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Scheidung - wie fühlt sich das an?

Coookie

Coookie

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Hallo zusammen,

meine erste (und hoffentlich letzte ) Scheidung steht bald an. Ich würde gern von denen, die das schon hinter sich haben, hören, wie sie sich dabei gefühlt haben. Ich weiß, dass der Akt vor Gericht nur eine Sache von wenigen Minuten ist, aber: Habt Ihr Euch danach anders gefühlt? Habt Ihr gefeiert? Seid Ihr direkt zur Tagesordnung übergegangen? Oder hat Euch der Tag noch einmal so richtig kalt erwischt und auf eine emotionale Achterbahnfahrt geschickt?

Die Trennung habe ich - so plötzlich und erwartet sie auch kam - nach inzwischen einem Jahr und vier Monaten ziemlich gut weggesteckt. Was bleibt, ist weniger der Liebeskummer als viel mehr ein erschüttertes Selbstbewusstsein und die Tatsache, dass es nicht gerade leichter geworden ist, jemandem zu vertrauen. Aber eine tolle neue Liebe gibt es trotzdem - ich kann also wirklich nicht klagen.

Trotzdem sagen mir immer wieder Leute, dass sich mit der Scheidung noch einmal emotional etwas ändert. Der Abstand noch ein bisschen größer wird. Das Kapitel sich abgeschlossener anfühlt. Allerdings hat sich auch keiner dieser Leute selbst jemals scheiden lassen.

Deshalb will ich von Euch wissen: Wie hat sich für Euch Eure Scheidung angefühlt? Ich bin gespannt auf Eure Antworten und falls jemand gute Ideen hat, wie man so einen Tag besonders "schön" begehen kann - lasst es mich wissen!

22.02.2021 20:27 • x 1 #1


Wollie

Wollie


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also ich bin seit fast 3,5 Jahren geschieden, vorher 2 Jahre getrennt.....wie hat es sich angefühlt ? emotionale Achterbahn ? nein...gar nicht. War bereits alles geregelt und emotional "abgewickelt"......war eher ein Gefühl der endgültigen Befreiung.....ein Kapitel wurde geschlossen, es war jetzt eindeutig und endgültig. War befreiend.
Die Ebene "getrennt" wird verlassen und dies ist gut so, weil getrennt ist nicht geschieden. Man ist immer noch verheiratet.

22.02.2021 20:36 • x 4 #2



Scheidung - wie fühlt sich das an?

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Sina1501

Sina1501


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Bei mir war es genau wie bei Wollie
Mein Ex und ich waren zwei Jahre getrennt bis zur Scheidung.
Das Ganze dauerte dann höchstenfalls 10 min, weil es keine Streitthemen gab.
Zum Abschied haben Ex und ich uns die Hände geschüttelt und alles Gute gewünscht, das wars...
Danach bin ich mit ner Freundin frühstücken gegangen
Erleichterung war dabei, weil nun keine Anwaltspost mehr kam und man nun wirklich einfach frei war

22.02.2021 21:09 • x 4 #3


mafa

mafa


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Naja da war überhaupt kein unterschied zu vorher. Formalitäten erledigt auf dem Gericht und tschüss .. Keine Ahnung was sich da komisch oder anders anfühlen soll. Wie bei vielem anderen ist das wahrscheinlich einfach individuell verschieden. Wenn du jetzt vorher schon mit so komischen Erwartungen daran gehst wird es wahrscheinlich auch eintreffen

22.02.2021 21:12 • x 2 #4


BlueApple

BlueApple


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Bei mir war es ähnlich.... Wir waren 5 Jahre getrennt, bevor wir vor einem Jahr geschieden wurden. Wir hatten eine Anwältin, saßen sogar nebeneinander. Meinem Ex-Mann ging es nicht so gut danach, ich bin nach dem Termin mit meiner Anwältin (und Chefin) wieder zur Arbeit gegangen und habe ganz normal gearbeitet.
Da ich emotional vorher schon abgeschlossen hatte, war der Termin reine Formalität

22.02.2021 21:25 • x 2 #5


nimmermehr

nimmermehr


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Also ich finde, es fühlte sich an wie wenn man zu einem Termin zur Wurzelbehandlung beim Zahnarzt geht, man fühlt sich unwohl und mulmig vorher und wenn man wieder rauskommt denkt man, war ja gar nicht so schlimm. Hab mich danach nicht anders gefühlt als vorher, nur erleichtert, dass es überstanden ist.

22.02.2021 21:37 • x 5 #6


Mel75

Mel75


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Meine Scheidung ging ebenfalls schnell. Danach sind mein Ex und ich noch einen Kaffee trinken gegangen. Ich denke es kommt auch darauf an, wie man die Scheidung sieht. Ich hatte kein Problem noch zwei Jahre verheiratet zu sein nach der Trennung. Dann kam ein neuer Partner und ich wollte mich dann endgültig lossagen. Mein Ex und ich sind die besten Freunde. Aber ja, es hat sich frei angefühlt nach der Scheidung

22.02.2021 21:50 • x 4 #7


Landlady_bb

Landlady_bb


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Bei meiner ersten Scheidung musste ich mich beherrschen, um nicht loszukichern. Denn der Anwalt meines Mannes machte sich hinter dem Rücken seines Mandanten, aber vor meinen und meiner Anwältin Augen über seinen Mandanten lustig. Nach der Verhandlung meinte der Anwalt auf dem Gerichtsflur ganz trocken zu mir: "Na, Mädelchen, nu sindse'n los. - Aber hatten Sie den wirklich nötig?"
Danach habe ich nur noch einmal mit meinem Exmann telefoniert. Als ich erzählte, dass ich im Begriff bin, erneut zu heiraten, reagierte er entrüstet, weil er allen Ernstes meinte, dass ich ihn dafür hätte um Erlaubnis fragen müssen.
Bei der zweiten Scheidung holte mich mein Mann überraschend von der Arbeit ab: "Du, wir haben einen Termin." Er war in Begleitung einer Dame, die, wie sich herausstellte, die angeblich gemeinsame, jedoch in Wirklichkeit nur seine Anwältin war (und ihn anschmachtete).
Der Termin vor Gericht entpuppte sich als Scheidungsverhandlung. Wie mein Mann und seine Anwältin das so hinbiegen konnten, ist mir bis heute ein Rätsel. Aber wenigstens sind mir sämtliche Kosten dafür erspart geblieben, denn die nahm er auf sich.
Ein paar Monate später nahm ich meinen Geburtsnamen wieder an und zelebrierte das so, als heirate ich mich selbst. War ein irre schönes Gefühl.
Dieser Ex rief mich hinterher noch ein paarmal an, wenn er was getrunken hatte und mir von seinem neuen Liebes(un)glück vorsäuseln wollte. Einmal erzählte er, dass er jetzt eine supertolle Freundin habe, die er auch heiraten wolle. Er fragte mich, ob er mich dafür als Musikerin buchen könne.
Ich lehnte gemessen ab. Meine Handbewegung ("Scheibenwischer") hat er nicht gesehen.
Was habe ich als Erfahrung mitgenommen? - Dass manche Männer erst als Ex richtig amüsant sind.

22.02.2021 22:13 • x 2 #8


Holzer60


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Wie fühlt sich eine Scheidung an ?

Wir haben unsere Scheidung ohne einen Rosenkrieg bzw. ohne Streit und ohne größere Probleme vollzogen. Wir gehen ja auch heute noch würde- sowie respektvoll miteinander um... Dennoch, als wir geschieden wurden, da habe ich einen gewissen Schmerz gespürt, weil ein wichtiges Kapitel in meinem Leben, sein endgültiges Ende gefunden hat. Zudem war die Scheidung eine Erfahrung, die ich niemals in Betracht gezogen und uns gerne erspart hätte. Wie auch immer, es gibt wohl immer Dinge in unserem Leben, welche wir nicht beeinflussen, nicht ändern und schon garnicht verhindern, also einfach nur noch akzeptieren können. Eine Scheidung gehört dazu und da kann man nur versuchen, letztendlich auch da das Beste daraus zu machen.

PS

Du bist noch jung und hast das ganze Leben noch vor dir, also mache das Beste daraus !

VG Holzer60

22.02.2021 22:18 • x 3 #9


WhatHappend


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Ich würde mich gerade lieber zur Schlachtbank führen lassen aber ich bin auch erst drei Wochen getrennt. Ich hoffe, ich werde zum gewissen Zeitpunkt auch dieses befreiende Gefühl haben.

22.02.2021 22:31 • x 3 #10


Unicorn68

Unicorn68


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Sehr interessant, auch für mich.
Seit 2 Jahren getrennt.
Ist auch kompliziert mit Scheidung, da in D geheiratet, aber im Ausland lebend.

Uns geht es gut mit der Trennung, haben ein gutes Verhältnis.

Mich überrascht, dass die meisten erleichtert waren, bzw froh wegen der Endgültigkeit.

Interessant.

22.02.2021 22:41 • x 2 #11


Landlady_bb

Landlady_bb


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@WhatHappend : Ach, weißt du - ich wurde beide Male von verschiedenen Seiten gefragt, ob ich Scheidung bzw. Geschieden-Sein nicht schlimm und belastend fände.
Nein, habe ich gesagt. Nicht Scheidung oder Geschieden-Sein ist schlimm. Schlimm ist das, was vorher war und überhaupt zur Trennung/Scheidung geführt hat. Das, was sich zwischen den Beteiligten abgespielt hat und Außenstehenden verborgen geblieben ist.
Ich wünsch' dir was.

22.02.2021 22:46 • x 5 #12


Unicorn68

Unicorn68


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Zitat von Landlady_bb:
@WhatHappend : Ach, weißt du - ich wurde beide Male von verschiedenen Seiten gefragt, ob ich Scheidung bzw. Geschieden-Sein nicht schlimm und belastend fände. Nein, habe ich gesagt. Nicht Scheidung oder Geschieden-Sein ist schlimm. Schlimm ist das, was vorher war und überhaupt zur Trennung/Scheidung geführt ...


So empfinde ich es jetzt.
Die harte Phase ist vorüber, ob es nun auch auf dem Papier so ist.
Werde ich dann ja sehen....sobald man wieder reisen kann.

22.02.2021 23:04 • x 3 #13


Lebensfreude

Lebensfreude


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Mein Ex holte mich mit dem Auto ab und wir fuhren (gegen den Willen der Next) gemeinsam zum Amtsgericht. Mein Ex und ich wurden einvernehmlich im Nullkommanix geschieden. Nach über 1 Jahr Trennung.
Danach hatten wir noch einen Notartermin.
Um die Zeit zu überbrücken gingen wir Kaffee trinken. Und fragten uns, wieso wir es nicht geschafft hatten, unsere Ehe zu retten. Da redeten wir zum ersten Mal nach der Trennung(er wechselte warm von mir zur Next und zog sofort bei ihr ein)
offen miteinander.
Nach dem Notartermin fuhren wir auf einer Rolltreppe abwärts. Ich kam ins Straucheln und ihm dabei sehr nahe. Ich fragte ihn, ob er noch wisse, wie wir früher im Baumarkt auf der Rolltreppe auch immer gefummelt und geknutscht hätten.
Jedenfalls war das für ihn der Moment, wie er später sagte, wo er bedauerte, dass alles so gekommen ist.
Auf der Fahrt zu meinem (früher unserem gemeinsamen)Zuhause kam ein Kontrollanruf von Next.
Bei mir tranken wir dann noch einen Kaffee und er wurde etwas wehmütig.

Obwohl auch ich in einer neuen Beziehung war, waren Ex und ich nach der Scheidung emotional sehr verwirrt und hin und her gerissen. Zum Glück haben wir uns irgendwann wieder auf unser jeweiliges neues Leben besonnen.
Wir sind befreundet geblieben.
Also erleichtert war ich nach der Scheidung nicht. Wies auch? Frei habe ich mich schon einige Monate nach der Trennung gefühlt.

22.02.2021 23:25 • x 4 #14


Catalina

Catalina


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Meine Scheidung war vor mittlerweile fast 3 Jahren. Das Ganze hat etwa eine halbe Stunde gedauert und war relativ unspektakulär. Emotional hatte ich zu diesem Zeitpunkt mit meiner Ehe schon länger abgeschlossen, trotzdem war da nochmal für einen kurzen Moment der Gedanke, dass es schade ist, dass wir es nicht geschafft haben.

Danach bin ich zu meinem jetzigen Lebensgefährten gefahren, mit dem ich damals noch relativ frisch zusammen war und wir sind gemeinsam essen gegangen. Ich glaube, für ihn war dieser Tag bedeutsamer als für mich, denn für mich war eh klar, dass es kein Zurück in diese Ehe geben würde und die Scheidung war lediglich der formale Schlusspunkt.

23.02.2021 00:30 • x 2 #15



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