Ja, "gemein" ist halt auch immer Definitionssache, bzw. können Dinge gemein ankommen, die man gar nicht so meint.
Ich z.B. fand von meiner Ex gemein bei der Trennung zu sagen: "Du bist alles, was ich mir je gewünscht habe." Wo das mit Sicherheit gar nicht gemein gemeint war, aber es macht mich immernoch fertig.
Ich hab jetzt, bevor ich das hier schreibe mit Absicht nicht noch alles nachgelesen, um meinen neutralen Blickwinkel zu halten. An dieser Stelle möchte ich nämlich darauf aufmerksam machen, wie Dinge aussehen können, wenn man NICHT emotional involviert ist. Ich bin auch bei einem Gespräch zur Trennung an die Decke gegangen, hab das nem Kumpel erzählt und der sagte: "Wirklich? Das glaubst Du echt? Ich sehe das anders." Und er hatte recht, weil er eben nicht so involviert war.
Die SMSen von heut Nacht lesen sich für mich so:
Du: "Ich komm nicht mehr vorbei, leb wohl."
Er: "Schade, ich hatte gehofft, wir können anders miteinander umgehen."
Du: "Wie denn?"
Er: "Ich weiß auch nicht. Aber ich habe das Gefühl, Du gibst mir an allem die Schuld. Mir gefällt die Trennung auch nicht."
Du: ... Stille
Er, 1 Stunde später: "Schade, ich dachte, wir können einen Schritt aufeinander zu gehen. Ich hasse die Trennung, aber ich wusste mir nicht anders zu helfen."
Du: ... Stille
Wie gesagt, für mich, als Neutrum hier, liest sich das nach rantasten. Und bei entsprechender Reaktion, hätte da evtl. noch mehr kommen können. Aber so wie Du ihn abgeblockt hast, verstehe ich absolut, wenn er den *beep* einzieht. Für mich liest er sich sehr hilflos. Er hat keinen blassen Schimmer, was Du grad von ihm willst oder erwartest. Er hat keine Ahnung, wie er auf Dich zugehen soll. Er hat Schiss.
Ich finde, wenn Du wert auf ein offenes Gespräch legst und Dich durch seine SMSen unter Druck gesetzt und provoziert fühlst, wäre eine eine angemessene Reaktion jetzt:
"Ich muss Dir ehrlich sagen, dass mich ärgert, was Du schreibst. Wenn Du was klären möchtest, dann sag es und wir reden."
Die ganze Schreiberei macht immer sooooo viel kaputt. Weil man eben nur die Hälfte dessen ausdrücken kann, was man meint. Und der Gegenüber versteht davon dann nur die Hälfte, so wie man es meint. Und schon versteht sich keiner mehr. Da werden Annahmen getroffen und Fakten geschaffen, weil ein Text einfach so dasteht und weder relativiert noch erklärt werden kann. Wenn er falsch ankommt ist es passiert. Dann macht der Gegenüber dicht. Man bekommt ja nicht mit, wie der Andere es auffasst. Ist Dir noch nie passiert, dass Du dachtest: "Oh, jetzt hab ich mich aber blöde ausgedrückt?"
Heut Abend les ich mir dann hier mal alles durch. Jetzt bin ich neugierig.
Vllt. schüttel ich ja dann selbst den Kopf über mein Geschreibsel, aber ich persönlich finde neutrale Ansichten immer sehr interessant, weil sie mir häufig aufzeigen, wie meine eigene Wahrnehmung die Tatsachen beeinflusst.