Zitat von bella swan:Nur verstehe ich nicht warum man, obwohl die Ehe ja total eintönig sein soll, er ab und zu Gedanken eines auszuges gehabt hat und seine Frau nie eine Freundin für ihn war und er mit ihr nie über alles reden konnte aber mit mir schon, auf einmal sich ein gemeinsamen Haus in Köln kauft !;)
Die Antwort ist letztlich simpel: Weil ihm das Hemd näher ist als die Hose. Ansonsten hätte er ja auch keine Frau geheiratet, mit der er (angeblich)
nie die Dinge tun konnte, die man eigentlich unter Eheleuten so tut.
Für Deine Ex-Affaire haben materielle Versorgung, Statussymbole - wie eben ein Haus (je nach Größenordnung) und gesellschaftliche Konventionen (wie eben eine Frau zu "haben") - schlicht höhere Priorität als wahre Liebe oder auch persönliche Freiheit und Selbstverwirklichung. Es gibt sehr viele Menschen, die so opportunistisch ticken.
Eine frühere Freundin von mir war mal in einer ähnlich gelagerten Situation, hat sich dann aber auch von ihrem Geliebten getrennt, als er ihr von seinen Hauskaufplänen berichtete. Sie waren die Spitze eines Eisbergs - zuvor waren noch andere Klöpse passiert, aber das führt jetzt zu weit. Angesichts der daraus resultierenden finanziellen Bindung bedeutet so ein Hauskauf im Grunde nichts anders als eine erneute Heirat der anderen Frau. Ihrer Affaire gab das damals den Rest.
Ich kann gut nachvollziehen, daß auch für Dich damit etwas zusammengebrochen ist: Nämlich die Vorstellung, man sei die, die er in Wahrheit liebt, auch wenn er aus Gründen der Loyalität weiterhin bei der Familie bleiben "müsse". Immerhin belegt so ein Hauskauf klipp und klar, daß solche Männer im Grunde nichts als schäbige Spießer sind, denen es letztlich nur um Mammon, Konvention und Bequemlichkeit geht. Einmal zuende gedacht, nimmt ihnen das jede Attraktivität.
Immerhin hat dieser Mann Dir nie was von Trennung, Scheidung oder gar einer gemeinsamen Zukunft vorgeflunkert. Du wußtest also, daß Du Dich auf eine
Affaire einläßt, bist alt genug, deren Regeln zu kennen. So wie Du die de facto-Konstellation beschreibst, war es definitiv eine. Hilfs- und Gesprächsbereitschaft ändern daran herzlich wenig - zumal sie beidseitig vorhanden war. Wo steht geschrieben, daß Affairen dies nicht sein dürfen?
Die Alarmglocke hätte allerdings schrillen müssen, als er anfing, so negativ über seine Frau zu reden. Denn das war ein klarer Loyalitätsbruch und wenn sowas künftig nochmal vorkommt, so stell Dir bitte
sofort vor, daß jemand, der
das tut, ganz sicher
keine Hemmungen hat, woanders über
Dich ebenso schlecht zu reden. Zumal Deine Affaire dazu eigentlich keinen Anlaß hatte, denn Du wärst sicher auch ohne dieses Gelaber bei ihm geblieben, oder?
Was Deine Verarbeitung der Affaire betrifft, so halte ich es für ein wenig probates Mittel, sie mit einem oberflächlichen S..kontakt "bestrafen" zu wollen, von dem sie nicht mal etwas weiß und der sie vermutlich auch null interessiert, nachdem Ihr jetzt eh auseinander seid. Du mußt vielmehr damit rechnen, daß Deine Ex-Affaire längst dabei ist, sich ein neues Pferdchen zu suchen, mit dem es ein wenig "Spaß" neben und "Abwechslung" von seiner angeblich so öden Ehe haben kann. Die Masche wird dieselbe sein und bleiben, da es reichlich Frauen gibt, die es romantisch finden, sich in unerreichbare Männer zu verlieben und heimlich nach ihnen zu verzehren.
Wenn die neue Liaison Deine Bedürfnisse stillt und Dir emotional nichts weiter ausmacht, so ist das natürlich Deine Sache. In Sachen Affairenverarbeitung kann ich Dir aber nur dringend anraten, gründlich in Dich zu gehen und Dir bewußt zu machen, was Dich in diese nun beendete Geschichte überhaupt reingebracht hat. Irgendetwas muß dieser Mann ja in Dir getriggert haben, das Dich glatt hat übersehen lassen, wo Du Dich da hinmanövrierst. Dem solltest Du nachgehen - mit oder ohne was nebenher laufen zu haben - damit Du Dich selbst erkennst und für künftige Kontakte oder Beziehungen klare Ansprüche und Ziele formulieren kannst.
Nicht, daß die sich immer erfüllen werden, aber zielführender ist so eine Herangehensweise allemal. Das ist im Privatleben nicht anders als im beruflichen auch...