Berlinerin91
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ich kann deine Gefühle und Gedanken sehr gut nachvollziehen und erkenne mich in dem, was du schreibst, zum großen Teil wieder. Interessant ist, dass man als außenstehende Person, die gerade nicht ganz so tief emotional dringhängt, die Wirkung einer solchen Gedankenwelt wahrnimmt - und die ist leider sehr schwermütig. Gerade bist du natürlich noch dabei, alles für dich zu sortieren, was oft dazu führt, sein ganzes Leben und alle Entscheidungen in Frage zu stellen - ganz normal, würde ich sagen. Auch, dass du deine Sehnsüchte so stark fühlst und nicht weißt, wie du diese in Zukunft erfüllen kannst. Gerade was den Kinderwunsch angeht... da fühle ich wirklich mit dir mit. Diese Angst ist hartnäckig und wahrscheinlich schwer nachvollziehbar für diejenigen, die diesen Wunsch nicht haben.
Allerdings, und das ist das Problem, ist es wichtig, diesen Modus nicht beizubehalten, um deine Wünsche in die Realität umzusetzen. Tin_ hat das ja schon ganz gut auf den Punkt gebracht - und auch, wenn du gerade (nachvollziehbarerweise) sensibel reagierst, denke ich, dass diese Klarheit auch hilfreich sein kann.
Zitat von Ex-Mitglied:Ich geb wirklich mein bestes, selbständig zu sein, aber trotzdem wünsche ich mir einen Partner. Ich frage mich immer, warum man das oftmals nicht sagen oder zeigen darf, sondern immer so tun muss, als wäre man eigentlich allein am glücklichsten...
Bei diesem Satz hat sich für mich ein intuitiver Widerspruch ergeben: Ich glaube, dass du nur dann wirklich (emotional) selbstständig bist, wenn du dich nicht darum bemühen musst. Ich denke, dass ich weiß, wie du das meinst, aber dennoch: Wenn du dieses Gefühl SO aktiv hervorrufen musst, scheint es da noch ein wenig Arbeit zu geben für dich. Ich habe deinen anderen Thread zugegebenermaßen nicht gelesen, aber dass du in der neuen Stadt deine Freunde vermisst, ist natürlich kein mildender Umstand. Das verstärkt das Gefühl der Einsamkeit nochmal mehr. Aufgefallen ist mir auch, dass du ihn angebettelt hast, bei dir zu bleiben. Ich verstehe diesen Impuls vollkommen, aber ich glaube dieses Forum beweist, wie wenig wirksam das auf Dauer ist.
Ich wünschte, ich hätte ein Geheimrezept für das Abstellen dieser Ängste - weil es mir oft genug genauso geht. Gleichzeitig scheint klar zu sein, dass sich das nicht wirklich erzwingen lässt. Ich würde an deiner Stelle versuchen, jetzt nicht zu viel zu analysieren und die Gedanken in eine ganz andere Richtung zu lenken. Manchmal hilft schon ein gutes Buch, das die Weltflucht ein bisschen leichter macht. Und was mir auch ab und zu hilft: Der Gedanke, dass man nicht automatisch glücklicher mit Kind und Mann ist. Man hat einfach ein anderes Leben - was in manchen Aspekten natürlich besser ist - in manchen eben auch nerviger. Eben anders. Ich denke dann an eine enge Freundin, die trotz Kind und Freund verheult vor mir sitzt und mich um meine Unabhängigkeit beneidet. Im Endeffekt ist dieses anvisierte Glück genauso relativ und nicht unbedingt gekoppelt an bestimmte Ereignisse.