Zitat von NineNinchen: Er wollte sich etwas aufbauen, in etwas investieren
Aha, Prinzessin ist über sich selbst enttäuscht, weil er in seinem Alter schon viel weiter sein wollte und jetzt den Grund seines latenten Unzufriedenheitsgefühls gefunden hat:
DU warst ihm nicht genug Steigbügelhalter.
DU hast nicht alles, was Du hast und alles, was Du bist, für SEINEN Erfolg aufgegeben.
DU wirst jetzt weiterhin viel Energie für die Kinder brauchen.
Und wo bleibt da ER mit seinen Träumen?
Ein Haus ist etwas, von dem er profitiert - wenn Du es zu mindestens 60% bezahlst, er dann zwei handwerkliche Dinge darin selbst tut und dann behaupten kann, dass ER ja fast alles am Haus selbst gemacht, alles reingesteckt habe, es also erschaffen habe. Dass die Kinder dann auf einer Baustelle aufwachsen und die nächsten 10 Jahre nur zu Oma in Urlaub fahren, ficht ihn da nicht an. Denn er tut ja "alles für seine Familie", damit die Kinder später erben können, blabla.
Du erschaffst Leben, jetzt schon zum zweiten Mal. Das ist natürlich ganz was anderes. Denn da ist ja ER nicht der Held.
Du hast früher als er gearbeitet und dadurch mehr zum gemeinsamen Leben beigesteuert. Bist vernünftig.
Und er ist der kleine Junge, der mit seinem Dödel in der Hand dasteht und die Backen aufbläst. Alles Deine Schuld, dass er jetzt nichts kann und nicht hat.
Aus seiner Sicht wäre es Deine Aufgabe gewesen, ihn gut dastehen zu lassen.
Nicht etwas seine Aufgabe, Dich beim Erschaffen von etwas (z.B. den Kindern) zu unterstützen.
Emotional regulieren musstest Du ihn auch, aber Dich emotional stützen konnte er nicht?
Das ist Selbstbezogenheit in Reinkultur.
Und ja, das wird auch bei den Kindern so sein.
Mit denen macht er alles, was auf Selfies gut aussieht.
Aber sie trösten, wenn sie unter der Trennung leiden, das musst Du. Das hat mit ihm ja nichts zu tun und wird verdrängt.
Genauso wie er verdrängt, wo eigentlich sein Anteil am bislang nicht umgesetzten Traum Eigenheim ist.
Wer hat ihn denn gehindert, in den letzten 10 Jahren einen Neben- und Zweitjob anzunehmen, um das nötige Eigenkapital für ein Haus ranzuschaffen?
Als nächstes wird er sich eine Frau suchen, die ganz und gar von ihm abhängig ist, damit er der dann erzählen kann, dass sie ja nur deshalb ein Dach über dem Kopf und was zu Essen hat, weil ER heldenhaft 40 Stunden die Woche zur Arbeit geht.
Seine "Liebe" ist gestorben, weil Du ihm nicht geholfen hast, mit Minimalaufwand seinerseits und Maximalaufwand deinerseits wie ein Held dazustehen und etwas zu erschaffen.
Ich weiß, dass Du das jetzt noch nicht kannst. Aber freu Dich drauf: In einem dreiviertel Jahr lachen wir gemeinsam über seine Rationalisierungen.
Er ist ne ganz arme Wurst mit schrägen Begründungen, warum er sich wie der letzte A. verhalten "darf".
Nun war also die für ihn nicht 100% perfekte Wohnsituation der zwingende Grund, sich aus aller Verantwortung zu verabschieden.
Sei froh, dass es nicht Dein letzter Friseurbesuch war oder die von Dir falsch ausgesuchte Couch, die jetzt dafür herhalten müssen, dass er sich ein neues Leben aussuchen darf, weil ihm im alten nicht genug leistungslos zugeflogen ist.
Er verhält sich wie jemand, der schon eine neue Frau, bei der er mit wenig Aufwand Held sein kann, im Auge hat.
Bekommst Du es irgendwie hin, dass die Kindsübergabe in Deiner Abwesenheit stattfindet? Das hat mir damals wirklich geholfen, nicht jedes Mal wieder mit seinem Schwachsinn konfrontiert zu werden und davon runtergezogen zu werden.