Ok, liebe @Hummelbee8 , als erstes möchte ich die Signatur eines MItglieds zitieren, ich habe leider gerade vergessen, wer es ist: " auf die Dauer nimmt die Seele die Farbe deiner Gedanken an"
Ich bin fest überzeugt, dass es sinn macht, sehr genau hinzuschauen, wie man über Situationen denkt, und ob diese Art zu denken hilfreich ist. Es ist nicht nur eine Entscheidung, aber in Teilen schon.
Ok, warum ich gerade den o.g. Absatz spannend fand:
1. Du beginst mit der Schlussfolgerung und der Wertung. Das Leben zu leben ist nicht einfach. Wenn du also jemanden, oder dich selber überzeugen willst, dann beginst du den Gedanken schon mit einer ganz bestimmten Farbe.
2, Dann beschreibst du bei dem Schlechten nicht das schlechte an sich, sondern das, was es mri dir macht. Dich umwerfen, dich verletzen. Bei dem guten dagegen konstatierst du nur, dass es es gibt. Was es mir dir macht, kommt nicht vor. Dass es dich z.B. trägt, verzaubert, glücklich macht. Kann ja leicht sein, dass es gerade ganz genau so ist. Das bewusst wahrzunehmen finde ich wichtig. Und es so wahrzunehmen könnte dir ein wenig den Weg weisen, mehr als deine Schlussfolgerung "das Leben ist nicht leicht". Verstehst du was ich meine?
3. Dann kommt dein Satz bei mir so an, als wären das zwei Dinge, die unverbunden miteinander und unaghängig voneinander existieren. Der ewige Kampf des Guten gegen das Böse. Das bblendet mE zwei Dinge aus. Erstens dass die meisten Dnge ein Kontinuum sind, wo wir uns, Gott sei Dank, meistens nicht an den Enden aufhalten, in der reinen Extase oder im tiefsten Schmerz, sondern meistens irgendwo daziwschen, wos schon aushaltbar ist. Und es verkennt die Dimension, dass die meisten Dinge gute und schlechte Aspekte für uns an sich haben. Ich persönlich finde es immer sehr hilfreich, diese verkürzungen und vereinfachungen in meinem Denken zu identifizieren, weil ich dann sofort anfange zu spüren, dass ich mich auch nicht so fühlen bzw. nicht für immer so fühlen muss, wie ich es tue.
4. Was mich schon in deinem anderen Beitrag sehr berührt hat, als du von dem zersprungenen Glas geschrieben hast, das nie mehr heil wird, aber schön glitzert: was mir bei dir fehlt, ist, glaube ich, der Blick dafür, dass es Prozesse gibt. Und zwar, zumindest wenn es um lebednige, organische Lebewesen geht, viel mehr Prozesse als Zustände. Und hier kommt das Wort der Heilung ins Spiel, das ich mir immer wünsche, dass du sehen mögest. Ja, ich weiß, manchmal klingt das wie hohn... wie soll DAS wieder heile werden? Ich weiß ja auch gar nicht, was dir passiert ist, zumindest habe ich deine Geschichte nicht parat. Aber ich bin fest überzeugt, dass Heilung immer stattfindet. Vielleicht nicht immer so wie wir uns das wünscen, vielleicht nicht vollständig, aber sie findet statt. Und die Frage: wie kann ich Heilung ermöglichen und untestützen, so weit und so gut es halt geht, halte ich für sinnvoller, wie poetische Worte über zersprungene Gläser.
Klar ist auch wissen darüber, was verletzt wurde, und trauer darüber, was passiert ist und vielleicht nie wieder kommt sehr wichtig. Vielleicht auf dem Nenner: Welche Identität mache ich mir zu eigen: Die Identität desjenigen, der irrparabel verletzt ist, oder die Identität von jemandem, der so gut es geht wieder heilen wird?
Ok, wie gesagt, ich kenne deine Gechichte nicht, und hoffe, meine Worte sind kein Hohn für dich, und du kannst was damit anfangen.
Liebe Grüße von der Drachin