Zitat von Catwoman2017:Liebst Du Dich denn selbst?
Zu meinem Fett markierten: Das soll Dir nochmal verdeutlichen, wie Du Dich selbst wieder schön in die bequeme Opferrolle reindrängst. Sie ist die Böse, Du kannst nichts dafür....
Denk mal drüber nach. Es gibt auch einfach Menschen, die "gern" leiden und eine gewisse Art von Drama in ihrem Leben brauchen.
Du hast ja immer eine Wahl. Und bei jedem ist die eigene Schmerzgrenze eine andere.
Vielen Dank erst mal für deine Worte. Im Allgemeinen ein Dank an alle die ihre Meinung äußern - ich habe jeden Beitrag gelesen.
Ich möchte diesen Thread als eine Art Tagebuch führen. Seit Monaten bin ich am grübeln und fühle mich unwohl und möchte mehr und mehr Courage aufbauen um mich zu stärken. Entweder um einfach für mich selbst mehr Unabhängigkeit zu erringen und mich somit abzuhärten oder um schlichtweg einen Schlussstrich zu ziehen und gestärkt auszusteigen.
Betreffend Zitat: natürlich liebe ich mich selbst. Würde ich denn überhaupt eine Trennung in Erwägung ziehen, wenn ich nicht auf mich selbst schauen würde?
Das Wort Opferrolle finde ich etwas harsch. Klar, ich gebe zu dass ich mich etwas ausführlich mit Persönlichkeitsstörungen auseinandersetze und versuche, gewisse Muster zu "entschlüsseln" aber letztlich mache ich das wohl oder übel aus Selbstschutz. Es schadet nie, zu wissen womit man zu tun hat. Oder womit man nicht zu tun hat - man kann es drehen und wenden wie man will.
Ich betrachte mich nicht als "arm" oder sonst etwas, und mir ist vollends bewusst dass ich ein eigenständiger Mensch bin der rational gesehen keine Abhängigkeit von dieser Frau hat. Materiell zumindest, das Emotionale ist ein Thema für sich wie wir wissen.
Noch dazu denke ich nicht, dass ich es "verdiene" so behandelt zu werden oder Ähnliches - ganz im Gegenteil!
Ich bin stinkwütend auf diese Frau und fühle mich vor den Kopf gestoßen.
Auf einer rationalen Pro und Kontra Liste kann ich ganz klar ablesen, wie ich über sie zu denken habe.
Was biete ich ihr? Was bietet sie mir?
Sicherheit?
Geborgenheit?
Zugehörigkeitsgefühl?
Trost?
Stärkt sie mich?
Fühle ich mich geliebt, akzeptiert so wie ich bin?
Fühle ich mich mit ihr an meiner Seite stärker?
Fordert sie mich positiv heraus?
Gibt sie mir das Gefühl, Teil von ihrem Leben zu sein?
Oder schließt sie mich beinahe mutwillig aus, um mir ein Gefühl der Unzulänglichkeit zu vermitteln?
Manch einer schüttelt bestimmt den Kopf und fragt sich, wieso ich gerade solche Punkte erwähne. Vonwegen "das musst du in Dir selbst finden" oder etwas Dergleichen.
Bis zu einem gewissen Punkt stimme ich zu, aber eben nur bis zu diesem Punkt. Wer ehrlich mit sich selbst ist wünscht sich nun mal genau diese Dinge von einem Partner - oder zumindest soll es möglich sein sich so zu fühlen, nicht zwingend zu 100% vom Partner ausgehend. Ergibt das Sinn?
An all diejenigen die meinen, ich würde das Ganze zerdenken und um den heißen Brei reden: ja, da mag etwas Wahres dran sein.
Was ich mir aber eingestehen muss ist die Tatsache, dass ich womöglich selbst einiges zu dieser Dynamik beisteuere. Versteht mich nicht falsch, ich schränke meine Freundin in keinster Weise ein, verbiete ihr nichts oder ähnliches, aber man könnte schon sagen dass ich emotional sehr "bedürftig" bin.
Meine Laune ist viel zu stark von der Art abhängig wie sie mich behandelt (was alarmierend ist) und ich glaube, dass das auch Druck auf ihren Schultern ist und eventuell zu abweisendem Verhalten führt.
Vermutlich war jeder schon mal in dieser Position, wo er/sie eingesehen hat dass der Andere schlichtweg mehr liebt aber man kann es nicht auf dieselbe Art erwidern. Man weiß, dass diese Person objektiv betrachtet total gutmütig und liebenswert ist, aber je mehr Mühe sich dieser Mensch gibt, desto mehr kämpft man selbst dagegen an und verschließt sich.
So traurig es klingen mag, aber auch ich war mal in dieser Abweisenden Position und verstehe es deshalb. Auch sehe ich meine Freundin gerade in dieser Position und denke mir, dass ich mit Unahängigkeit und einem gewissen Maß an Selbstwertgefühl dieses Ungleichgewicht etwas ausbalancieren könnte.
Im offiziellen Sinne klammere ich nicht, enge sie nicht ein, rufe nicht 100.000 Mal an, schreibe ihr keine 100 Nachrichten, tauche nicht unangekündigt bei ihr auf oder sonstiges. Auch stelle ich mich nicht quer wenn sie mit Freundinnen und Kollegen alleine Urlaub macht, wir sehen uns auch hie und da mal ne Woche nicht, obwohl wir in der selben Stadt wohnen.
Unabhängigkeit sollte doch genug da sein, oder? Vertrauen auch.
Insofern macht es mich manchmal etwas "wütend" wenn sie mich als klammernd betrachtet, aber ich glaube es ist weniger das was ich Sage oder mache sondern das Gefühl, das ich ihr vermittle. Sie spürt wohl, dass ich nicht mit allem einverstanden bin - und das löst in ihr meines Erachtens eine Art Trotz aus.
Somit diese brennende Frage: liegt es nicht auch zum Teil an mir, weil ich ihr diese Sicherheit nicht geben kann? Weil sie eventuell denkt, dass ich sie für mein Glück verantwortliche mache? Weil sie denkt, ich vertraue ihr eventuell nicht?
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Lest euch das obere mal durch und dann stellt euch die Frage, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Ich wechsle zwischen "ich liebe sie und möchte sie verstehen" und "ich verteufle ihre abweisende Art" hin- und her wie ein Pendulum.
Wahrscheinlich bin ich der Borderline-Kandidat.