Zitat von mimimi:Vor drei Monaten habe ich erfahren, dass mein Mann eine circa zwei Jahre andauernde Affäre pflegte, aus der dummerweise auch noch ein Kind entstanden ist. Dieses Kind und mein Sohn sind alterstechnisch nur fünf Monate auseinander.
Der Schock war einfach nur unglaublich. Ich wollte es nicht glauben, aber trotzdem beschloss ich meinem Mann eine zweite Chance zu geben, schließlich ist alles, was ich mir für die Zukunft dachte, mit ihm gewesen. Weitere Kinder, Hausbau. Einfach glücklich sein.
Wir reden viel, und er sagte immer, dass er zu 100 % zu mir steht. Dass er bei mir und unserem Sohn bleiben will, dass wir seine Familie sind. Wir streiten uns seit dem zwar auch sehr sehr viel, aber ich glaube, dass wir dasselbe Ziel haben.
Für mich war es wichtig, dass der Kontakt zu der anderen und dem Kind umgehend abgebrochen wird, was er auch gemacht hat. Ich wäre sonst gegangen.
Nun habe ich entdeckt, dass da doch noch Kontakt sein muss. Und dass ich wieder belogen wurde. Gleichzeitig spricht er nonstop vom Ehe retten. Wie soll ich damit umgehen, dass er weiterhin diese Frau sehen will. Und ich meine damit wirklich, die Frau. Die beiden sind nämlich ohne Kind zusammengesehen worden.
Was würdet ihr tun? Weitere Indizien sammeln? Oder gleich darauf ansprechen?
Kann man eine dritte Chance geben, ohne sich vollkommen zum Affen zu machen?
Nun - den Kontakt zur Aussenfrau abzubrechen, das halte ich für vertretbar. Nicht aber deine Forderung, das Kind nicht mehr zu sehen. Das Kind kann nichts für seine Eltern und hat ein Anrecht auf Mutter UND Vater.
Und gerade WEIL ein Kind da ist, kann er möglicher Weise deine Forderung nicht erfüllen. Er hat Verpflichtungen und er wird dieses Kind (zu dem er nach zwei Jahren sicher eine Bindung aufgebaut hat), nicht ohne weiteres links liegen lassen können. Zumindest nicht, wenn er ein Mensch mit Ehre ist. Und das ist er sicher, sonst hättest du ihn nicht geheiratet, oder?
Nehmen wir an, er liebt dich und will die Ehe mit dir fortführen. Nehmen wir an, er will dich nicht verletzen, weil er seinen Fehler einsieht und dich liebt. Aber da ist auch dieser kleine Mensch, der ihn Papa nennt und der ihn genauso zu verzücken vermag, wie euer gemeinsames Kind.
Ich weiß, es ist jetzt viel verlangt, aber wenn du dich in die Rolle des Kindes hinein versetzt, wie würdest du dich fühlen, wenn dein Vater plötzlich nicht mehr da wäre? Würdest du weinen? Wärst du verzweifelt? Würdest du deine Mutter nach deinem Papa fragen?
Was würde eine liebende Mutter tun? Sie würde vermutlich versuchen, den Vater des Kindes kontaktieren und ihn bitten, Kontakt zu seinem Sohn zu halten.
Vielleicht nimmt sie aber auch Kontakt zu ihm auf, um die finanziellen Aspekte zu klären bzw den Umgang. Vielleicht hat sie ihn auch um eine letzte Aussprache gebeten...
Wie würdest DU dich in seiner Lage fühlen? Was ginge in dir vor?
ICH würde mich an deiner Stelle mit meinem Mann hinsetzen und würde ihn darauf ansprechen - und zwar ohne Vorwürfe; auch wenn dir das viel abverlangt. Aber du hast dich entschieden, ihm eine zweite Chance zu geben. Dafür müsst ihr erst mal den ganzen Mist aufarbeiten. Dazu gehört auch, eine für BEIDE akzeptable Lösung zu finden. Unter Berücksichtigung BEIDER Kinder.
Versteh mich bitte nicht falsch. Ich verstehe dich wirklich gut. Ich bin auch von meinem Mann betrogen worden und habe verziehen...AUch meine Forderung war, die Aussenfrau nicht wieder zu sehen. Wäre da ein Kind entstanden - ich weiß nicht, ob ich hätte verzeihen können....
Aber die beiden haben ein KIND. Ein genauso greifbares kleines Wesen, wie gerade bei dir in der Wohnung herum hüpft. Es wird sie IMMER miteinander verbinden. Ihr ganzes Leben lang...
LG
kk