Caecilia
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Zitat von thegirlnextdoor:Für all das wäre es schon wichtig, die eigenen Anteile am Scheitern einer Beziehung zu hinterfragen/zu reflektieren.
Zitat:dass man aufgrund unbewusster Muster etc. immer wieder in die gleiche "Falle" tappt oder immer wieder dieselben Konflikte heraufbeschwört oder sich immer wieder einen Partner sucht, mit dem es vielleicht nicht gut passt. (Stichwort "auf den oder die falsche gehen")
Ja - und mir fällt noch ein weiterer Grund ein, warum das Hinterfragen und Reflektieren wichtig ist: Zwar macht es mir die Sache einerseits schwerer, weil ich anerkennen muss, dass ich selbst (vermeidbare?) Fehler gemacht habe, d.h. dass ich es ggf. auch in der Hand gehabt hätte, das Ruder noch herumzureißen. Andererseits hilft es mir bizarrerweise auch ein bisschen, mit dem Ganzen besser umzugehen: Ich wurde der Trennung nicht völlig und aus heiterem Himmel ausgeliefert (auch wenn es sich im ersten Moment so angefühlt hat), sondern ich habe durchaus auch meinen Teil dazu beigetragen, war also, wenn auch negativ, schon irgendwie auch "aktiv" beteiligt.
Zitat von Birkai:Von meinem Ex habe ich bis heute nur Schuldzuweisungen erhalten. Keinerlei Eigenverantwortung. Ich denke für ihn ist es einfach wichtig, um nach außen und vor sich selbst seine Entscheidung zu rechtfertigen.
Das ist hier auch so. Bin gespannt, ob sich das irgendwann nochmal ändert.
Zitat von Birkai:Ich habe mal gesagt, ich bin dir nicht böse wegen der Trennung, dass passiert. Aber ich bin wütend über die Art und Weise wie du dich getrennt hast und mich seitdem behandelst. Das wiegt viel schwerer als die Trennung an sich.
Exakt, ist hier auch so.
Zitat von Laetitia2024:Wenn man achtsam ist, dann merkt man, wenn der Partner nicht mehr glücklich ist.
Darüber stolpere ich oft. Was heißt genau "nicht mehr glücklich"? Wie "glücklich" muss ich sein" Wer entscheidet, wie "glücklich" "glücklich genug" ist? Woran merkt man das? Was ist das überhaupt - "glücklich"?
Mein Ex und ich hatten während unserer Beziehung vermutlich beide glücklichere und weniger glückliche Phasen - dabei wurde das Glück im "Inneren" (Beziehung) zudem natürlich auch noch von äußerlichen Faktoren (Arbeit etc.) bestimmt. Es war bei uns auch kein stetiger Abwärtsprozess (wenn man vielleicht mal von der allerersten Verliebtheit absieht). Wann hätte man denn dann sagen sollen: "O.K. - genau jetzt an diesem Punkt ist er wohl nicht mehr glücklich genug?"
Klar, häufiges Reflektieren der Beziehung und der beiderseitigen Gefühle in dieser hätte sicher geholfen. Aber auch dann wäre es ja vermutlich so gewesen, dass eine/r von beiden irgendwann selbst gesagt hätte: "Jetzt bin ich (gefühlt, für mich) nicht mehr glücklich genug mit der Beziehung." Mir ist nicht wirklich klar, wie man das als Partner/in merken soll, weil man ja auch die "Glücksvorstellungen" des anderen nicht genau kennt.
Zudem ist es, zumindest bei Warmwechsel-Trennungen ja meist eher so, dass nicht das absolute "Glückslevel" in der Altbeziehung bewertet wird, sondern dieses wird zu der neuen Liebe und der Beziehung und dem Glück, das diese vermeintlich verspricht, in Beziehung gesetzt, es findet also eine relative Bewertung statt. Warmwechsler sind ja zu 99% solche, die ohne neue Liebe in der Altbeziehung geblieben wären, also auf einem absoluten "Glückslevel" war diese "good enough".
Ob man eine Affäre immer merkt, weiß ich auch nicht. Ich habe bei der emotionalen Affäre meines Ex schon gemerkt, dass etwas im Busch war (und ihn ja schließlich auch darauf angesprochen). Das lag aber auch am (eher unreifen, kindlich-trotzigen) Umgang meines Ex mit der ganzen Sache (was im Endeffekt aber auch wieder gut war, sonst hätte sich das Ganze womöglich ewig als Affäre hingezogen). Bei einem Affärenführenden (m,w,d), der ein besserer Schauspieler ist, ist das womöglich ganz anders.