Yoffi
Mitglied
- Beiträge:
- 2473
- Danke erhalten:
- 8763
- Mitglied seit:
Und auch du wärst schon viel weiter, wenn ihr jetzt nicht über Wochen diese unsägliche Situation des halb zusammen lebens gehabt hättet. Was hier immer wieder betont wurde. Du startest also gefühlsmäßig grade erst so richtig, er hatte aber bereits Monate sich innerlich zu lösen.
Und ich/wir haben wiederholt darauf hingewiesen, dass du dir ein Netz, welches unabhängig von ihm ist, aufbauen musst. Du kannst in deiner Betreuungszeit nicht erwarten, dass er dir den Rücken freihält. Das wird er nicht, weil er ein A.rsch ist, das muss er aber auch nicht, weil es genau deshalb Regelungen vom Jugendamt gibt. Und wenn das nicht ausreicht, du damit nicht zurecht kommst und es insgesamt zu viel ist, dann schalte das JA ein und fordere mehr Unterstützung und eine Familienhilfe.
Wieviele Abfuhren willst du dir noch abholen? Wie weh soll es noch tun?
Klare Regelungen bedeuten, dass die Verantwortlichkeiten geklärt sind und UNABHÄNGIG von den eigenen Befindlichkeiten werden. Ansonsten gibt es nur Stress. Und Stress tut weh und wirkt sich auch auf die Kinder auf.
Wäre es besser ihr könntet harmonisch als Eltern funktionieren? Ja natürlich. Tut ihr aber leider nicht. Deshalb ist es jetzt wichtig, für dich mit dem zu arbeiten, was ist.
Augenscheinlich hast du ihn seit dem Auszug mehrmals kontaktiert. Und nicht jedes Mal ging es um wichtige Dinge. Der Eindruck entsteht doch sehr, dass es bei dem Versuch immer wieder Kontakt herzustellen mehr um dich und den Kontakt, als um eure Kinder geht. Und wie ich schonmal schrieb, halte ich es für richtig (und das ist für mich ein gesunder Anteil) sich davon abzugrenzen. Bei mir kommt es schon so an, als würdest du ihm den Kontakt aufzwingen wollen. Ginge es inhaltlich wirklich ums Kind wäre es doch heutzutage das einfachste und normalste ihm nach einem verpassten Anruf ne kurze WhatsApp zu schreiben. Auf die er dann so antworten kann und darf, wie er selbst die Dringlichkeit bewertet. Wenn er deine Frage danach, welche Kleidung er nun von dir braucht, nicht als "es geht um die Kleine" einordnet, sondern als "jetzt versucht sie darüber sich mir aufzudrängen", dann ist klar, dass er keinen Bock hat zu reagieren. Weil er dich als übergriffig empfindet. Und dann Anrufe nur ein paar Tage später in die gleiche Schublade verpackt.
Man sagt nicht umsonst: jemand, der ständig Hilfe ruft, der wird nicht mehr wahrgenommen, wenn er wirklich mal ertrinkt.
Ich nehme dir nicht ab, dass es hier ums Kind geht. Weil du dafür noch viel zu viel an ihm hängst. Dich nach dem Kontakt sehnst. Nicht verstehst, dass er schon über euch hinweg sein könnte. Das ist der Innere Kind Anteil, der die Zusammenführung, Kontaktaufnahme, nur kurz die Stimme hören, um wieder atmen und leben zu können, im Blick hat. Und nicht das Wohlergehen der Kinder.
Inneres Kind heißt, dass Anteile von dir anspringen, die in dem Moment kindlich und existentiell gesteuert sind. Diese Anteile, die wir alle haben und ständig aktivieren, sind aber nicht fähig für ein Kind in dem Moment zu sorgen. Weil sie selbst kindlich sind.
Ich sage dir das nicht, um dich zu beschämen oder so. Im Gegenteil. Ich kenne das nur zu gut und wie gesagt, haben wir alle diese Mechanismen.
Es geht mir darum, klar zu machen, was passiert und was es braucht um in einen elterlichen Kontakt zu deinem EM eintreten zu können.
Auf kindliche Anteile wird in der Regel mit kindlichen Anteilen reagiert. Also auch seine Reaktion ist klassischerweise gesteuer von seinem Inneren Kind.
Um wieder auf die Erwachseneneben zu gelangen, muss man das verstehen (und mit Verlaub @thegirlnextdoor : um das zu beobachten, muss ich keine Mutter sein) und lernen, wie man wieder umswitcht. Etwas, was ich von ihm genauso erwarten würde, würde ich mit ihm schreiben. Nur dann kann Eltern-Ebene überhaupt erst starten und den Kinder zunutze kommen.