HollyK
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Heute vor 2 Wochen hat mir mein Mann nach 22 Jahren Beziehung, davon 11 Jahren Ehe, eröffnet, dass er sich in die Nachbarin verliebt hat. Mir hat es den Boden unter den Füßen weggezogen, da für mich bis dahin alles in Ordnung war. Er war meine große Jugendliebe, als wir zusammenkamen war ich 15 und er 18. Seit 6 Jahren sind wir Eltern eines wunderbaren Sohnes.
Was mich so fassungslos macht, ist, dass er alles mit sich allein ausgemacht und mich dann vor vollendete Tatsachen gestellt hat. Er hat schon länger gemerkt, dass die Gefühle für mich schwächer werden und zeitgleich die Gefühle für die Nachbarin stärker. Ihm hat in unserer Beziehung Zärtlichkeit gefehlt. Nicht, dass es gar keine gab, aber für ihn war es nicht mehr genug. Nur gesagt hat er nichts. Er hat die letzten Wochen einfach nichts gesagt und mir damit jegliche Chance genommen, zu reagieren, etwas zu ändern.
Mir ist ja auch aufgefallen, dass es schon mal mehr Umarmungen, Küsse, Sex gegeben hat. Aber für mich war das okay, das Kind ist jetzt größer und selbständiger und ich dachte, JETZT können wir das wieder in Angriff nehmen, wieder mehr Paarzeit verbringen etc. Weil wir ansonsten ein super Team sind, habe ich gedacht, wir halten das aus. Tja, falsch gedacht.
Und ich kriege einfach keine Chance! Er sagt, sein Herz kann er nicht überhören. Er ist bis über beide Ohren verliebt und kann das nicht abstellen. Er möchte es auch gar nicht versuchen (habe ihm gesagt, dass man durchaus über Gefühle hinwegkommen kann, wenn man WILL, Kontaktabbruch etc.).
Warum schmeißt er 22 Jahre und eine FAMILIE einfach so weg? Ohne wenigstens zu versuchen, zu kämpfen? Er sagt, es zerreißt ihm das Herz, wenn sich unser Sohn an ihn hängt und sagt, er vermisst ihn, er will, dass er wieder zurückkommt. Und dann versucht es nicht einmal? Warum sind diese Schmetterlinge so viel stärker?
Was das ganze noch fieser macht, ist natürlich, dass sie nebenan wohnt. Wir sind eine tolle Nachbarschaft mit mehreren Familien, grillen öfter zusammen, unsere Kinder spielen zusammen. Wie soll ich das denn aushalten? Warum verlässt er seine Familie um zu ihr und ihren Kindern zu gehen? Wie soll unser Sohn das verstehen, dass der Papa jetzt bald bei seinem Freund am Abendbrottisch sitzt und nicht mehr bei ihm? Immerhin sagt er, dass er nicht nebenan einziehen wird. Ob sie sich jetzt gleich zusammen was suchen oder erst für sich allein, weiß ich nicht.
Ich versuche, für meinen Sohn stark zu sein. Aber ich schaffe es einfach nicht. Seit 2 Wochen heule ich täglich und fühle einfach keine Besserung. Heute bin ich den ersten Tag wieder arbeiten. Immerhin sitze ich schon länger am Schreibtisch als heulend auf dem Klo.
Wie komme ich durch diese schwere Zeit? Immer wenn ich denke, dass es mir ein klitzekleines bisschen besser geht, haut es mir im nächsten Moment wieder den Boden weg. Ich habe nonstop Magenschmerzen, habe tierisch abgenommen.
Eschwerend kommt ja auch hinzu, dass ich nicht einfach einen Cut machen kann! Ich sehe ihn derzeit fast täglich weil er unseren Sohn besuchen kommt, frische Wäsche holt, etc. Er hat halt noch keine eigene Wohnung, kann also seine Sachen noch nicht holen. Er ist also quasi ständig um mich, er oder seine Sachen.
Ich möchte mit meinem Sohn in unserer Wohnung bleiben, weil ich ihm momentan nicht noch mehr nehmen möchte. Er fühlt sie hier wohl, wird um die Ecke in ein paar Wochen eingeschult, hat hier seine Freunde. Wohnungen sind hier sowieso sehr schwer zu bekommen.
Ich war noch nie allein. Er ist meine erste richtige Beziehung gewesen, wir sind damals in unsere erste Wohnung gemeinsam gezogen. Ich weiß gar nicht, wie allein sein geht.
Nächste Woche fährt mein Sohn für 3 Tage mit dem Kindergarten weg. Weiß gar nicht, wie ich das aushalten soll. 3 Tage allein. Ohne Ablenkung. Habe nur sehr wenige Freunde und die wohnen leider nicht um die Ecke. Telefonieren geht natürlich.
Vorgestern habe ich ihm einen Brief geschrieben, viele gemeinsame Erlebnisse angesprochen und ihm gesagt, dass die Tür noch nicht zu ist. Heute schreibt er mir eine Nachricht und fragt, wie weit ich mit einem eigenen Auto bin (er übernimmt das Familienauto). Auch eine Art zu antworten.
Wann wird es endlich besser? WIE wird es endlich besser?
und gibt Dir alle nötige Zeit. Und bleib Dir treu. Für Dich, für Deinen Sohn....