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Schlechte Streitdynamik - wie diese beenden?!

M
@nettie10 Also die Dynamik: du zerrst, er entfernt sich, ist geschlechtstypisch (!) habe ich letztens gelesen! Nichts ungewõhnliches.

Da kann man wohl sls Frau gegenwirken, insbesondere, wenn du schon gemerkt hast, wie es um seinen Selbstwert bestimmt ist. Klingt vielleicht doof oder zu leicht: versuche ihn mehr zu loben und wertzuschätzen, anstelle der Mängel -Themen! Mach mal eine Pause davon die nächsten Tage! Ich denke das wäre wichtig und richtig für euch.

Ich habe soeben auch deinen Beitrag über seine Perspektive über seinen Alltag und Arbeit gelesen: er fühlt sich nicht wohl und nicht gut. Ja auch er hat ein Recht auf selbstbestimmtes Leben in gewissem Masse. Wie gesagt, seh doch die Dinge und fokussiere dich auf diese die er gut für die Partnerschaft macht. Das können und sind bestimmt viele Dinge! Die eure Partnerschaft stabil machen.
Was hat die Paartherapie an Nutzen und Erkenntnissen gebracht, zumal sie diese Dynamik behandelt hat, wenn ich recht verstehe?

x 2 #16


Nur-ein-Mensch
Moin

Hast du dich mal geprüft,was DU möchtest?

Hast DU dich mal geprüft,ob du mit dem was ist Leben kannst oder möchtest?

So wie es aussieht,möchtest du ,das dein Partner sich so ändert,das es für dich passt und das ist nicht böse gemeint.

Aber ich glaube es ist besser darauf zu achten was für dich gut ist.

Ich bin immer dafür,was dafür zu tun das eine Beziehung läuft,keine Frage.

Aber Wasser in ein Sieb zu schütten ist wenig Sinnvoll,wenn man mit dem Wasser von a nach b möchte.

Das Wasser steht für eure Beziehung und das Sieb für deinen Partner.

Lebenszeit ist begrenzt,Frage dich ob du deine Lebenszeit für jemand anderes verschwenden möchtest ,der diese vielleicht nicht Wert ist.

Sry,das klingt alles etwas hart,aber wir leben auch nicht ewig.

x 1 #17


A


Schlechte Streitdynamik - wie diese beenden?!

x 3


Cagy
Guten Morgen Nettie,

Zitat von nettie10:
Antons schnell kränkeres Selbstwertgefühl, gingen "Kleinigkeiten" hoch.


Zitat von nettie10:
Dennoch verletzt es mich, dass er mir das vorwirft, und mir lletztlich in die helfende Hand beißt.. so fühlt sich das für mich an.


Zitat von nettie10:
und ja mich teilweise auch zu sehr einmische (wird mir manchmal von meiner Familie gesagt bzw vorgeworfen).


Zitat von nettie10:
aber er hat eine wahnsinnige Angst vor Ablehnung/ vermeintlicher schlechter Bewertung.


Du versuchst ihn ...( mit Logik,deinem Engagement und Versuchen eure Probleme konstruktiv zu besprechen.)zu ändern.
Ich denke, daß du seine Problematik erkennst und weil das so ist *stüpst* du ihm dieses Wissen über in der für dich folgerichtigen Annahme das er daraufhin sein Verhalten ändert.
Wenn ER nicht den Willen hat dies zu tun ,kannst du reden bis es dunkel wird. Er will nicht.
Schau auf dich und was du in dieser Situation für dich tun kannst. Auch wenn er seine *Defizite* erkennt und beschreiben kann, heißt das nicht das er etwas ändert .
Ich kenne dieses ohnmächtige Gefühl wenn man denkt der Partner müsste doch nur....oder...man kann doch darüber vernünftig reden.
Kann man(n) nicht oder will man(n) nicht. Diese dysfunktionalen Beziehungen machen beide Partner fertig.
Ich wünsche dir alles Gute ...
und vielleicht eine Möglichkeit in dieser Konstellation (doch) glücklich zu sein.

x 1 #18


Atomicblue
Zitat von Brightness2:
🎯 Liebe @nettie10, nachdem ich deinen Post mehrmals gelesen habe, immer mit unterschiedlichen Störgeräuschen, finde ich diesen ...

Ich kann es auch nur empfehlen, wobei es bei mir jetzt um eine Trennung geht.

Mein Nochmann war/ist von Muster genau so gestrickt.
Ich war der gute Geist Zuhause, der immer für Ordnung sorgte.

er hat zwar mitgeholfen aber nur am Wochenende wenn er da war und dann war da auch dieses latente Gemaule.
oder „Aufräumen“ bedeutete für ihn:

“Ich raffe alles zusammen was in meinen Augen hier nicht hingehört und schmeiße es ins Arbeitszimmer von Frauchen oder Stapel es auf irgendeinem Schrank!“

Wir oft ich mit ihm darüber gesprochen habe…er hat es nicht eingesehen.
wie ein bockiges Kind.

Es mussten unbedingt Meerratten angeschafft werden, obwohl ich Bedenken hatte dass das mit dem Kümmern von den Kids eingehalten wird.
Wer schneidet morgens Gemüse für die Viecher, wer füllt Heu und Wasser nach, wer fegt den Dreck weg und schaut dass es nicht stinkt?…na, na, na?!

Ich verlasse das Haus morgens picobello und komme manchmal abends in einen Schweinestall. Weil die Tochter mal wieder am „Verhungern“ war, es ist ja nichts im (Gut gefüllten!) Kühlschrank was ihro Gnaden schmeckt, also werden Pfannkuchen gemacht. Im Nutellaglas steckt das Messer. Eier sind alle.
im Kühlschrank ein 500g Puddingbecher in dem noch ein Esslöffel steckt.

Wenn im Lokal nur ein winziger Fleck auf der Tischdecke ist, wird sich angestellt wie Drizella und Anastasia, aber zuhause …joa. Mutti macht.

Und mein Nochmann hat mich da schon einige Male angepflaumt.
wie es hier aussieht…auch Steffi hat sich neulich beschwert, ob ich überfordert sei (nein ich arbeite Vollzeit, werteste!).
warum ich keine Eier mitgebracht habe? (Weil kein Schwein was gesagt hat?! Im Zeitalter von Handys wird alles mögliche gesendet, aber mal eine kurze Sms dass wir Eier brauchen..?)

Warum sehe ich nicht dass da ein Löffel im Pudding steckt? Du musst die Kinder besser erziehen!

Und überhaupt: Ich muss ins Büro, ich habe noch zu tun!
So.
Seitdem wir das Wechselmodell haben, merkt er mal was das bedeutet.
Neulich rief er mich an, als wir im Büro Weihnachtsfeier hatten….

Anklagend sagte er „Die Meersauen waren nicht gefüttert und der Müll war nicht rausgebracht, das Wohnzimmer sah aus, Teller auf der Couch, die Große telefoniert dauernd……!“

ich:“ Willkommen im Real Life!“ 😈😈😈
Zitat von Cagy:
Guten Morgen Nettie,Du versuchst ihn ...( mit Logik,deinem Engagement und Versuchen eure Probleme konstruktiv zu besprechen.)zu ändern.Ich denke, daß...

x 5 #19


M
Hi,

irgendwie erinnert mich Dein Post an ein Kennenlernen, was ich mal hatte.
Als jemand der aus dem medizinischen Bereich kommt, würde ich für mich und habe tatsächlich auch immer
jemand mit ADHS ausgeschlossen. Meine Erfahrung mit solchen Menschen ist, dass sie Dir Deinen Seelen-
frieden rauben. Du bist ja schon jetzt in der Mami Rolle, oder (erklärst ihm freundlich und geduldig, wie man
sich als erwachsener Mann benimmt während er in pubertäres Gehabe verfällt)?
Respekt geht wirklich anders!

Aber zurück: bei dem besagten Kennenlernen liess ich genau dreimal (!) zu, dass meine Versuche, Konflikte
zu benennen und zu klären als "Quatsch" betitelt wurden oder ich abgewertet wurde.
Ich mach das auch in anderen Bereichen (Job, Freundschaften etc) so: jeder bekommt seine drei Chancen.
Wenn es dann wieder passiert, ist das kein Zufall sondern Strategie und Muster. Dann muss Konsequenz her.

Ich denke Du hast hier genau zwei Möglichkeiten:
1. Du akzeptierst Deine Rolle als Mami, deren Bedürfnisse egal sind und auf deren Schultern die Last emotionaler Verantwortung und Klärung ALLEINE liegt und die noch dafür bestraft wird, Verantwortung für KIärung in der Beziehung übernehmen zu wollen
2. Du packst schnell und konsequent Dein Köfferchen...

...ändern wirst Du ihn nicht. Schongarnicht, wenn er sich auf Diagnosen ausruht.

Mit meiner über 40jährigen Lebenserfahrung würde ich persönlich heute ohne zu Zögern Variante zwei wählen!
Das Leben ist zu kurz für sowas und Dein Frieden zu wichtig.
Denn hier gehts nich um die Aufteilung im Haushalt oder sonstwar. Niemand ist perfekt und ich bin auch kein Superheld im haushalt. Es geht darum, sich bei Meinungsverschiedenheiten zuhören zu können, sich gegenseitig ernst zu nehmen und konstruktiv Dinge lösen zu können. Das hat und kann er laut Deinem Post nicht.
Ohne Respekt ist keine gesunde Liebe möglich.
Es gibt tatsächlich Männer, die sind dankbar wenn die Frau freundlich Dinge anspricht und klären will! Das geht schon und ist unter Erwachsenen eigentlich das Normale!

Und wenn ich lese "Stimmungsschwankungen, hohe Kränkbarkeit, geringe Impulskontrolle und und und"...hört sich das nach Lauf auf Eierschalen und therapeutischer statt Paarbeziehung an. Das ist n Diagnosekatalog, keine Beschreibung eines stabilen Menschen.

Ich frage mich nur, warum machst Du das sieben (!) Jahre mit? Da kannst Du mal hinschauen.

x 1 #20


M
Nachtrag nachdem ich Deine anderen Posts gelesen habe:
ich bin sicher Du hast keine "erhöhten Ansprüche".
Ich frage mich vielmehr warum manche Frauen jahrelang so ein Theater mitmachen, bis sie selber
depressiv und therapiebedürftig werden (was kein Wunder ist wenn man sich auf einem emotionalen
Minenfeld in der Partnerschaft bewegt). Du bist die Krankenschwester, nanny, Mami.

x 2 #21


AnnaLüse
Hallo @nettie10

Zitat von nettie10:
Ich habe ihm sehr dabei geholfen bzw. war maßgeblich daran beteiligt, dass Anton die Medikation bekommt. In Fact: ich verschreibe sie ihm.

Du verschreibst ihm BTM-Rezepte? Dann bist du ja auch irgendwie vom Fach, oder? Womöglich erzähle ich dir jetzt wahrscheinlich nichts Neues, ich probiere es dennoch:
Zitat von nettie10:
Antons schnell kränkeres Selbstwertgefühl

Zitat:
Er findet, er habe damals keine guten Worte gefunden oder war mit den Fragen überfordert - dafür schämt er sich. Ich fand es nicht so schlimm, aber er hat eine wahnsinnige Angst vor Ablehnung/ vermeintlicher schlechter Bewertung.

Das (und dass er schnell pampig wird und seine Stimmung häufig schwankt) klingt insgesamt nach emotionaler Dysregulation und RSD. Und Vermeidung ist bisher seine Antwort auf unangenehme Gefühle. Kennt er selbst diese Begriffe und sich überhaupt ein bisschen mit seiner Neurodiversität aus? Hat er mal ein Buch zu ADHS gelesen? So als lowkey Alternative zur Therapie? Oder eine Selbsthilfegruppe besucht? Selbsthilfegruppe klingt erst einmal intensiv, aber letztlich sitzen da nur ne Menge neurospicy Menschen, die sich austauschen und gemeinsam über ihre "Macken" lachen können (meine persönliche Erfahrung). Das allein kann schon helfen.
Zitat von nettie10:
Wenn ich mich richtig erinnere, sagte er sowas wie "ich möchte abends auch noch 10 min für mich haben"

Das habe ich auch schon so viele sagen hören und die Zeit sollte er sich auch unbedingt nehmen können. Das kann ja aber auch schon vor dem Licht-Aus-Moment geschehen. Da gibt's doch kein entweder-oder?
Zitat von nettie10:
er erkennt selbst, dass er bestimmte hilflose Situationen aus seiner Kindheit wiedererlebt und fühlt. Nur, dass er eben jetzt Erwachsen ist.

Wer mit (undiagnostiziertem) ADHS aufwächst, hat häufig schon einiges an Ablehnung erlebt und viele negative Glaubenssätze ("Du bist zu viel", "Du bist zu laut", "Du bist nicht normal", "Du bist zu emotional"...) tief verinnerlicht.

Ich denke, man kann und sollte (bis zu einem gewissen, individuellen Grad) Rücksicht auf einen Menschen mit ADHS nehmen. Das setzt aber voraus, dass auch dieser dieses Engagement zurückgibt. Und das sehe ich auf seiner Seite aktuell nicht.

x 3 #22


M
Zitat von AnnaLüse:
Hallo @nettie10 Du verschreibst ihm BTM-Rezepte? Dann bist du ja auch irgendwie vom Fach, oder? Womöglich erzähle ich dir jetzt wahrscheinlich nichts Neues, ich probiere es dennoch: Das (und dass er schnell pampig wird und seine Stimmung häufig schwankt) klingt insgesamt nach emotionaler Dysregulation und RSD. ..

Ich würde keine Rücksicht nehmen auf jemanden der mir mit seiner Störung jahrelang schadet.
Wer nimmt denn Rücksicht auf die TE. Sie hat nur dieses eine Leben.
Ich kann garnicht verstehen wie jemand vom Fach sich überhaupt mit so einem Mann einlassen kann,v.a.
wenn er nur Medikamenten halbwegs (!) beziehungsfähig ist.
Ich kenne übrigens sehr viele Menschen mit psychischen Diagnosen, die TROTZDEM versuchen,
andere nicht zu verletzen. Den *beep* mit der Diagnose kannst vergessen. Da muss er selber aktiv werden
wenn er drunter leidet. Ich fürchte solange Du Dich als Mami und Punchingball zur Verfügung hälst,
wird er keine Notwendigkeit darin sehen.
Wenn Du eh vom Fach bist, kannst Du ja beruflich Zeit und Energie in psychisch instabile Menschen stecken
und ihnen bei der Kompensation helfen.
Da kannst bis zu 50 Euro die Stunde bekommen. Und bist nicht emotional mit eigenen Aktien beteiligt.
Rechne das mal auf die Investition in Deinen
Privatpatienten um. Ist fast ne Doppelhaushälfte, ne?! Da dürfen Frauen auch mal egoistischer sein...
finde ich.

x 1 #23


M
Zitat von nettie10:
Ist das nicht ein gutes Therapie-Thema!

Ich habe ihm sehr dabei geholfen bzw. war maßgeblich daran beteiligt, dass Anton die Medikation bekommt. In Fact: ich verschreibe sie ihm.

Die Übernahme von in der Kindheit erlernten Verhaltensweisen, die man ins Erwachsenenleben mitnimmt, ist bzw. wäre für jeden ein Thema. Es kann ein Gewinn sein, sich zu erinnern und zu erkennen, was man unbewusst aufgenommen und verankert hat.
Nicht nur für ihn wäre es ein Therapiethema, sondern auch für Dich.

Es ist zu einer Mama-Sohn-Beziehung geworden. Mama ist grantig, unzufrieden, weil der kleine Rotzlöffel, den sie natürlich dennoch liebt, wieder mal seine getragenen Socken im Wohnzimmer liegen lässt. Mama weist ihn darauf hin und erzielt keine Resonanz, denn er mauert und glänzt durch Ignoranz. Dann wird Mama heftiger, sie will ihn erziehen, sie wird unbequem und er mauert entweder weiter oder widerspricht und begehrt auf.
Das wiederum macht Mama noch wütender und auch enttäuschter, weil sie zu dem in sich verkapselten Söhnchen keinen Zugang findet.

Die Wogen glätten sich, aber der eigentliche und unaufgelöste Konflikt schwelt weiter vor sich hin und entzündet sich bei einer andere Begebenheit.
Und so eiern zwei Menschen, die sich eigentlich gut tun sollten, vor sich hin und finden keine Lösung.

Was meinte denn Euer schlauer Paartherapeut seinerzeit dazu? Würde mich echt interessieren.
Solange beide ihr gewohntes Programm abspulen, wird sich nichts ändern.
Und er weigert sich kategorisch, etwas zu ändern und die gewohnte Komfortzone zu verlassen. Ach, Mama macht das schon. Sie regt sich wieder mal mächtig auf, aber im Grund genommen muss ich nur warten, bis sie ihre Energie abgelassen hat. Weiter wie gehabt.

Da Du Dich erfolglos an ihm abarbeitest, wird er immer bequemer. Du machst ja im Grund genommen doch alles, sorgst sogar dafür, dass Dein kleines Sorgenkind Medikamente bekommt und nimmt.

Das Euer Sxleben tot ist, ist klar, denn welcher Sohn f... schon Mama?

Da er sich nicht bewegt, stehst Du auf verlorenem Posten und das wiederum macht Dich wütend, weil Du gegen seine innere Mauer nicht ankommst.

Du hast wahrscheinlich schon früh gelernt, dass Du Dich kümmern musst, dass Du das Pferd über den Acker ziehen musst. Du bist der Prototyp einer tüchtigen, alles im Blick habenden Frau, die das Ding schon schaukeln wird. Und er steht daneben, denkt sich, prima, sie übernimmt ja alles. Also lehne ich mich bequem zurück und lass sie machen. Dass sie sich dann wieder aufregt, ist zwar störend, aber das gibt sich auch wieder.

Verändere Du was. Hör auf, hinter ihm herzuräumen. ich weiß wie schwer das ist, aber eigentlich ist es das einzige Mittel. Anstatt daheim zu sitzen und wieder mal grummelnd den Geschirrspüler auszuräumen, geh raus. Triff Dich mit Mädels, zieht um die Häuser, habt Spaß. Er kann derweil ja daheim Fernseh schauen. Lass ihn spüren, dass Du nicht alles still oder auch laut übernimmst, denn Du bist nicht seine Mama. Aber Du hast eine Art Mutter-, eine Betreuerinnenrolle übernommen und er verharrt in seiner lethargischen Sohnrolle. Soll sie schimpfen, wettern - das beruhigt sich auch wieder.

Stelle einfach Dich in den Vordergrund und mache Dir ein schönes Leben, auch ohne ihn. Wenn Du etwas veränderst, kann er sich auch verändern. Er lernt es nicht durch Streitereien, durch Worte, durch Sticheleien und letztendes durch Abwertung.

Die Idee der getrennten Wohnung ist an sich sehr gut. Soll er seinen Saustall allein aufräumen und Du gestaltest Deine Wohnung, wie Du Dich wohl fühlst. Aber das bedeutet natürlich höhere Kosten und die Wohnungssuche ist nicht leicht.

Du kannst versuchen, ihn aus seiner Sohnrolle zu lösen, indem Du nicht mehr die Funktion seiner Mama übernimmst. Ein Söhnchen, ein unfähiges und unfertiges Bübchen, das sich mit dem Seelenmüll nicht befassen will (zu viel Angst vor unbequemen Erkenntnissen mit daraus resultierender Verweigerung), fühlt sich nicht auf Augenhöhe mit Dir. Du stehst in der Beziehung eigentlich über ihm. Das spürt er und rutscht in die Rolle des Bübchens, weil kein Platz für seine Rolle als Mann ist.

Ich kann Dir nur raten, versuche Du etwas zu bewegen. Wenn Du etwas änderst, wird er es merken und vielleicht kapieren, dass es fünf vor zwölf ist.
Wenn Ihr das nicht schafft, wird die Beziehung zerbrechen, weil beide aufgeben und nur noch ausgelaugt sind.

Zitat von nettie10:
doch er sieht es als belastend an - ihm fällt es aber sehr schwer, sich einer fremden Person zu öffnen. Er findet, er habe damals keine guten Worte gefunden oder war mit den Fragen überfordert - dafür schämt er sich. Ich fand es nicht so schlimm, aber er hat eine wahnsinnige Angst vor Ablehnung/ vermeintlicher schlechter Bewertung.

Er möchte nicht versagen. Nicht mal vor dem Therapeuten. Er blockt ab, hat Angst sich zu öffnen. Und er war mit den Fragen überfordert und dann schämt er sich, weil er sie nicht beantworten konnte.
Es kann auch sein, dass der Therapeut keinen Zugang zu ihm fand. Beide müssen sozusagen miteinander können, aber wenn er kein Vertrauen fassen kann und dann einfach nur zumacht, verdient nur der Therapeut daran - und zwar Geld.
Und nicht jeder Th passt zu jedem Patienten.
Das ist eigentlich seine Angelegenheit, dann lass sie doch bei ihm. Du kannst ihn nicht zwingen, nicht drängen, also lass ihn. Vielleicht kommt er von selbst drauf, dass ein wenig externe Expertise nicht das Schlechteste wäre, daber dazu ist sein Leidensdruck nicht hoch genug. Also verharrt er wo er ist.

Ich würde auch nicht nach einer Therapie fragen oder fragen, was damals war oder eben nicht war. Es ist ein wenig - ich finde den richtigen Ausdruck nicht - wieder wie eine Bemutterung. Was war denn damals, was hast Du gefühlt, empfunden, gesagt, ws hat er geraten? Seine Therapie ist seine und nicht Deine. Sei ein wenig diskreter, denn schon wieder ist er mit der Schilderung seiner damaligen Erfahrung quasi ein Versager, der es nicht gebracht hat, der die Fragen nicht beantworten konnte. Weil sie ihm vielleicht Angst machten oder weil der Therapeut die falschen Fragen gestellt hat.

Und auch der Glaube an eine Therapie als Heilmittel und Kittung einer vertrackten Beziehung ist Nonsens, Jetzt machen wir mal eine Therapie und dann wird das wieder. So manche Therapien läuten eher das Ende einer Beziehung ein, weil es zunächst sogar noch schlimmer werden kann. Wenn Du ihn in eine Therapie lotsen willst, drängst Du ihn wieder in die Rolle des versagenden Mannes, der es allein nicht schafft. Du gibst ihm damit zu verstehen, dass er unfähig ist, sein Leben zu leben und dass er jetzt gefälligst mal zu Potte kommen soll. Lass das sein, das entmündigt ihn. Gib ihm Raum und Zeit, das für sich zu klären.

Überhaupt mal vertrauen. Vertrau darauf, dass auch er ein Interesse daran hat, die Beziehung fortzuführen. Wenn Du jetzt erkennbar Deine Kümmerrolle verlässt, bekommt er vielleicht Raum und Zeit das für sich zu entscheiden. Vielleicht sucht er sich dann ja wieder einen Therapeuten. Und wenn ja, dann frage ihn bitte nicht aus, denn es geht Dich nichts an. Was in einer Sprechstunde besprochen, beweint oder auch belacht wird, bleibt dort. Mit den Ergebnissen kann er vielleicht weiter kommen. Vielleicht macht er auch keine Therapie. Dann lass es, es ist seine Entscheidung und davor solltest Du auch Respekt haben. Er musst das nicht tun, nur weil Du es meinst.

Wenn ihr so weiter macht, dann verlierst Du den Respekt vor ihm und damit gewinnt er nichts außer der Überzeugung, dass er eh nichts bringt. Du kannst auch sein spärliches Selbstwertgefühl nicht aufpäppeln, denn es ist nicht Deine Baustelle, sondern allein seine. Trau ihm doch einfach mal zu, dass er besser mit sich klar kommt, ohne dass Du ihn bemutterst oder forderst oder in ihn dringen willst.
Ich hoffe, es ist noch nicht zu spät für Euch, aber die Karre steckt im Dreck. Lass sie doch einfach mal dort stehen. Vielleicht zieht er sie raus, vielleicht auch nicht, vielleicht lasst ihr sie beide stehen und steigt auf ein anderes Fahrzeug um oder ihr fahrt getrennt weiter. Entspann Dich einfach mal, mach Dein Ding, lenke die Aufmerksamkeit auf Dein Wohlergehen und lass ihn einfach machen. Damit er an Selbstbewusstsein gewinnt, braucht er Freiraum und Zeit, aber keine Forderungen, die nur wieder Enge aufkommen lassen. Wo kein Licht hinkommt, wächst kein Pflänzchen.

Und nach Weihnachten sagst Du: Du, es war ein tolles Weihnachtsfest mit Dir und den Eltern, wir haben uns doch bestens amüsiert. Es war so schön. Aber jetzt muss ich mit Sandra dringend zum Mädelsabend. Das brauch ich jetzt einfach, denn Du weißt ja, Frauen quatschen gerne miteinander. Und derweil - ich will dich ja nicht drängen - aber ich fände es toll, wenn Du derweil den Geschirrspüler ausräumen könntest. Also mach Dir einen gemütlichen Abend und ich mach mir auch einen schönen Abend. So um 11 bin ich spätestens wieder da.

Zeig ihm durch Nichtstun, durch Nicht-gut-zureden-wollen, dass Du ihm zutraust, seine Probleme anzugehen. Und du kannst derweil über Deine nachdenken.

x 1 #24


N
Frohe Weihnachten noch an Alle!

Leute, ich hab Eure Antworten gelesen und bin baff. Vieles ist soo zutreffend, dass ich erst einmal sacken lassen muss.

Ich bin grad am Handy und zu blöd fürs einzelne zitieren, deshalb im groben drauf eingegangen: ja Ihr habt recht mit der Mutter-Sohn-Dynamik.

Von einer Teilnehmerin fand ich die Worte gegenüber ADHS Betroffenen etwas hart - ich mag die generell total gerne. Ich mag das Lebendige, chaotische und auch Kreative. Anton ist auch super spontan, begeisterungsfähig und führt Hobbies mit riesiger Begeisterung aus. Er ist super witzig - wie wir uns zusammen schlapp lachen oder durch die Wohnung zusammen tanzen oder singen. Wenn es nur negativ wäre das Zusammenleben - dann wäre es eindeutig. Er hat nicht nur / permanent Stimmungsschwankungen sondern auch. Ein Mensch ist ja mehr als seine Diagnose oder Symptome - vielleicht habe ich es im Eingangspost ZU einseitig beschrieben. Mündlich würde es mir leichter fallen zu beschreiben.

In der paartherapie (es war eine Sitzung von 1,5h) ging es darum sich gegenseitig Raum zu geben- wortwörtlich und im übertragenen Sinne. Und wie sehr meine Worte auch Einfluss auf ihn und seine Stimmung haben.

Danke für den Hinweis, den „Karren“ mal stecken zu lassen - sinnbildlich sehr schön, kann ich viel mit anfangen. Wie man sich nach meinen Posts wahrscheinlich denken kann, fällt mir Loslassen recht schwer. Aber ihr habt recht - Ich versuche das nun.

Ein Punkt muss ich noch klarstellen: Anton macht nicht nichts im Haushalt (das war nur in den letzten Wochen plötzlich so)- ganz im Gegenteil, wenn er sich berappelt, putzt er wie ein Wilder, also richtig viel und sehr gut, und er hat schon immer muckslos die unbequemen Aufgaben gemacht, vor denen ich mich drücke (wischen, Siebe aus Spülmaschine säubern etc.).
Das habe ich nicht ausreichend benannt. Früher, als ich noch im Krankenhaus arbeitete, machte er den Löwenanteil. Ich hab zu der Zeit phasenweise keinen Supermarkt von innen gesehen.

Die Idee mit den getrennten Wohnungen behalte ich weiter im Kopf. Für mich definitiv ein „Exit-Plan B“.
Grade haben wir beide Ferien und es ist deutlich entspannter. Meine Schwester, die aufmerksame Beobachterin, die unsere Probleme annähernd kennt, war auch ganz begeistert, da die Feiertage sehr entspannt und mit viel Lachen abliefen. Meine Schwester blieb 3 Tage bei uns.

Ich danke Euch sehr für Eure Unterstützung! Lasse es wie gesagt noch etwas sacken. Bin wahrscheinlich auch noch nicht auf alles eingegangen.
Würde dann spätestens im neuen Jahr weiter berichten, wie es läuft.
Ich denke ich bin aktuell in einer Klärungsphase, was und wie und ob ich will. Das ist ein Prozess, für den ich Zeit brauche. Er macht mir auch Angst. Für den Input von außen bin ich sehr dankbar!

#25


M
Zitat von nettie10:
Frohe Weihnachten noch an Alle! Leute, ich hab Eure Antworten gelesen und bin baff. Vieles ist soo zutreffend, dass ich erst einmal sacken lassen muss. Ich bin grad am Handy und zu blöd fürs einzelne zitieren, deshalb im groben drauf eingegangen: ja Ihr habt recht mit der Mutter-Sohn-Dynamik. Von einer Teilnehmerin ...

Mit Sicherheit hat die Beziehung auch gute Seiten. Sonst währest Du ja darin nicht gefangen.
Und natürlich sind Personen mit ADHS auch oft kreativ, witzig, voller Energie etc pp

Ich persönlich vergleiche dennoch solche Beziehungen mit jemand, der eine therapieresistente
Störung aufweist mit einer Abhängigkeit. Es gibt die tollen Zeiten, die perfekt sind (auch zB
Narzissten können einem die Sterne vom Himmel holen oder BPS Menschen einen atember-
aubenden Charme an den Tag legen)...es folgt jedoch in regelmäßigen Abständen danach
der "Absturz", der über die Schwankungen in gesunden Beziehungen weit hinaus geht und
dessen Auswirkungen Du gerade spürst.

Keiner hier behauptet, Dein Partner habe nicht auch gute Seiten.
Es geht eher darum, ob diese Beziehung Dich kränker oder gesünder macht mit allem,
was dazu gehört. Das klar zu sehen und abzuwägen ist sicherlich auch ein Prozess der Zeit
braucht.

Ich habe (vielleicht auch in einem anderen Strang) erklärt, warum ich persönlich keinen
Partner mit ADHS (oder sonstiger Persönlichkeitsstörung) in diesem Leben haben wollte.
Gerade Menschen aus dem therapeutischen Bereich neigen zu Co Abhängigkeit,
emotionaler Überverantwortung und Kompensation beim Gegenüber.
Und in einer solchen privaten Beziehung werden ihre Kompetenzen ausbeutebar,
machen sie angreifbar und verhindern auch Augenhöhe.
Das darf man mM nach einfach nicht überschätzen.

x 2 #26


AnnaLüse
Zitat von merretich:
Ich persönlich vergleiche dennoch solche Beziehungen mit jemand, der eine therapieresistente
Störung aufweist mit einer Abhängigkeit.


Zitat von merretich:
ADHS (oder sonstiger Persönlichkeitsstörung)


ADHS ist weder therapieresistent noch eine Persönlichkeitsstörung. Und den Vergleich mit einer Abhängigkeit verstehe ich nicht ganz, wobei Grammatik und Interpunktion in dem Satz auch ein bisschen Interpretationsspielraum zulassen.

Ich kann durchaus nachvollziehen, dass deine negativen Erfahrungen deine Meinung so geprägt haben.
Auf mich wirkt dein Ratschlag dadurch aber eben sehr wie emotional motivierte kognitive Verzerrung (Extrapolation).

Vielleicht können wir uns darauf einigen, dass das Problem in (d)einer Beziehung weniger die ADHS-Diagnose per se ist, sondern wie der/die Betroffene damit umgeht und wie sich die Person insgesamt verhält?

x 2 #27


M
Zitat von AnnaLüse:
ADHS ist weder therapieresistent noch eine Persönlichkeitsstörung. Und den Vergleich mit einer Abhängigkeit verstehe ich nicht ganz, wobei Grammatik und Interpunktion in dem Satz auch ein bisschen Interpretationsspielraum zulassen. Ich kann durchaus nachvollziehen, dass deine negativen Erfahrungen deine Meinung so ...

Ich habe nicht gesagt dass ADHS prinzipiell therapieresisten ist (es bessert sich meist im Erwachsenenalter, besteht es hier jedoch noch, ist es meist manifest), sondern bezog das auf den Partner der TE, welcher Therapie und Verantwortung ablehnt und sie mit ihrem Verhalten seit Jahren belastet. Und als Beispiele für Persönlichkeitsstörungen führte ich NPS und BPS an...was ich in einer Beziehung (zumindest für mich persönlich) ähnlich problematisch werte auch aufgrund meines Jobs habe ich vermutlich da nicht die Naivität, die andere haben. Aber das ist ja auch okay.

Der Vergleich mit der Abhängigkeit: Kennst Du den Begriff Co Abhängigkeit? Ist aus der Bewegung der anonymen Alk. entstanden und bezeichnet das Verhalten von Beziehungspartnern zu Menschen mit psychischen Störungen, welche kompensieren, therapieren und retten wollen über eine Liebesbeziehung- wenn sie es schaffen, das Gegenüber zu regulieren oder phasenweise zu "heilen", ist das der Kick, die "Dro.". Der Absturz kommt dann beim nächsten emotionalen Ausbruch, Dro., Gewalt oder je nach Störung was auch immer, wenn sie erkennen, dass sie alleine mit Verständnis, Liebe und Gesprächen das Gegenüber nicht "heilen" konnten (was eh nie die Aufgabe eines Partners sein kann). Co Abhängigkeit führt am Ende oft dazu, dass die Beziehungspartner selber krank werden (depressiv, Burn Out, )Süchte oder ähnliches...es gibt eigene Selbsthilfegruppen für diese bekannte Problematik.

Meine Beziehung steht hier nicht zur Debatte. Ich hatte auch nie Beziehung mit jemandem mit der Diagnose. Ich sprach von einem familienmitglied, meinen Erfahrungen mit Patienten und mit zwei kurzen Dates vor einigen Jahren, die ich im ersten Kontakt bereits als emotional nicht stabil und emotional erschöpfend für ein Gegenüber erlebte (und die mir auch von ihrer Diagnose erzählten)

Daraus ergibt sich für mich persönlich die Perspektive, so etwas nicht unterschätzen zu sollen.
Muss ja nicht jeder meine Meinung teilen. So ein Strang soll ja die Vielfalt an Erfahrungen abbilden, so dass die TE schauen kann, was zu ihrer Situation räsoniert.

x 1 #28


AnnaLüse
Zitat von merretich:
Daraus ergibt sich für mich persönlich die Perspektive, so etwas nicht unterschätzen zu sollen.

Da kann ich voll mitgehen.

Finde es dennoch nach wie vor mindestens unglücklich, ADHS mit Persönlichkeitsstörungen zu vergleichen oder hier von einer (Co-)Abhängigkeit zu sprechen. Ich sehe hier auch keine Therapieresistenz sondern eher eine Verweigerung, was mehr mit der Person als mit der Diagnose zu tun hat.

x 2 #29


M
Zitat von AnnaLüse:
Da kann ich voll mitgehen. Finde es dennoch nach wie vor mindestens unglücklich, ADHS mit Persönlichkeitsstörungen zu vergleichen oder hier von einer (Co-)Abhängigkeit zu sprechen. Ich sehe hier auch keine Therapieresistenz sondern eher eine Verweigerung, was mehr mit der Person als mit der Diagnose zu tun hat. ...

Jede psychiatrische Diagnose kann zu Co Abhängigkeit beim Prädisponierten Gegenüber führen.
Daher die anderen von mir angeführten Beispiele.
Letztlich gehts- zumindest für mich- hier nicht um Wertung oder Stigmatisierung von Betroffenen-
auch wenn einige das anscheinend so auffassen. Es geht um die Problematik, die das für eine
Beziehung beim Gegenüber auslösen kann und auch bei der TE offensichtlich tut.
Und ein Mensch aus dem therapeutischen Bereich, welcher sich gezwungen sieht, den Partner
selbst medikamentös zu therapieren, vieles mit der Diagnose rechtfertigt, was- da hast Du recht- einfach am Unwillen des Gegenübers resultiert, Verantwortung zu übernehmen- während die eigene Psyche leidet, ist Co Abhängigkeit wie aus dem Buche beschrieben.

x 1 #30


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