Thegirlnextdoor
Gast
Zitat von NineNinchen:Ich versuche ihn zu verstehen .
Das ist zu 1000% verständlich - und es würde in dieser Situation ja jedem so gehen: jeder würde das zunächst erstmal verstehen wollen und versuchen, zu verstehen!
Aber es kommt der Punkt, ab dem Verstehen nicht (mehr) möglich ist.
Und auch keinen Sinn macht.
Selbst wenn du wüsstest, dass er sich jetzt exakt deswegen so verhält, weil sein Vater in seiner Kindheit so... und weil seine Mutter so...
Dann nützt dir das praktisch leider gar nichts, weil... es ist trotzdem jetzt so wie es ist.
Ich weiß aus eigener Erfahrung, dass hinter dem Wunsch zu verstehen eins steckt:
Der Wunsch, "den Feind zu kennen" (Also die Ursache des Problems) - um etwas dagegen tun zu können.
Du hoffst darauf, noch was ändern zu können, wenn du nur einen Ansatzpunkt findest.
Ich ticke da genau gleich.
Was habe ich bei meinem Mann analysiert und analysiert!
Immer in der Hoffnung wir finden heraus warum was wie ist... "damit man endlich was dagegen tun kann".
Und weißt du was? Wir haben sehr viel herausgefunden.
Effekt? - gleich Null.
Wir wissen jetzt wo manches herkommt. Ja, das ist schön.
Das ändert aber eben nichts daran, dass die Dinge jetzt sind wie sie sind.
Dazu braucht es nämlich erstmal die Bereitschaft beim Anderen, wirklich etwas ändern zu WOLLEN und auch zu KÖNNEN.
Und dein Mann will nicht!
(Meiner will auch diverses nicht - und das muss ich akzeptieren! Auch wenn es schwer fällt!)
Akzeptanz ist und bleibt das Zauberwort.
Du wirst hier mit allem Verständnis nichts verändern können.
Du kannst das Ruder hier nicht herumreißen und den Kurs, den dein Mann für sich gesetzt hat, verändern.
Leider betrifft dich das zwar mit, aber da wäre nun deine Aufgabe, DEINEN neuen Kurs zu finden.
Auch wenn es unfair scheint.
Wir können einen Anderen nicht ändern. Nur uns selbst.
Deswegen sollte man sich gut fragen, was einem genau das Verstehen und maximale Durchdringen der Situation wirklich bringt.