noidea
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Deine Therapeutin scheint sehr klar auf seiner Seite zu stehen und seine Sicht zu kenne, was nicht unbedingt falsch sein muss.
Im Endeffekt erzählt sie dir nicht, was du tun MUSST, sondern was du tun MÜSSTEST um mit ihm zu leben.
Und du warst hinterher vor den Kopf gestoßen, weil du findest, dass das zu viel verlangt ist.
Also sehen wirs so:
- Entweder du heilst ihn (so wie die Therapeutin es vorschlägt)
- Oder du gehst, heilst lieber dich selbst und startest nochmal neu, mit allen Unannehmlichkeiten
- Oder alles bleibt wie es ist.
Mehr Optionen hast du nicht.
Keine davon ist wirklich toll.
Du kannst dir Pro Option vorstellen, wo du dich in drei Monaten, in einem Jahr oder in 5 Jahren siehst.
Das ÄNDERN lässt dich in drei Monaten bestimmt wackliger und trauriger, einsamer stehen wie das BLEIBEN.
Aber beide anderen Optionen sind langfristig sicherer.
Ich denke schon, dass es möglich wäre, in deinem Mann Respekt zu erzeugen, indem du etwas selbstbewusster auftrittst und seine Ausraster als seine SCHWÄCHE betrachtest statt als ANGRIFF und ihm mit Mitleid statt mit Wut begegnest.
Ich glaub aber auch, dass du dadurch vermutlich sehr viel Kraft in einen Menschen investieren müsstest, der es dir ggf nicht danken wird - wenn er nen Alk. hat, ist das alles vll ne Nummer zu groß für dich als einfache Partnerin, um ihn zu heilen oder zu bekehren! Das find ich ein bisschen unfair von der Therapeutin, dass sie das Thema Alk. so runterspült und tut, als wäre er normal, zurechnungsfähig und halt nur 'beruflich überfordert' - was anscheinend aber lang nicht alles an seinem Problem ist...
Setz dich damit auseinander, ob du gehen kannst. Ob du die Kraft und den Mut hast, ohne ihn zu leben --- wenn nicht, dann versuch wenigstens selbstbewusster zu werden (neue Hobbys ohne ihn, ggf Gruppentreffen plus neue Kontakte, ggf Selbsthilfegruppe für gegenseitige Stärkung mit anderen Betroffenen!) und damit vll wirklich erträglichere Bedingungen zu schaffen.
