Verycloudy
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Ich bin neu hier.
Habe die letzten Wochen stumm mitgelesen, was mir schon sehr geholfen hat. Zu wissen, dass es anderen Menschen auch so beschissen (oder noch beschissener) geht oder ging, gibt mir das Gefühl, nicht alleine zu sein.
Jetzt bin ich aber an dem Punkt angekommen, an dem ich meine Geschichte erzählen möchte. Ich hoffe, es hilft mir, meine Gedanken zu sortieren.
Kurz vor Weihnachten teilte mein Noch-Mann mir mit, dass er sich seiner Gefühle nicht mehr sicher wäre und sich ein kleines bisschen in die Mutter der Schulfreundin unseres Sohnes verguckt hätte. Er wollte mir das aber sagen, bevor da mehr entsteht und den Kontakt abbrechen und erstmal mit uns gucken, wie es weitergeht.
Ich war wie vor den Kopf gestoßen. Er hatte in den letzten 2 Jahren mal erwähnt, dass er mit Dingen unzufrieden war (unser Haus, sein Job, keine gemeinsamen Freunde mehr). Im Nachhinein sagt er mir, ich hätte das doch verstehen sollen, dass er eigentlich die Beziehung meinte.
Vielleicht habe ich es nicht ernst genug genommen.
Er sagte, er bräuchte erstmal Ruhe zum Nachdenken. Die habe ich ihm gegeben uns es waren einige der schlimmsten Tage meines Lebens.
Im Endeffekt hat er sich dann getrennt, weil wir zu verschieden sind. Er hätte das von Anfang an gemerkt, aber da hätte es ihn noch nicht gestört.
Die letzten 2 Jahre hat er eine Therapie gemacht (wegen Depressionen) und in der Zeit hat er viel über sich gelernt. Und da hat er dann auch gemerkt, dass er in der Beziehung unglücklich ist.
Okay, das hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Vor allem wegen unserem Sohn.
Ich musste es dann wohl akzeptieren.
Für mich war klar , dass ich mir so schnell wie möglich eine Wohnung suche. Für ihn wäre es auch okay gewesen, noch eine Zeit lang zusammen in dem Haus zu bleiben. Spätestens als er mir dann gesagt hat, dass mit der Mutter der Schulfreundin was läuft, war das aber für mich keine Option mehr. Er fühlte sich von ihr verstanden. Ich hätte kotzen können.
Unser Sohn hat es glücklicherweise gut aufgefasst.
Ich bin dann Mitte Januar ausgezogen, unser Sohn ist bei ihm geblieben. Das war eigentlich immer klar, da er die Elternzeit gemacht hat und auch danach seine Arbeitszeit verkürzt hat, um ihn zu betreuen. Bis jetzt klappen die Absprachen bzgl. Besuch auch gut.
Ich habe mich von Woche zu Woche besser gefühlt (am Anfang war es ein Erfolg, mal 10 Minuten nicht zu heulen, jetzt heule ich manchmal den ganzen Tag nicht), konnte wieder besser schlafen und wenigstens ein bisschen essen.
Vor 3 Wochen hat sich seine "Sie-versteht-mich-ohne-Worte"-Partnerin sich von ihm getrennt. Und gestern möchte er mit mir klären, dass er evtl. in ein paar Monaten etwas weiter wegziehen will- weil er seit 2 Wochen eine neue Freundin hat.
Das hat mich umgehauen. Nicht aus Eifersucht. Ich möchte ihn nicht wiederhaben, denn er ist absolut nicht mehr der Mann, den ich so sehr geliebt habe. Aber ich kann nicht verstehen, wie man Menschen einfach so austauschen kann und dann nach 2 Wochen (!) ernsthaft darüber nachdenken kann, zusammenzuziehen.
Vor allem nicht mit Kind! Und warum er mir das jetzt schon unter die Nase reiben muss. Unser Sohn kennt sie natürlich auch schon.
Ich habe meinem Noch-Mann gesagt, dass ich den Kleinen niemals so schnell da reinziehen würde, falls ich jemand kennenlernen sollte.
Er hat da kein Verständnis für.
Na ja, wer weiß, was in ein paar Monaten ist, vielleicht hat sich das dann auch schon wieder erledigt oder unser Sohn möchte nicht mitziehen sondern zu mir kommen. Dann müsste ich zwar meine Stunden reduzieren, aber das sollte gehen.
So, ich möchte langsam zum Ende kommen.
Ich merke, dass die Täler immer seltener werden und nicht mehr so tief sind. Aber manchmal haut es mich trotzdem noch ganz schön um. Nicht, weil ich ihn als Person vermisse, sondern die Veränderung in meinem Leben noch nicht ganz akzeptieren kann und Angst vor der Zukunft habe. Ich wünsche mir halt manchmal das Vertraute zurück auch wenn mein Kopf weiß, dass das nicht passiert und auch nicht gut wäre. Mein Herz ist immer noch verletzt.
Das Schreiben hat schonmal gut getan.
Ich fühle mich besser.