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Rache!? Hat schon mal jemand mit der Ehefrau geredet?

Gästin12

Ich werde den Gedanken an Rache nicht los! Was mich erschreckt, zutiefst. So was hatte ich noch nie. Und ich frage mich, ob ich mich danach nicht noch schlechter fühlen würde. Aber wenn man nach zwei Jahren Hinhalten und Vertrösten und ich brauch mehr Zeit die Affäre beendet und einem dann gesagt wird, dass man nie geliebt wurde, sondern es einfach nur ein ich mag dich war und natürlich der S.! Dass da nichts mehr ist, war mir schon in den letzten Wochen klar, es ging nur noch um S.. Deswegen habe ich es auch beendet. Er hat mich seine Gleichgültigkeit in der letzten Zeit immer deutlicher spüren lassen, darüber bin ich depressiv geworden. Deshalb der Schlussstrich. Aber kann man denn nicht in Frieden auseinander gehen. Muss denn am Ende alles in den Dreck gezogen werden? Ich habe eine unfassbare Wut entwickelt und würde sooo gerne mit der Ehefrau reden, will, dass er Verantwortung übernehmen muss! Die weiß zwar wage etwas (sie hat ihm wegen umgehender Gerüchte die Pistole auf die Brust gesetzt, er hat das zugegeben, dass er mit einer Kollegin intensiv zusammengearbeitet hat), aber nicht in Ansätzen das Ausmaß. Und vor allem nicht, dass er die Affäre weiterführen wollte. Sie wird wohl der Annahme sein, dass alles schon längst vorbei ist.
Ich hab hier viel gelesen, auch von Männern, die es nicht schaffen, ihre Familie zu verlassen. Die hin- und hergerissen sind zwischen der Liebe zu der Affäre und zu der Familie. All das kann ich gut verstehen. Und hab natürlich trotzdem gehofft, dass es bei mir anders sein wird. Ja, alles schon da gewesen. Selbst schuld. Aber muss es denn so ein Abgang sein? Es ist nicht in Ordnung, dass er mich zwei Jahre lang ausnutzt und dann einfach so zum Alltag zurückkehrt und einen auf glückliche Familie macht, während ich kaum noch Kraft habe, morgens aufzustehen. Und ich weiß, dass es stimmt, dass er mich nicht geliebt hat, das ist jetzt nicht nur, weil er verletzt ist, weil ich die Affäre beendet habe. Zwei Jahre! Wenn man mit jemandem was anfängt und merkt dann, dass es doch keine Liebe ist, beendet man es doch, oder? Wie kann man den anderen so quälen, immer wieder Hoffnungen machen, ihn vertrösten? Und hinterher: Ich hab dich nie geliebt, hab es nur nicht gerafft. - Und nun? Keine Konsequenzen? Sich bei der Ehefrau ins warme Bett legen. Der Gedanke, dass er einfach so davonkommt, macht mich verrückt!
Geht es einem nach so einem Gespräch mit der Ehefrau besser? Oder fühlt man sich noch schuldiger, denn sie selbst kann ja gar nichts dafür. Der Witz ist, dass die Frau seit 2 Jahren massiv um die Ehe kämpft, alles Mögliche erträgt, ihn unterstützt, wo sie kann. Und dass er sie trotzdem weiter betrogen hat und das auch noch immer tun würde. Und ich Idiot dachte, er lässt nicht von mir, weil er mich liebt.
Würde mich über Erfahrungen und Meinungen freuen. Spart euch Verurteilungen, ich weiß selbst, dass sowohl Affäre als auch Rachegedanken nicht von menschlicher Größe sprechen.

22.09.2015 06:23 • #1


Pharaonin


Hallo, liebe Gästin!

Ich verstehe dich sehr gut... vor mittlerweile vielen Jahren war ich in einer ähnlichen Situation.
Er hat es von heute auf morgen beendet und war zurück im warmen Nest, während ich am Tiefpunkt meines Lebens angelangt war und morgens nur noch heulend aus dem Bett gekrochen kam...
Ich fühlte mich vom Leben verar*, und von ihm erst recht, und sogar von seiner Frau... und ich wollte nichts sehnlicher, als dieser verdammten, verlogenen Scheinharmonie auf der anderen Seite eines auswischen!

Und deswegen habe ich seiner Frau einen Brief geschrieben mit allen Details und noch mehr...

Tja, ich kann dir nur eines sagen - vielleicht habe ich es in diesem Moment als Ventil gebraucht, aber genutzt hat es (mir) in keinster Weise!
Mir ging's dadurch nicht besser (ganz im Gegenteil) und die andere Seite wird es mit 99,9%iger Sicherheit schaffen, auch bei den schlimmsten Racheaktionen zusammenzuhalten - nicht zwangsläufig, weil sie sich ach so sehr lieben, sondern weil es Familie ist, weil es ihr Leben ist und weil solche Ehen ganz offensichtlich tatsächlich für bis dass der Tod euch scheidet gemacht sind - egal wie widrig die Umstände.
Also im Grunde ist Rache etwas sinnloses und energieraubendes.

Wie gesagt, ich verstehe den Wunsch, aber empfehlen würde ich's dir nicht, weil es dich aus deinem Schlechtfühlen NICHT rausholt! Das wäre ein Trugschluss!
Ganz im Gegenteil, du benutzt es für den Moment als Ventil und wenn du es dann gemacht hast, kann das Loch noch größer sein als vorher, weil es für DEIN Leben ja im Grunde nichts ändert.
Er ist immer noch nicht da, sondern bei seiner Frau und du wirst mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht mal mitbekommen, was die Racheaktion drüben auslöst...

22.09.2015 07:06 • #2



Rache!? Hat schon mal jemand mit der Ehefrau geredet?

x 3


Gästin12


Liebe Pharaonin,

ich danke dir für deine Antwort. Du hast recht damit, dass es wahrscheinlich keine Konsequenzen haben wird, aber ich finde es so bodenlos von ihm, dass er seiner Frau das Nötigste gesteht und trotzdem die Affäre weiterführen würde. Sie hat wohl zu ihm gesagt, wenn ihr Ruf dadurch nicht zu sehr beschädigt wird, bleibt sie bei ihm. Dabei weiß sogar die Familie Bescheid. Er aber sitzt auf seinem hohen Ross und meint, von denen würde es keiner wagen, sich mit ihm anzulegen. Er ist sich seiner Sache dermaßen sicher, das ist unglaublich. Ich gebe zu, dass ich auch vor seiner Reaktion Angst habe. Ich denke, ihm wäre kein Mittel zu schade. Er hat mir mal gesagt, dass er etwas Unverzeihliches getan hätte, so schlimm, dass nicht mal ich ihm das verzeihen könnte. Und er ist bekannt dafür, dass er über Leichen geht.

Darf ich dich fragen, wie du es geschafft hast, darüber hinwegzukommen? Ich hab jeden Halt verloren und weiß mir einfach nicht zu helfen. So viele Fragen, keine einzige Antwort. Er sagt nun, es war ein Dummer-Jungen-Streich. 2 Jahre! Und kommt einfach so davon!

22.09.2015 07:56 • #3


Bonifazius


Zitat:
aber ich finde es so bodenlos von ihm, dass er seiner Frau das Nötigste gesteht und trotzdem die Affäre weiterführen würde.

Und du denkst, dass die Frau dir mehr glauben wird?
Die Ergebnisse liest man hier jeden Tag.
Sie sind verletzt, leiden und schimpfen und jede kämpft um diesen Einen, der so ein schlechter Mensch ist!
Und du bist im Endeffekt nur der Feind, der den Mann wegnehmen wollte.
Außerdem handelst du ähnlich, erzählst von seinen negativen Seiten und Verletzungen und trotzdem kommst nicht los.

22.09.2015 08:12 • x 1 #4


Gästin12


Es stimmt, dass ich nicht loskomme. Hass bindet eben auch. Deshalb der Rachegedanke.
Ihn als Menschen will ich nicht mehr, deshalb hab ich es ja auch beendet. Im Prinzip bin ich auf der Suche nach Gerechtigkeit und nach meiner Würde, ja, die ich dadurch auch nicht finden werde. Das ist mir schon klar.
Die Ehefrau wird mir glauben, ich hätte ja auch Beweise. Und dass die Familie Bescheid weiß, würde sie sicher ins Wanken bringen.
Nein, ich bin nicht besser als alle anderen Betrüger hier. Hab ich auch nicht behauptet. Ich hab mich verliebt, die Initiative ging von ihm aus, er war extrem unglücklich in seiner Ehe, von daher dachte ich damals, dass es für ihn kein großer Schritt wäre, sie dann auch zu beenden. Und dann kam vertrösten, hinhalten usw. Ich hab ihm damals sogar gesagt: Deine Frau tut dir nicht absichtlich so weh, du musst mit ihr reden. Das hat er getan, sie hat sich um 180 Grad gedreht und die Trennung ist ihm immer schwerer gefallen. Hätte er das mit mir dann beendet, hätte ich das akzeptieren können. Es hängt halt auch viel dran, so ein ganzes Leben aufzugeben. Natürlich hätte es trotzdem weh getan. Aber wenn man irgendwann als Dummer-Jungen-Streich bezeichnet wird und er die Affäre trotzdem weiterführen will - sorry, das ist einfach zu viel. Ich will hier nicht gelobt werden für meine Rachegelüste, ich will einfach nur wissen, ob Rache Befriedigung und Erleichterung bringt.

22.09.2015 08:34 • #5


Blanca

Blanca


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Zitat von Gästin12:
Ich werde den Gedanken an Rache nicht los! Was mich erschreckt, zutiefst. So was hatte ich noch nie.

Kein Wunder, vermutlich warst Du ja auch noch nie in so einer Situation.

Zitat:
Und ich frage mich, ob ich mich danach nicht noch schlechter fühlen würde.

Dann denk das Szenario doch einfach mal zuende. Was könnte passieren?

1. Die Ehefrau freut sich, daß ihr endlich Belege vorliegen, mit denen sie ihren Mann konfrontieren
und die Scheidung einreichen kann. Denn eine Ahnung hatte sie schon länger. Dankbarkeit würde
ich an Deiner Stelle dennoch nicht erwarten. Du wirst aller Voraussicht auch für sie lediglich der
Mohr sein, der seine Pflicht getan hat und nun wieder gehen darf.

Würde Dich das befriedigen?

2. Gleiche Reaktion, doch statt Scheidung läßt die Ehefrau sich trotz Beweisen wieder einlullen und
hakt die Sache ab, zumal Eure Affaire ja mittlerweile tatsächlich beendet ist. Hinfort wird sie ihm
gegenüber - vielleicht, kommt auf die Konstellation drauf an - mehr Druck ausüben können und tut
das auch.

Würde Dich das befriedigen?

3. Die Ehefrau hört genau solange zu bzw. liest die ihr von Dir zugespielte Information genau bis zu
der Stelle, wo es um seine Untreue geht. Dann legt sie den Hörer auf / löscht die elektronische bzw.
schreddert das Papier, auf dem die Nachricht steht. Als nächstes wirst Du geblockt und für den
Fall eines Weitermachtens droht Anzeige wegen Stalking.

Was sich innerhalb der Ehe tut, bekommst Du nicht mit. Evt. knallt es und die Sache hat Folgen,
evt. behält sie das alles für sich und spielt die Nichtsahnende, um ihre Familie zu erhalten. Nicht
aus Liebe, sondern weil der Mann kräftig zahlt. (Derlei bürgerliche Prost. ist immer noch weit
verbreitet, glaub's mir.)

Würde Dich das befriedigen?

4. Gleiches Szenario wie 3. aber die Ehefrau geht selbst längst fremd und gähnt nur nochmal tief
durch, bevor sie Dich bzw. Deine Info gelangweilt abwürgt.

Würde dich das befriedigen?

5. Die Ehefrau wird stinksauer und fängt an, Dich als *beep* zu beschimpfen. Dann konfrontiert sie
ihren Mann, doch er tischt ihr eine Lügengeschichte auf, von wegen Du seist psychisch krank und
daß Du ihn schon seit Monaten stalkst und nicht kapieren willst, daß er nichts von Dir will. Da seine
Frau ihn nun unter Druck setzt, eine Anzeige zu erstatten - was er natürlich nicht will, dann flöge ja
alles auf - verspricht er ihr, die Sache selbst in die Hand zu nehmen. Als nächstes stehen Schläger-
typen vor Deiner Tür und machen Dir unmißverständlich klar, daß Du jetzt besser Abstand suchst,
ansonsten werde die Sache einen Ausgang für Dich nehmen, der wenig Theatralik, dafür aber umso
mehr Verletzungen in sich birgt, als Du eh schon hast.

Es geht hier um seine Existenz - wenn Menschen sich so in die Ecke gedrängt sehen, werden sie zu
vielem bereit, was sie normalerweise nicht tun. Vergiß das nie!

Würde Dich das befriedigen?

6. Gleiches Szenario wie 5. aber statt der Schlägertypen fängt er Dich ab und übernimmt die Drohung
bzw. die Schläge selbst. Wann und wo er zuschlagen wird, wirst Du nie wissen und Personenschutz
gibt es in solchen Fällen nicht, da die Polente dafür kein Personal hat.

Würde Dich das befriedigen?

Zitat:
Aber wenn man nach zwei Jahren Hinhalten und Vertrösten und ich brauch mehr Zeit die Affäre beendet und einem dann gesagt wird, dass man nie geliebt wurde, sondern es einfach nur ein ich mag dich war und natürlich der S.!

Also erstens hast Du doch von vornherein gewußt, worauf Du Dich einläßt. Eine Affaire ist nun mal keine verbindliche Liebesbeziehung. Hättest Du letztere gewollt, warum hast Du dann nicht darauf bestanden, daß er sich erst mal trennt, bevor Du Dich ihm hingibst? Wenn es ihm nur um Sächs ging, hätte ihn das schon damals abgeschreckt von Dir.

Zweitens hast Du gewußt, daß Dein Affairenmann seine Frau belügt und betrügt - sonst hätte es Dich ja nicht gegeben. Entweder ist jemand ehrlich, oder eben nicht. Dieser Typ war es offensichtlich nicht und insofern ist es witzlos, sich nun zwei Jahre später eben darüber zu beklagen - es hätte Dir nämlich schon angesichts der Konstellation klar sein müssen, die er Dir (und seiner Frau) allen Ernstes zugemutet hat. Die war doch offenkundig ein Schlag ins Gesicht von Euch beiden.

Drittens kann es tatsächlich sein, daß er Verliebtheit mit Liebe verwechselt hat. Sowas kommt auch in Beziehungen vor, die nicht als Affaire geführt werden. Der chemische Teil hält naturgemäß nur ein paar Monate an und dann wird der rosa eingetrübte Blick auf den anderen allmählich wieder klarer. Man hat sich inzwischen kennengelernt und viele neue Seiten aneinander entdeckt, die man mag - oder eben nicht. Und plötzlich stellt man fest, daß der andere doch nicht so toll ist, wie man anfangs (echt) dachte, noch dazu mit all den Schmetterlingen im Bauch. Ob es Deinem Affairenmann auch so ging, kann natürlich nur er wissen. Gesagt hat er es und wenn Du ihm das Gegenteil nicht beweisen kannst, würde ich es jetzt einfach mal so hinnehmen.

Fazit:

A)

Nein, ich denke nicht, daß die Racheaktion Dir sonderlich viel Befriedigung verschaffen wird.

B)

Auch aus miesen Erfahrungen kann man lernen. Insofern ist auch diese Affaire für etwas gut gewesen. Beim nächsten Mann übernimmst Du bitte mehr Verantwortung für Dich selbst und stehst für Deine Bedürfnisse deutlich ein.

Du hast jetzt die Erfahrung gemacht, daß man besser prüft, bevor man sich bindet. Also wirst Du Dich künftig nicht mehr auf Typen einlassen, die noch mit einer anderen Frau zusammen wohnen (ob mit oder ohne Trauschein ist unerheblich) und Du wirst auf einer angemessenen Kennenlernphase bestehen, in der es noch keinen Sächs gibt (es sei denn, auch Du willst den in jedem Fall mitnehmen und genießen, dann solltest Du aber nicht darüber jammern, wenn es dabei bleibt) und in der gemeinsame Unternehmungen und intensive Gespräche an erster Stelle stehen, um mal eine Idee zu bekommen, mit wem man es eigentlich zu tun hat.

Ich wünsche Dir, daß Dir das gelingt, daß Du jetzt erst mal zu Dir selbst zurückfindest und in ein paar Monaten oder Jahren einen anderen Mann kennenlernst, der sich wie Du eine richtige Beziehung wünscht und auch nichts anderes mit Dir anstrebt. Und daß Du irgendwann auf diese Affaire als eine Episode zurückblicken kannst, auf die Du zwar nicht sonderlich stolz sein mußt, die aber immerhin als Initialzündung dafür diente, Deine persönlichen Grenzen und Bedürfnisse zu erkennen und in Deinem Leben künftig besser durchzusetzen.

Das dürfte doch wohl die befriedigendste Lösung sein, meinst Du nicht?

Bitte: Verschwende nicht soviel Gedanken an diesen Typen und seine Ehe. Beides ist es nicht wert (er hat sie ja selbst zwei Jahre lang mit Füßen getreten.)

Mach Dir klar, daß Du nicht diesen Mann geliebt hast, wie er wirklich ist, sondern das Bild, das Du Dir von ihm gemacht hast. Mach Dir klar, daß es diesen Mann in Wirklichkeit nie gab, nicht gibt und - in dieser Person jedenfalls - auch nicht geben wird. Mach Dir klar, daß es Zeit- und Energieverschwenung wäre, sich jetzt noch länger mit ihm und seiner Ehe zu befassen, aber auch, daß Du selbst es Dir wert sein solltest, dies mit Dir und Deinen Bedürfnissen zu tun.

Kümmere Dich jetzt um Dich, erkenne Deinen eigenen Anteil an der Geschichte und bearbeite den. Und bau Dir ein eigenes Leben auf, so wirst Du auch wieder attraktiv für gescheitere Männer als diesen verheirateten Hansel, der bestenfalls nicht weiß, was er will und Dich schlimmstenfalls von vorn bis hinten belogen hat, weil er anders keine Frau zu umwerben weiß (watt'n Armutszeugnis... für ihn, nicht für Dich).

Ich denke, daß das in seiner Konstruktivität auf Dauer befriedigender für Dich ist als eine destruktive Rachenummer.

22.09.2015 08:35 • x 6 #6


Yosie

Yosie


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Zitat von Gästin12:

....Er aber sitzt auf seinem hohen Ross und meint, von denen würde es keiner wagen, sich mit ihm anzulegen. Er ist sich seiner Sache dermaßen sicher, das ist unglaublich. Ich gebe zu, dass ich auch vor seiner Reaktion Angst habe. Ich denke, ihm wäre kein Mittel zu schade. Er hat mir mal gesagt, dass er etwas Unverzeihliches getan hätte, so schlimm, dass nicht mal ich ihm das verzeihen könnte. Und er ist bekannt dafür, dass er über Leichen geht.

.....


Was für ein sympathischer Mann!
Trink einen (oder zwei) Sekt drauf, dass du ihn los bist!
Und verschwende -schenk!- ihm bloß keine Energie mehr , auch nicht für Hass! Einfach als Griff ins Klo abhaken!

22.09.2015 08:42 • #7


Bonifazius


Besser als Blanca könnte ich die Möglichkeiten nicht auflisten!
So ist es!
Zitat:
Im Prinzip bin ich auf der Suche nach Gerechtigkeit und nach meiner Würde, ja, die ich dadurch auch nicht finden werde.

Du bestätigst doch selbst, dass du das alles nicht finden wirst.
Also geht es hier nur um die Rache.
Gerechtigkeit ist in solchen Beziehungen kaum möglich!
Denn es wird meist die Person ausgesucht, die am wenigsten was kann.
Was würdest du sagen, wenn die Ehefrau dasselbe macht? Auch sie könnte nach Gerechtigkeit und Würde suchen.
Deinen Nachbarn oder dem Arbeitgeber erzählt, dass du eine Familie zerstören willst?
Einfach, weil ihr Herz nach Gerechtigkeit sehnt.
Komm einfach zur Ruhe, lege das alles ad actum.
Als eine Lebenserfahrung kann das Ganze dich viel weiter bringen.

22.09.2015 08:47 • #8


Blanca

Blanca


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Zitat von Bonifazius:
Was würdest du sagen, wenn die Ehefrau dasselbe macht? Auch sie könnte nach Gerechtigkeit und Würde suchen.

Stimmt, das hatte ich in meiner Auflistung übersehen - also daß die Ehefrau nicht nur sauer werden, sondern auch gezielt zuschlagen könnte. Auch sie ist ja womöglich nicht frei von Rachegefühlen.

Deinem Beitrag kann ich darüber hinaus nur beipflichten.

22.09.2015 08:55 • x 1 #9


Gästin12


@Blanca @Bonifazius

Blanca, ich danke dir von Herzem für die überaus plastische Darstellung der Möglichkeiten.
Mit Prügeln hätte ich wohl nicht zu rechnen, aber evtl mit anderen Gemeinheiten und da wäre ihm sicher jede Lüge und Manipulation recht. Das Entscheidende ist - und da hast du vollkommen recht: Es geht um eine Existenz. Nicht nur Ehe, sondern Familie, öffentlicher Ruf, soziales und berufliches Ansehen. Es geht um alles. Da wird er vor nichts zurückschrecken. Und seiner Frau sicher alles Mögliche an Rechtfertigungen auftischen.

Und du hast recht, dass ich von Anfang an falsch vorgegangen bin. Dieser Mann - genau: das Bild, das ich mir von ihm gemacht hatte - war mein Traummann. Ich konnte ohnehin nicht fassen, dass er mich will. Ich war schlicht und einfach blöd. Wollte ihn an mich binden, hab mich völlig unter Wert verkauft.
Wahrscheinlich ist da ein gutes Stück Wut auf mich selbst dabei, dass ich die Anzeichen viel zu lange ignoriert habe, mich so für ihn aufgegeben habe. Es bleibt wohl tatsächlich nur, es beim nächsten Mal besser zu machen. Eine Therapie hab ich ohnehin schon angefangen. Die Therapeutin meinte mal zu mir: Er hat ja immer prima für sich gesorgt. Und Sie? SO hatte ich das noch nie gesehen.

Trotzdem ist es ungerecht, dass er einfach weitermachen kann, als sei nichts geschehen. Einen auf heile Familie macht, es kotzt mich trotzdem an. Vielleicht sollte ich das mit den Schlägertypen eher ins Auge fassen als mit seiner Frau zu reden...

Ich danke euch! Bin schon ruhiger, auch wenn es noch lange dauern wird, darüber hinwegzukommen. Ich muss mich irgendwie damit abfinden, dass es solche Menschen gibt und dass sie mit ihrem Verhalten immer durchkommen. Wenn es einen selbst trifft, ist es halt ganz schön hart.

@ Selbstliebe
In wenigen Sätzen auf den Punkt gebracht!

22.09.2015 09:05 • #10


Blanca

Blanca


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26
5989
Zitat von Gästin12:
Es ist nicht in Ordnung, dass er mich zwei Jahre lang ausnutzt und dann einfach so zum Alltag zurückkehrt und einen auf glückliche Familie macht, während ich kaum noch Kraft habe, morgens aufzustehen. Und ich weiß, dass es stimmt, dass er mich nicht geliebt hat, das ist jetzt nicht nur, weil er verletzt ist, weil ich die Affäre beendet habe. Zwei Jahre! Wenn man mit jemandem was anfängt und merkt dann, dass es doch keine Liebe ist, beendet man es doch, oder?

Du wußtest von vornherein, daß er Familie hat und somit auch, daß Eure Affaire über Netz und doppeltem Boden stattfindet.

Er hat Dich nicht zum Sächs gezwungen und sofern auch Du ihn genossen hast, wüßte ich nicht, inwiefern er Dich ausgenutzt haben soll. Oder habe ich was überlesen? Schuldet er Dir noch Geld oder sowas?

Du hast Dich auf eine Affaire eingelassen, nicht auf eine Liebesbeziehung. Insofern ist es fast schon skurril, wenn Du Dich nun nachträglich darüber beklagst, daß es dann eben auch vorrangig um Spaß ging und sie in ihrem Wesen letztlich unverbindlich blieb. Er hat nur gegen einen Affairengrundsatz verstoßen: Er hätte entweder gar nicht erst von Liebe faseln, oder die Sache spätestens dann beenden sollen, als ihm klarwurde, daß es nur ein Strohfeuer war. An diesem Punkt gebe ich Dir recht.

Allerdings stand es auch Dir jederzeit frei, Dir diese Klarheit zu verschaffen. Spätestens nach zwei oder drei Monaten hättest Du ihm eben sagen müssen, daß die Affaire soweit ganz spaßig war, aber jetzt entweder zum Ende kommen oder er etwas dafür tun müsse, damit sie in eine Beziehung auf Augenhöhe übergehen kann. Möglich, daß er in dem Moment abgedampft wäre, aber zumindest hättest Du gewußt woran Du bist und über anderthalb Jahre für Dich gewonnen damit.

Eben das ist der Anteil, der bei Dir liegt und den Du jetzt bearbeiten solltest, um in Zukunft agieren zu können, statt andere zu Regisseuren in Deinem Leben werden zu lassen, noch dazu in einem so intimen Teil davon. Ich weiß nicht, warum soviele Frauen dermaßen Probleme haben, zu ihren Bedürfnissen zu stehen. Es ist doch völlig natürlich, daß man auf Dauer nicht nur ein dreckiges Geheimnis sein will. Was hat Dich gehindert, ihm von Anfang an klar zu sagen, daß Du keine Affaire, sondern eine verbindliche Beziehung anstrebst?

Hat er Dir denn schon in der Kennenlernphase (an)gesagt, daß er sich trennen wird? Oder war es nicht eher so, daß er meinte, seine Kinder seien noch zu klein dafür und er brauche noch (unbestimmt viel) Zeit? Spätestens da hätte Dir doch klar sein müssen, wo der Hase langlaufen wird...

Was war da los?

22.09.2015 09:12 • x 4 #11


finita


Mir ist es ähnlich ergangen.
Nach 2 Jahren fing er an von Trennung zu reden. Von sich aus.
Wollte so nicht weiterleben blablabla...
Ich denke seine Frau weiss nicht von mir, aber sie hat es wohl geahnt und fing an zu kämpfen.
Plötzlich kamen Anrufe und Nachrichten in unserer gemeinsamen Zeit.
Von da an hat er sich langsam aber sicher an den heimischen Rockzipfel zurückgezogen.
Gespräche in der Richtung hat er abgeblockt.
Es scheint zu Hause wohl eine Versöhnung gegeben zu haben und ich wurde immer weiter aufs Abstellgleis gestellt. Kaum noch Zeit für mich, kaum noch Nachrichten und diese immer liebloser.

Ich war noch gut genug für die körperlichen Annehmlichkeiten und seine Probleme zu wälzen.
Als ich ihn dann irgendwann doch verbal in die Zange nehmen konnte, bekam ich zu hören, er könne nach so vielen Jahren nicht, müsse loyal sein blablabla.
Das war der Schlag ins Gesicht, der mir offensichtlich noch gefehlt hat, ENDE!

Er meinte wohl auch, zu Hause alles Friede, Freude, Eierkuchen und nebenbei noch mich als Annehmlichkeit für die Dinge, auf die seine Frau keine Lust hat.
Er behauptete bis zum Schluss er liebt mich...hahahaha...

Das einzige Gefühl, das ich im Moment habe, ich möchte nie mehr an ihn denken. Rache...dazu bin ich viel zu stolz, mich als verschmähte Liebe zu outen.

Vielleicht denkst Du mal andersrum. Wer mit so einem Mann verheiratet ist, der ist doch schon genug gestraft. Ich wage zu beweifeln, dass solche Männer bzw. Menschen überhaupt so richtig lieben können. Sie leben ihr Leben nur auf den eigenen Vorteil bedacht. Willst Du so einen Mann als Partner? Also ich nicht!

Das blabla von der Loyalität zur Ehefrau ist auch nur ein sich selber schönreden, was man eigentlich für ein charakterliches und emotionales Wrack ist. Und dass Mann es nicht schafft, ein selbstbestimmtes Leben zu führen, ohne auf die Sicherheit des goldenen heimischen Käfigs verzichten zu müssen.

22.09.2015 09:18 • #12


einGast


Zitat:
Vielleicht denkst Du mal andersrum. Wer mit so einem Mann verheiratet ist, der ist doch schon genug gestraft.

hmmm, was bedeutet dieser satz? heißt das jetzt, die rache ist an die ehefrau gerichtet?
warum? weil sie früher da war?

22.09.2015 09:39 • #13


schuppenvondena.


Hi Gästin,

auf diese freundlichen Worte zum Abscheid würde ich nicht all zu viel geben, außer dass sie deutlich zeigen, wes Geistes Kind dieser Mann ist.

So einen willst Du eigentlich nicht wirklich, denke ich - und ob die Ehefrau dieses Prachtexemplar behalten möchte, ist ja ihre Sache.

Ich spreche aus Erfahrung, wirkich, wenn ich sage, irgendwann stehst Du dadrüber, hast Deine Würde und Selbstachtung wieder und trinkst tatsächlich ein Glas Champagner (drunter geht´s nicht ) darauf, dass Du den los bist und künftig Dein Leben ohne ihn Leben wirst und leben kannst.

Das bedarf aber Zeit und sehr viel innerer Arbeit.

Solche Menschen braucht man einfach nicht in seinem Leben.
Ich stimme Dir zu: Auch eine Affäre kann man in Würde beenden.

Schreibt Dir eine, die (fast) das gleiche erlebt hat und der beim Lesen Deines postings richtig schlecht geworden ist.

Alles Gute für Dich!

22.09.2015 09:47 • #14


Gästin12


@ Blanca

Zu meiner Verteidigung: Ich hatte vorher noch nie eine Affäre und war völlig naiv in dieser Hinsicht. Stimmt, ich hab mich auf eine Affäre eingelassen, aber ich wollte doch nicht wirklich eine Affäre, sondern eine Beziehung. Das hab ich tatsächlich nicht gecheckt, dass ich mir da selbst den Wind aus den Segeln nehme, solange ich als Affäre mitspiele. Im Nachhinein kann ich es selbst nicht fassen, mein Gehirn war völlig ausgeschaltet.
Er hat nach ca. 2 Monaten angefangen davon zu reden, dass er mit mir leben will. Dann kamen die Bedenken, Familie, Job, Ruf usw. Vor allem wegen der Kinder, die zwar schon groß sind, aber er hatte Angst, dass sie den Kontakt abbrechen. Er bat mich zu warten, ihm die Gelegenheit zu geben, alles vorzubereiten. Seine Frau müsse erst finanziell auf eigenen Beinen stehen usw. Irgendeinen Grund gab es immer. Nach einem halben Jahr hab ich es beendet, er hat mich wieder einlullen können. Er wollte beides. Zu Hause mit seiner Frau wurde es nach dem Gespräch immer erträglicher, sie hatten wieder S. miteinander (was ich erst viel später erfahren habe), der mit mir war halt besser. Außerdem konnte er mit mir Dinge besprechen, die mit seiner Frau nicht gingen - so hat er das am Ende dargestellt. Nach über einem Jahr war ich dann dermaßen psychisch am Boden, dass ich angefangen habe, im Internet zu serven. Mir sind die Augen übergegangen. Diese Affären ähnlich sich wie ein Ei dem anderen, das Verhalten der beiden Affärenpartner, teilweise bis auf den Wortlaut. Ich hab ihm das dann vorgehalten, es kam zum Streit, er meinte, wie unfair das von mir sei, ihn mit allen möglichen zu vergleichen, wo ich doch wisse, wie schlecht es ihm deswegen ginge. Da war ich schon zu abhängig und ehrlich gesagt auch zu schwach, um irgendwelche Konsequenzen zu ziehen. Es war ein Muster: Wenn es gut lief, ließ er mich bald am ausgestreckten Arm verhungern, wenn ich drauf und dran war, Schluss zu machen, hat er sich bemüht. Bis heute verstehe ich nicht, warum er es nicht ohnehin beendet hat, weil gerade die letzten Monate 90 % nur noch Streit waren. Heute denke ich, ich war von ihm und dieser Hoffnung abhängig wie von eine Dro.. Ich konnte es auch nur in einem Moment beenden, wo es absolut keine Hoffnung mehr gab, wo ich mir nichts mehr vormachen konnte. Er hat es dann nochmal versucht (ich hab dankend abgelehnt), mir schließlich sogar eine lockere Freundschaft vorgeschlagen - ich bin noch immer fassungslos. Was denkt sich dieser Mensch eigentlich? Der kennt kein Erbarmen. Hat sonst keine Freunde, dann soll ich doch wenigstens dafür herhalten! Verstehst du, der kennt einfach keine Gnade. Es ist vorbei, ich bin am Boden. Aber er braucht jemandem, mit dem er reden kann. Geht's noch? - In mir kommt schon wieder Wut hoch!
Ja, ich bin total naiv da reingestolpert und hab dann lange die Augen verschlossen. Heute kann ich das selbst nicht mehr fassen. Ich wollte sehr lange die Beziehung und am Ende wenigstens meine Würde. Hat beides nicht geklappt. Ja, wenn er Schluss gemacht hätte, als er gemerkt hat, dass es nichts war außer Verliebtheit und mich dann konsequent in Ruhe gelassen hätte - sicher hätte es geschmerzt, aber wenigstens hätte ich das Gefühl gehabt, respektvoll behandelt worden zu sein. Für seine Gefühle kann niemand was. Im Endeffekt hast du recht: Ich hab es zugelassen.

22.09.2015 09:48 • #15



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