Zitat von Bluete:
Danke für die Antwort. eigentlich schreibe ich nicht so oft in Foren, aber ich war so verzweifelt. Geht es dir momentan schlecht und wenn ja, wie gehst du damit um?
Ich kann deine Verzweiflung voll verstehen. Bei mir ist das kein Dauerzustand, sonder tatsächlich Phasenweise.
Zunächst habe ich schon früher angefangen, Leute die mir nicht gut tun, auszusortieren und stehe heute ohne wirkliche Freunde da. Ein Problem mit alleine sein hatte ich allerdings noch nie, da ich früh mich um mich selbst kümmern musste.
Ja, momentan habe ich wieder diese Phase. Entweder sie kommt einfach so, oder es gibt dazu einen Auslöser.
Diesmal gab es einen Auslöser. Auch bin ich dabei eine Trennung zu verarbeiten. Das kommt zusätzlich hinzu.
Es ist wie ein roter Faden der sich durch das Leben zieht.
Den ultimativen "du bist schuld" Stempel verpasste mir mein Vater vor ca. 16 Jahren. Bis heute habe ich das nicht verstanden und verarbeitet.
Meine Depressionen rühren daher, dass mich Menschen immer wieder benutzen, belügen, verlassen, beschimpfen...
Ich sei zu gutmütig sagte man mir. Nein das bin ich nicht. Diese Leute wissen Loyalität und Aufrichtigkeit nicht zu schätzen.
Edit: Hinzu kommt eine Fehlfunktion der Schilddrüse, welche auch depressive Episoden verursacht. Diese fühlen sich aber anders an.
Menschen die nahe stehen. Die eigene Familie, vermeintliche Freunde.
Zuhören und für mich da sein will so gut wie niemand. Ich schreie manchmal nach Hilfe und bin gezwungen das meiste mit mir auszumachen, obwohl ich das nicht möchte. Beim Therapeuten war ich auch schon und hatte dort so schlechte Erfahrungen gemacht, dass ich Angst habe, wieder diese Erfahrung zu machen.
Als alleinerziehende Mutter hat man es nochmal extra schwer. Rede viel mit meinen Kinder, damit sie das Verständnis bekommen, dass ich nicht immer kann und mir auch mal Zeit für mich nehmen muss. Das klappt ganz gut.
Wie gehe ich damit um:
Nicht viel anders als auch sonst.
Mache was mir Spaß macht, zeichne, höre Musik, zocke, kümmere mich um unsere Katze die mir viel gibt, versuche meinen Job gut zu machen,...
Ich versuche inneren Frieden mit Dingen zu schließen und schätze die Kleinigkeiten.
Und ganz wichtig: ich weine wenn mir danach ist und unterdrücke nicht meine Gefühle.
Hinzu kommt dass ich 50% Introvertiert und 50% extrovertiert bin. Damit nerve ich mich selber. Ich kann mich super und am liebsten alleine beschäftigen, von jetzt auf gleich habe ich dann Lust auf ein Konzert. Dort treffe ich öfter Bekannte. Diese Kontakte reichen mir momentan aus.
Mehr schaffe ich momentan nicht
Bin schon fast wieder am Heulen.
Ich habe jedoch eins aus meiner Erfahrung gelernt: Ich sehe nicht weg wenn jemand Hilfe benötigt. Zumindest die nahestehenden Menschen die einen Platz in meinem Herzen haben, denn ich weiß wie sch. weh es tut, wenn niemand da ist.
Vielleicht hat dir das irgendwie geholfen.
Meine message an dich:
Man fühlt sich als ob man der einzige Mensch ist, dem es so geht. Nein, du bist nicht alleine damit.
Sofern möglich, lass Hilfe zu oder wichtiger: Frag danach. Die Leute können nicht in den Kopf hinein schauen.
Du kannst zur Überbrückung bis du einen Therapeuten hast, die Lebensberatung bei der Caritas oder Diakonie kostenlos in Anspruch nehmen.