Zitat von nalea: Wenn du irgendwann zur Ruhe gekommen bist, guck dir dein Geben und an Beziehungen arbeiten müssen mal genauer an. Beides können Anzeichen dafür sein, dass du versuchst Beziehungen von innen heraus zu sehr zu steuern. Aber das sind Dinge für viel später.
Vielen Dank für euren ganzen support!
Tatsächlich glaube ich, dass dieser Prozess schon die ganze Zeit am Einsetzen ist. Ich denke schon die ganze Zeit darüber nach unweigerlich, ob ich will oder nicht. Ich glaube ich habe diese Beziehung definitiv zu viel gesteuert. Ich kann nicht sagen, ob das allgemein ein Thema meinerseits ist, oder ob es an dieser Beziehung lag. War meine erste richtige Beziehung. In der Einzelsitzung Therapie habe ich auch herausgearbeitet, dass ich die komplette Metaebene gesteuert habe, während er sich in die Hängematte gelegt hat und nicht an seinen Themen gearbeitet hat, was bitter nötig gewesen wäre. Ich glaube, er ließ mir gar keine andere Wahl, durch seine passive Art. Die letzten zwei Tage waren geprägt von einigen neutralen Phasen (viel abgelenkt durch Arbeit) und viel tiefen Phasen. Was mich rückblickend sehr ärgert: ich habe im letzten Gespräch ihm signalisiert, dass ich ihm alles verzeihe, ich für ihn da bin wenn etwas ist, ihn immer lieben werde und solche Sätze. Ich habe mich sehr klein gemacht. Wenn ich die ganze Situation aber betrachte: er hat keinen einzigen Fetzen für die Beziehung gearbeitet, mich monatelang hintergangen und stürzt sich sofort ins nächste Abenteuer, während ich an ihn geglaubt habe. Ich war wie eine Mutter für ihn, leider. Das ist absolut keine Basis für eine Partnerschaft. Er hat so viele Themen, die er nicht angeht (Sozialphobie, Depression, fehlende berufliche Perspektive, wohnt bei Mutti, unselbständig). Ich habe ihn versucht zu unterstützen, aber auch in Ruhe gelassen, wenn er an seinen Themen nicht arbeiten wollte.
Zitat von Astrofizz: Ich habe eher als ein „Kontaktverbot auf Zeit“ gesehen, wer weiss was nach dem Abstand und der Zeit irgendwann mal wieder möglich ist. Mit dem Gedanken diese Person „für immer und ewig“ ziehen zu lassen hatte und habe ich nachwievor Probleme. Meiner Meinung nach kann die „Hoffnung“ auch bei einem Trauerprozess hilfreich sein, was nicht bedeutet, dass man nicht an sich arbeiten und sich weiterentwickeln sollte.
Ich finde den Gedanken auch total schön. Leider habe ich die letzten Wochen immer wieder diese Hoffnung gehabt in den Kontaktfreien Phasen, eben auch, dass er irgendwann zurückkommt und erkennt, dass er ein Problem hat, daran arbeitet und den Wert unserer Beziehung erkennt. Mir fällt es total schwer, keinen Kontakt zu haben... Irgendwie erlischt diese Hoffnung nicht. Dennoch reflektiere ich gerade immer mehr... er wird nie an dieser Beziehung arbeiten und auch nicht an sich. Warum sollte er das machen, solange er ein Nest hat. Da besteht keine Notwendigkeit, an sich zu arbeiten. Meine Zuneigung treibt ihn nur weiter zur anderen Frau.
Das verletzt mich sehr. Dass er wahrscheinlich sofort zu ihr rennt. Der Gedanke ist schwer zu ertragen. Sie ist 11 Jahre jünger, alleinerziehend mit Kind. Eine komische Konstellation. Vielleicht schaffet er es ja so, erwachsen zu werden.
Und ich weiß, dass das alles nicht mein Thema ist. Ich muss mich um mich kümmern, weitergehen, heilen, meine Themen angehen. Fällt alles schwer.