Hallo, Leute.
Ich lese, dass es offenbar immer noch genug Zündstoff gibt und der charakterliche und moralische Aspekt von Affären weiter genug Futter für Auseinandersetzungen liefert
Ich finde das gar nicht schlecht, es ist ein kontroverses Thema und die Haltungen gehen auseinander.
Ich hatte in den vergangenen zwei Wochen keinen weiteren Kontakt zu meinem ... ich sag mal: Freund.
Dadurch, dass ich ziemlich viel Arbeit und zwei kranke Katzen zu pflegen hatte, ist die Zeit aber (zum Glück) recht schnell rum gegangen und ich habe mich einigermaßen gut damit gefühlt, in der Rolle zu sein, in der ich bin.
Ich weiß , dass er an mich denkt und dass er weiß, dass er sich melden kann, wenn er mag.
Das wird für manch einen nach Bequemlichkeitswunschkonzert klingen, ist für mich grade aber ok. So habe ich nicht das Gefühl, dass ich einen nicht umkehrbaren Abschied initiiert habe, den ich 1.: gar nicht möchte und der 2,: möglicherweise auch von ihm gar nicht gewünscht ist.
@kuddel u.A. : es ist müßig, darüber zu spekulieren, wie viel ich an Herz und Gefühl und "echter Liebe" in meiner Ehe gebe. Ich habe mich dazu mehrfach geäußert.
Mein Mann stellt keinen Unterschied zu Zeiten vor der Affäre fest. Es ist keine "Freundschaft plus". Wenn ich meinem Mann sage, dass ich ihn liebe, fühle ich mich auch nicht schlecht, denn es ist die Wahrheit und das, was ich fühle. Punkt.
Wenn jetzt jemand der Meinu g ist, das könnte aber alles gar nicht sein und es ist in Wahrheit bestimmt ganz anders und bloß gesprochene Worte ohne echten Wert...Joa. Kann ich nicht viel dran ändern, an der Meinung. Widerlegen kann ich's nicht und muss ich für mich auch nicht.
Die Therapie läuft bisher ganz gut, wir haben ein gutes Verhältnis zueinander aufgebaut und werden wohl zusammen weiterarbeiten.
Der erste Schritt wird sein zu gucken, wohin die Reise beruflich weitergeht, um erstmal einen Pflock einzuschlagen und an einer Stelle für Stabilität zu sorgen, die ich aushalten kann. Alles weitere, da geht meine Therapeutin mit whynot konform, eilt nach 8 Jahren und in der Situation jetzt gerade nicht wirklich.
Übrigens : nachdem so viele hier geschrieben haben, man könne doch versuchen, mit dem Mann diese andere Seite auszugleichen, habe ich es interessehalber (mal wieder) versucht . ich dachte, dass da nun durchaus nach Jahren ja auch eine Änderung stattgefunden haben könnte.
Es wären nur zwei Kleinigkeiten, aber ich kann sagen: nach wie vor: "nein, kann ich nicht."
Ich bin später die Situation im Kopf durchgegangen wie sie mit meiner Affäre gelaufen wäre: ganz anders (und hier lasse ich eine Wertung ganz bewusst raus).
So wie ein Kneipengespräch mit whynot über Affären ganz anders laufen würde als mit Wessy. Gleiches Thema, ich als gleiche Person, gleiche Kneipe, gleiches B.. Und doch eben ganz anders.
Übertragen auf viele Themen und Lebensbereiche kann man dann eben nicht sagen: och, da kann man doch nach Kompromissen suchen.
Wie soll der aussehen, wenn es doch den Mensch in seinem ganzen Wesen, seinem Sein, seinen Vorlieben, seinen Denkmustern betrifft. Wie soll das laufen?