Zitat von carlos7: Interessanterweise stellen in Griechenland die Frauen 40% der Informatik-Masterabgänger und 60% der Physik-Masterabgänger.
Laut Eurostat (
https://ec.europa.eu/eurostat/databrows...le?lang=de ) waren es im Jahr 2022 307 weibliche Physik-Masterabsolventen auf 848 (gesamt) Physik-Masterabsolventen.
Ich will jetzt nicht ausschließen, dass die Zahlen sich 2023/24 umgekehrt haben (da die Gruppe doch sehr klein).
Zitat von carlos7: Das fettgedruckte ist ein Phänomen, das ich Deutschland sehr deutlich ausgeprägt ist.
In Deutschland sind es für 2022 62.440 Masterabsolventen in der Sparte Information- und Kommunikationstechnologien und 15.246 weiblichen Masterabsolventen (24,4%). In Griechenland sind es 5167 gesamt auf 1950 weiblich (37,7%). Der Unterschied ist da, jedoch ist auch hier wieder die Gruppe (in Griechenland) so klein, dass da schon kleine Faktoren, die nichts mit einer Benachteiligung von Frauen zu tun haben, das Ergebnis stark verändern.
In Norwegen (dem man keine Frauen-benachteiligenden Strukturen unterstellt) sind es 28,7% weibliche Absolventen (5313 gesamt, 1527 weiblich).
Für Frankreich (wesentlich größere Betrachtungsgruppe) sind es 4635 weibliche Absolventen auf 24.442 Gesamtabsolventen (19%).
Das Spiel können wir immer weiter spielen und ein Muster tut sich für mich nicht auf.
Zitat von carlos7: Und niemand kann mir erzählen, dass die griechischen Frauen so unterschiedlich genetisch gepolt sind als die deutschen.
Nein sind sie sicherlich nicht, aber es können Faktoren dort mit hinein spielen, die nichts mit einem frauenbenachteiligenden oder frauenfeindlichen Umfeld zu tun haben.
These: Griechenland hat in den letzten Jahren massiv in ihren Digitalsektor investiert. Gleichzeitig ist die ökonomische Situation dort wesentlich prekärer.
-> Frauen müssen mehr in digitalen Berufen arbeiten.
Zugegebenermaßen eine eher unwahrscheinliche These.
Ich halte die "Quotenmessung" für keinen guten Gradmesser für Benachteiligungen. Nach der gleichen Betrachtungsweise könnte man von einer Benachteiligung von Männern in Pflegeberufen ausgehen.
Was die formalen und fachlichen Zugangsvoraussetzungen im MINT Bereich angeht sind Frauen und Männer komplett gleichgestellt.