf einer Ebene wo sie hingehört.

Zum besseren Verständnis, ich teile mein Gehirn, Gedanken und Emotionen in Gruppen bzw. Ebenen ein. Es muss nicht der richtige Weg für dich sein, aber mir hilft es. Meine Partnerin hat ihre eigene Ebene, die sogenannte Partnerschaftsebene. Alles was sie mir anvertraut, mit mir unternimmt kommt dort dort hinein und da bleibt es. Wenn ich etwas für mich tue, dann ist das meine persönliche Ebene, die nur mich etwas an geht und ich definitiv nicht an andere denke. So zum Beispiel wenn ich im Fitnessstudio bin, denn da bin ich im Fokus voll auf mich konzentriert, selbes gilt wenn ich mal zocke, ein Buch lese, eine Serie schaue die nur mir gefällt etc...

Diese Ebenen haben hier und da mal eine schwimmende Grenze. Jedoch ist zusammen Sport machen dann eher auf der Partnerschaftsebene etc... Selbes mach ich bei Freunden und Familie. Auch hier kann es natürlich mal ineinander verschwimmen, aber im großen und ganzen hat meine Freundin ihre Freunde und ich meine. Besondere Anlässe sind natürlich eine Ausnahme.

Doch meiner Erfahrung nach, laufen die Beziehungen schief wo es eben keine Abgrenzung existiert. Sie stehen sich 24h auf den Füßen und ist der andere nicht da, muss telefoniert werden oder geschrieben. Früher hat man Wochen gewartet auf einen Brief, da ging es doch auch oder? Heute drehen sie durch weil man mal 2 Stunden nicht erreichbar sind. So etwas kann nicht gesund sein und davon rate ich auch grundsätzlich ab.

Ausnahme ist die erste intensive kennenlernphase, da wollen wir alle den anderen am liebsten 24h um uns haben, aber das ist auch vollkommen in Ordnung so. Nur lösen muss man sich halt mit der Zeit.

Ich wünsche dir alles Gute und viel Glück

x 10 #33


Sonnenschein85
Danke für den Beitrag. Tatsächlich teile ich es wie du in Ebenen ein. Das habe ich sogar als Teenager schon gemacht.
Und auch wenn es mir schlecht ging hatte ich immer noch Ebenen die mich glücklich machten. Das hat mir sehr geholfen.

Ich würde auch die Zeit mit ihr genießen. Das Schreiben auf ein Minimum beschränken.
Und versuchen mehr die positiven Dinge wahr und vor allem anzunehmen.

x 1 #34


D

x 1 #35


Heike1307
Zitat von Usambara:
Letztens wurde auf Arbeit bei mir z. B. Darüber analysiert dass dieser Zwinkersmiley doch irgendwie ausdrücken könnte dass man den anderen eigentlich nicht richtig ernst nimmt.

Oh Gott! Was bin ich froh, dass ich da noch aus einer anderen Generation stamme.

x 2 #36


Plague
Zitat von Worrior:
All diese Zweifel, Probleme und Missstände welche Du empfindest, sind die wirklich wahr?

Allzu oft ist das Overthinking und die Wahrnehmung dieser kleinsten Abweichungen inkl. Überinterpretation von minimalen Details vor allem eine Folge des eigenen schwachen Selbstwerts in Kombination mit Selbstzweifen, Unsicherheit und Ängsten sowie des wenig bis nicht existenten Kontakts zum eigenen emotionalen Erleben.

Problematisch wird das dann, wenn mehr oder weniger deutlich dem Partner suggeriert wird, dass er/sie gefälligst darauf Rücksicht zu nehmen hat, statt dass man/frau sich erstmal selber um diese Baustellen kümmert.

x 4 #37


D
Ganz viele Menschen mögen den Zwinkersmiley überhaupt nicht, weil er eine Art Überheblichkeit darstellt. Nach dem Motto 'Du Dummerchen, hast du es jetzt verstanden?'

Smileys wurden gerade dafür entwickelt um bei Text den Ton mitzuliefern und ja auch hier gibt es natürlich Interpretationsspielraum. Nichts was im RL nich anders wäre. Nicht über Smileys nachzudenken ist eigentlich der falsche Weg, weil mir dann der Kontext entgeht. In Wirklichkeit tun wir das also hoffentlich alle. Nur wie immer sollte man es nicht übertreiben. Wenn es nicht klar ist fragt man halt.

Ich habe gestern einen schönen Satz gehört: Ich als Overthinker brauche einen Overcommunicator. Ich finde das trifft es ganz gut.

x 1 #38


Plague
Zitat von Diandra:
Nicht über Smileys nachzudenken ist eigentlich der falsche Weg, weil mir dann der Kontext entgeht.

Diese ganze Diskussion ist an dem Punkt obsolet, an dem ich mir klarmache, dass ich Gespräche, bei denen es auf genau diese wichtigen Dinge über die reine Informationsebene hinaus ankommt, eben nicht über einen Kommunikationskanal führe, der in überdurchschnittlichem Maß Anlass für Missverständnisse und Missinterpretationen bietet.

Das mag für mich als non digital native noch klarer sein, als für die Generationen, die schon mit der Quäke in der Hand auf die Welte gekommen sind.

x 2 #39


D
@Plague
Ja aber ich wundere mich halt über dieses rigorose entweder oder. Natürlich denke ich über Smileys nach und ich finde das total natürlich. Aber genauso natürlich ist es bei Missverständnissen und einem unguten Gefühl miteinander zu reden.

Und deshalb glaube ich immer noch daran, dass einem Overthinker, ein Mensch der viel und gern über Gefühle redet und schreibt, gut tut. Vielleicht fehlt das hier so ein bisschen. Genauso wie Selbstvertrauen und wohlwollendes denken dem Partner gegenüber. Klar.

x 1 #40


Worrior
Overthinker sind nicht zwingend emotional, das können sehr rationale Menschen sein.

x 2 #41


Plague
Zitat von Worrior:
das können sehr rationale Menschen sein.

Ist recht oft ein wichtiger Aspekt.
Wenn man zu einer bestimmten Situation oder Beobachtung einfach mal in den Bauch reinspüren, das entsprechende Gefühl zulassen und das dahinterliegende Bedürfnis benennen könnte, bräuchte man sich oft auch nicht unnötigerweise die Hirnwindungen zu zermartern.

Wenn man aber den eigenen Emotionen aus irgendwelchen Gründen nicht (mehr) vertraut, muss halt das Hirn gewaltig herhalten. Das gibt auf Dauer kräftig Kopfschmerzen ...

x 3 #42


D
@Worrior
Definitiv, man ist dadurch auch nicht empathischer und kann andere besser einschätzen.

Für mich ist es der Versuch einer Art Kontrolle über das eigene Leben, in dem man alles zerdenkt und vorbereitet sein will, anstatt einfach zu leben. Klar sollte man erst denken und dann handeln. Aber zerdenken hemmt einen und erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Das trifft auch beim Overthinking immer noch oft genug zu. Bin selbst so, sollte man lassen.

x 1 #43


Cocolores
Anhand nur dieses Beitrags hätte ich vielleicht ähnlich geantwortet wie der Großteil hier: schau auf die Taten, nicht auf die (fehlenden) Smilies.

Worrior hat dann aber auf Dein vorheriges Thema hingewiesen, nun sehe ich das komplett anders.
Es wäre sinnvoller gewesen dort weiterzuschreiben.

Es ist hier ja schon länger was im Argen, ich denke das ist daher kein Overthinking, sondern schlicht und ergreifend Dein Bauchgefühl. Und das trügt selten.

x 2 #44


hotte
Lieber Mindtricks,

ich habe mir den Eingangspost durchgelesen und mal alles danach übersprungen weil ich dir gerne ein paar Gedanken mitgeben will von jemandem der genauso gepeinigt wird/wurde wie du.

Zitat von Mindtricks:
Erkennt ihr euch hier wieder?

zu 100%. Mittlerweile habe ich Wege gefunden um teilweise auszusteigen aber es klappt nicht immer.

Zitat von Mindtricks:
Was hilft euch in solchen Situationen bzw. habt ihr das "Overthinken" generell in den Griff bekommen können?

Das ist das größte Problem. Der Versuch eine Situation zu bereinigen anstatt danach zu schauen woher es kommt. Aber der Reihe nach... zu der Frage. Overthinking äussert sich bei mir in einer Kaskade warum's... um bei beinem Beispiel zu bleiben... warum kein Herz? Liebt sie mich nicht mehr? Warum ist das so? Ah... ich hab da und da was dummers gemacht. Warum hab ich das gemacht? usw.... ich drifte also immer tiefer in das "Rabbithole" ab und je tiefer ich komme desto näher kommen irgendwelche Gefühle an die Oberfläche... (Trauer, Angst, Scham, Ärger etc.).

Ich habe gelernt anstelle des "Warum" ein "Was brauche ich um da jetzt rauszukommen?" zu setzen. Nun kommt aber das Problem bei der Sache und der Grund warum ich glaube das man auf die Ursachen schauen muss. Logische Antwort (für uns Overthinker in diesem Moment) auf die Frage ist "ich brauche jetzt das sie mir sagt das sie mich liebt". Das mag vom Gefühl her richtig sein aber es verschleiert die darunter liegende Emotion nur denn die Frage sollte doch eher sein "Warum bin ich gerade so verunsichert das sie mich liebt? Liegt das nicht viel eher bei mir selbst?"

Hier wird es etwas komplizierter und ich möchte dir absolut nicht zu nahe treten, daher erzähle ich dir wie es bei mir ist und du kannst schauen ob davon vielleicht irgendwas auch bei dir passen könnte.

Jeder von uns hat ein Schattenkind das negative Glaubenssätze aus Kindheitserlebnissen behalten hat und uns damit ab und an peinigt. Es gibt Menschen die haben ein "kleines" Schattenkind und kommen gut damit klar und dann gibt es Menschen die haben ein Schattenkind vom Typ "Schulhofpeiniger" und nicht genügen Resilienz um dem entgegen zu treten bzw. "gesund" damit umzugehen. Ich gehöre zu letzteren.

Mein Schattenkind sagt mir ständig das ich nicht genug sei, das ich falsch sei, das ich nur geliebt werde wenn ich Leistung zeige und all so ein Kram. All das hat dazu geführt das ich ein ängstlicher bindungstyp in Beziehungen wurde. Bloß den Partner nicht verärgern sonst werde ich verlassen und ich bin ja ohnehin nicht "liebenswert" etc.

Meine Ex war recht, nun, nennen wir es Dominant und das was heute als Gaslighting benannt wird "Das war nicht so, das denkst du nur, das hab ich nie gesagt" etc. war meine Realität. Wann immer das kam, habe ich mich selbst hinterfragt bis ich wieder zu dem Schluss gekommen bin das meine Gefühle falsch seien worauf hin ich dann große Scham empfunden habe. Das ganze ging bei mir soweit das ALLES in mir selbst hinterfragt habe. Meine Gefühle, meine Bedürfnisse und selbst meine Ideen. (Anmerkung: Im Beziehungskontext. Im Arbeitskontext klappte alles noch recht gut und obwohl ich da auch viel von mir hinterfragt habe, passierte das eher auf einer guten bzw. erfolgreichen Art).

Das alles sind Erkenntnisse der letzten Monate und manche davon tun immer noch verdammt weh. Außerdem bin ich nach wie vor damit beschäftigt daran zu arbeiten, also kann ich dir keine finale Lösung geben.

Was ich dir jedoch geben kann ist die Empfehlung zu schauen warum du die Bestätigung von außen brauchst. Du scheinst reflektiert zu sein und dein Leidensdruck ist da, sonst hättest du hier nicht geschrieben.

Nutze diese Energie um an die Wurzel zu gehen und die Herkunft der Herausforderungen anzupacken. Und wenn du Zuspruch brauchst... wir sind hier!

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