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Scheidung angehen - wer ist noch dabei?

Yoda563

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Letzte Woche hab ich mit meinem Mann (getrennt seid ca. einem Jahr) den Termin bei ner Anwältin zu einem Erstgespräch ausgemacht. Bin traurig, es jetzt sicher und offiziell zu machen. Obwohl die Trennung von mir ausging und ich nach wie vor sicher bin, dass es nicht mehr klappen kann. Bin sogar neu verliebt, seit ein paar Wochen. Aber trotzdem traurig. 10 Jahre Ehe, ein Kind, sind noch halbwegs gut miteinander, Wechselmodell usw. So viel erlebt zusammen. Dieses ganze Familiending. Ist grad noch jemand im Verfahren drin? Wie geht ihr mit der Trauer um, ist ja nicht mehr frisch, die Trennung, trotzdem. wie ne Beerdigung irgendwie.

27.06.2020 11:16 • x 2 #1


PuMa

PuMa


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Ich lasse mich auch gerade Scheiden.

Allerdings ist bei mir nicht einmal halbwegs so positiv wie bei dir.
Du hast Glück.

Aber ich verstehe dich schon. Es ist komisch. Auch wenn man weiß, es ist besser so.
Vllt geht es deinen Noch-Ehemann du wie dir.

Aber letzten Endes, könnt ihr beide dass postive bewahren und für "eure Zukunft", dass Beste daraus machen.
Manchmal klappt es als Paar einfach nicht, aber als Freunde vllt? Dass ist manchmal mehr wert als ein Paar zu sein.

Ich wünsche es euch beiden... Dass Beste aus dem "schlechtesten".

27.06.2020 13:07 • #2



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Yoda563


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Ja, das ist kompliziert, mit der Freundschaft. Inzwischen hab ich kein Interesse mehr daran, weil nach Nähe von ihm immer recht bald ein "Draufhauen" kommt, das mich immer enorm runter zieht. Also gut verstehen nur im Sinne von Elternteam. Er hofft wohl noch, dass es nochmal was wird, schenkt mir Blumen usw, schlägt mehr gemeinsame "Familienzeit" mit Übernachtung vor.
Bei euch mehr Rosenkrieg? Wie läuft es mit den Kindern?

27.06.2020 13:16 • #3


PuMa

PuMa


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Ja, der Rosenkrieg wie aus einem Bilderbuch.

Ja, zwei Kinder. Er wollte seit der Trennung keinen Kontakt zu den Kindern und hat sie nun, 3 Jahre bald, freiwillig nicht mehr gesehen.

Okay, wenn der Zug bei dir abgefahren ist, bezüglich Paar Ebene, dann ist dass eben so. Dass muss er respektieren und akzeptieren. Dann ist es gut, dass du ihn auf Abstand hälst und ihm nur auf der Eltern Ebene begegnest.

27.06.2020 13:23 • x 1 #4


Tabea2018


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Bei mir steht dieses Jahr auch die Scheidung an (getrennt seit 5 Jahren). Allerdings bin ich schon seit ca. 3,5 Jahren emotional total gelöst und aufgeräumt.
Die Scheidung an sich ist für mich nur noch ein formaler Vorgang.
Ich verspüre keine Trauer. Die gemeinsame Zeit kann ich für mich positiv annehmen, auch wenn es über viele Jahre nicht mehr schön war.
Durch die emotionale Lösung sehe ich meinen Exmann heute objektiver. Es passt zwischen uns einfach nicht mehr.

27.06.2020 17:35 • x 2 #5


Yoda563


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Manchmal denke ich noch... was wäre wenn... er sich ändern würde - nachhaltig - aber er beweist immer wieder das Gegenteil. Hab mich getrennt, weil er seine Wut nicht in den Griff gekriegt hat. Ist eine Illusion, zu denken, es würde anders werden. Trotzdem bringt das endgültige Besiegeln Zweifel. Dabei wäre es hauptsächlich wegen unserm Sohn, und dem Familiengefühl, dass ich darüber nachdenke. Nicht, weil ich ihn als Partner zurück will.

28.06.2020 23:17 • #6


jaqen_h_ghar

jaqen_h_ghar


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Meine Scheidung ist jetzt 1,5 Jahre her. Trennung Mitte 2017, Scheidungsantrag nach Trennungsjahr Mitte 2018, Gerichtstermin Anfang Dezember 2018. Ging alles kurz und schmerzlos.

Ich bin der derjenige, der gegangen ist, d.h. sich zunächst formal getrennt hat. Aus organisatorischen Gründen noch 4 Monate als WG gemeinsame Wohnung, dann Auszug im November 2017. Hatte recht schnell nach der Trennung eine neue Beziehung, in der sich allerdings trotz des verstärkten Versuchs der zwischenzeitlichen Aufarbeitung leider doch wieder Ansätze ähnliche Muster zeigen wie vorher auch schon in früheren Beziehungen. Die Ursachen sind bekannt, der Weg zur Integration des ganzen hochkontaminierten Seelenmülls allerdings aus einer Reihe von Gründen nicht so einfach.

Meine Ex-Frau habe ich beim Scheidungstermin zum letzten Mal gesehen und gesprochen. Sie ist dann recht schnell wieder in ihre niedersächsische Heimat und in die Nähe zu Mama und Papa gezogen. Die Zeit bis zur endgültigen Scheidung war ziemlich dadurch geprägt, dass ich erstmal enttäuscht und gekränkt war sowie eine ziemliche Wut auf sie hatte. Auch das ist (rückblickend) nichts Unbekanntes gewesen. Es lief halt (mal wieder) nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte - eigentlich schon seit 2 Jahren vor der Trennung. Im Grunde war ich vorher einfach zu feige, den finalen Schlussstrich zu ziehen.

Vielleicht hilft das ein bisschen ...

29.06.2020 11:26 • #7


PuMa

PuMa


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Zitat von Yoda563:
Manchmal denke ich noch... was wäre wenn... er sich ändern würde - nachhaltig -


Nun ja, Menschen ändern sich nicht. Niemals. Deswegen, bringt es nichts darüber nach zu denken.
Aber es ist ( denke ich) typisch Frau, wir denken alles wird gut wenn ER sich doch einfach nur ändert. Wir sind die Doktoren in unseren Partnerschaften. Nur eben, ohne Erfolg.

Zitat von Yoda563:
Dabei wäre es hauptsächlich wegen unserm Sohn, und dem Familiengefühl, dass ich darüber nachdenke


Vllt wäre es gut, wenn du das alte Bild, der idealen Familie ablegst. Man kann eine Familie sein, ohne ein Paar zu sein. Manche schaffen dass...

29.06.2020 12:01 • x 2 #8


waytodawn


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Meine Scheidung ist dieses Jahr vollzogen worden.
Relativ punktgenau 2 Jahre nach der Trennung.

Wir waren gemeinsamen weitgehends friedlich bei ihrem Anwalt (weil ja nur einer vertreten werden kann). Diesen Frieden konnten wir noch einigermaßen beibehalten bis zum Schluss. Ich wünsche es auch, dass das auch bei euch so bleibt.
Als der Antrag dann letztes Jahr im März (und ja, bei uns hat der Vorgang ein Jahr gebraucht) eingegangen ist, war bei uns beiden ein merkwürdiges Gefühl da. Dort steht ja im Grunde schwarz auf weiß, was man selbst bereits gewusst hat, aber es nie in so trockene Worte gefasst hätte: Die Ehe ist gescheitert!
Ich war kurze Zeit nicht sicher, ob sie und ich das beide so durchziehen würden, aber wir haben uns dann bis dahin schon zu sehr emotional voneinander entfernt - Auch wenn Sie diejenige war, die sich durch ihre Affären von mir entfernte und einen Ersatz gesucht hatte, musste ich den Impuls für die Trennung geben. Ich habe mich neuverliebt und sie war in mehreren Beziehungen - ein Revival wäre undenkbar gewesen.

Im März dieses Jahr war der offizielle SCheidungstermin - Mitte Mai dann die Frist für Rechtsmittel verstrichen und es war hochoffiziell. Ich habe sie nach dem Scheidungstermin zu ihrem Arbeitgeber gefahren und bin danach zu meiner Freundin heim - wir haben einen Schluck Sekt getrunjken. Von Wehmut war keine Spur - und ist es jetzt auch nicht mehr. Wir beide wissen, dass es keinen Sinn hatte. Dafür haben wir uns beide zu sehr verändert.

29.06.2020 12:36 • x 2 #9



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