15

Selbstmordgedanken, keine Lust mehr zu leben, was tun?

caemchilla

10
1
2
Hallo,

Ich, w, 29, fühle mich seitdem mein Ex-Freund sich von mir getrennt hat, extrem einsam und verloren. Seit mehreren Tagen geht es mir so schlecht, dass ich regelmäßig daran denke wie erleichternd es wäre wenn mein Leben am Ende wäre. Ich weiß wie unglablich toll das Leben sein kann und ich denke, dass ich rational gesehen auch psychisch gesund bin. In meinem Leben läuft nur zur Zeit alles (bis auf meine Gesundheit) so schlecht, dass ich einfach nicht mehr mag und da alleine auch nicht mehr herauskomme.
Die Geschichte:
Vor mehr als 5 Jahren, mit 24, lernte ich meinen Ex-Freund D.,(jetzt 27) kennen. Er ist mein erster Freund. Für mich zog er nach 2 Jahren Fernbeziehung in meine Stadt und begann hier eine neue Ausbildung. Wir zogen zusammen und alles war perfekt. Wir richteten die Wohnung gemeinsam ein und waren glücklich. Dann fing es an, dass er oft ohne mich abends loszog (mit seinen Mitschülern, die alle deutlich jünger waren als ich)- ich dachte mir nichts dabei. Mir ging es zu der Zeit studienbedingt oft schlecht- ein Jahr später nahm ich eine Auszeit weil ich ein Burnout hatte. Er war die ganze zeit für mich da und unterstützte mich viel. Wir waren viel füreinander da. Eines Tages (ca. nach einem dreivierteljahr zusammenwohnen) erfuhr ich, dass er mit einem Mädchen herumgeknutscht hat und auch abends bei ihr zu Hause war (und ihren BH ausziehen wollte und angeblich mit ihr schlafen wollte)- das fand ich leider durch eigenrecherche heraus. Als ich ihn damit konfrontierte stritt er zunächst alles vehement ab- irgendwann brach er zusammen und entschuldigte sich, weinte vor mir, sagte es wäre ein ausrutscher und es täte ihm furchtbar Leid. Er wüsste nicht, weshalb er das getan hätte. In der Nacht ließ ich ihn nicht zu Hause schlafen. Danach versprach er mir er würde nicht mehr alleine losziehen. Ich beschloss dieses Erlebnis hinter mir zu lassen und ihm komplett zu vertrauen. Da er aus instabilen Familienverhältnissen kommt (Vater gestorben, zur Mutter die an Psychosen leidet keinen Kontakt) und er mir bezüglich Kleinigkeiten manchmal unehrlich war (z.B. Haushalt), er auch in Streitsituationen sehr uneinsichtig und laut geworden ist, versprach er mir eine Therapie zu machen. Es lief auch zunächst wirklich gut. Dann fing er wieder an abends ohne mich loszuziehen. Er hatte immer noch keine Therapie angefangen. Irgendwann nagelte ich ihn darauf fest und drohte damit, dass er auszieht, wenn er keine Therapie machen würde. Dann zwang ich ihn auszuziehen. Er zog in eine WG und wir waren weiterhin zusammen. Alles lief gut. Als ich 2014 im Rahmen meines Burnouts zur Reha musste brachte er mich zum Bahnhof und meine am bahnhof zu mir, er bräuchte eine Pause von unserer Beziehung. In der Reha kam er mich dann aber auch besuchen und wir hatten weiterhin Kontakt. ein paar Wochen später war er sogar mit mir auf der Hochzeit meiner Schwester. Er küsste mich dort noch und sagte mir, dass wir auch irgendwann heiraten würden, dass ich die Frau seines Lebens bin.
So trafen wir uns weiterhin reeglmäßig. Für ihn waren wir nicht zusammen. Wir machten aber all das, was Paare machen. Silvester resiten wir nach London. Zu seiner Semesterparty davor nahm er mich nicht mit, am Tag danach half ich ihm aber beim aufräumen. Nach unserer London-Reise waren wir dann offiziell wieder zusammen. Es lief alles perfekt. Er überraschte mich regelmäßig, wir sahen uns fast täglich, wir bauten unsere Beziehung immer weiter intimer aus. Wir redeten davon wieder zusammenzusziehen, davon in 2,5 Jahren Kinder zu bekommen. Nach seiner Operation lag er im Aufwachraum und weinte, forderte nach mir. Er wollte nicht dass ich wieder gehe. Von dem Zeitpunkt an dachte ich dass wir immer zusammenbleiben werden. Im Juni letztes Jahr war ich bei ihm, weil ich erkältet war. Er ging feiern und ich blieb in seinem Bett.Während er feiern war schrieb er mir, dass ich die größte in seinem Leben bin. Als er wiederkam und sich zu mir in Bett legte, fragte er: heiraten wir irgendwann? Und ich antwortete: ich weiß nicht (weil ich enttäuscht war, dass ich krank bei ihm war und er trotzdem ohne mich loszog)- ich bereue das bis heute, weil ich nichts lieber getan hätte als ihn zu heiraten. Zwei Tage später sprach ihn ihn darauf an, weshalb er die gleichen Socken vom Vortag anziehen würde. Da ist er richtig ausgerastet und einfach gegangen. Er sagte er bräuchte Zeit zum Nachdenken und wir würden am Wochenende reden. Als wir uns am Wochenende trafen sagte er er bräcuhte eine Pause. Er fing an zu schluchzen un meinte: das wird schon wieder. Wir trafen uns danach noch 2 Mal zum Reden und es hieß er möchte eine Trennung. Aberim gleichen zug, dass ich es so sehen soll, wie wenn ein Buchkapitel zu Ende sei, aber das Buch noch nicht zu Ende geschrieben ist. Dann hatten wir ein paar Wochen gar keinen Kontakt (was sehr schwer für mich war). Eines nachts rief er mich dann doch an. Ich ging nicht dran, aber meldete mich danach. Von da an hatten wir wieder regelmäßig Kontakt. Zwar keinen s.uellen Kontakt, aber er meinte er würde versuchen wollen ob wir uns wieder neu kennenlernen könnten. Wir trafen uns regelmäßig, er kochte für mich, wie gingen ins Kino, ich besuchte ihn auf der Messe, wir schauten zusammen den Mond an. Im November wollten wir an einem Sonntag zusammen in eine Ausstellung gehen. Als ich Freitag abend feiern war fragte er mich ob wir es auf Samstag verschieben könnten. Da ich keinen Empfang hatte konnte ich mich nicht melden. Als ich Samstag mittag anrief, war er schon allein bei der Ausstellung. Samstag abend war er dann feiern- und so meinte vermutung- lernte er dort eine andere kennen. Denn er war den ganzen Sonntag nicht erreichbar. Als wir sonntag abend telefonierten, meinte er dass er sein Handy bei einer WG-Party vergessen hätte. Er war aber tagsüber auch kurz bei Whatsapp online...Danach meldete er sich kaum noch. Für seinen Geburtstag waren wir verabredet und er sagte ab (wegen eines Freundes). Danach schrieb er mir irgendwann dass es für ihn beziehungstechnisch nun wirklich aus sei. Wir trafen uns anfang November um zu reden. Wir redeten 2 Stunden darüber, was ich alles falsch gemacht habe. Dass ich ein negativer Mensch bin, unzufrieden mit meinem Job und mit meinem Leben, dass ich sei wie meine Mutter, dass es zu spät sei. Ich hätte keine Leidenschaft. Jeder sei für sein eigenes Glück verantwortlich. Er sagte er hätte kein Interesse an andeen Frauen und Beziehungen. Als ich ihn 2 Wochen später im Fitnessstudio traf sagte er, er hätte nie gesagt dass die Tür ganz zu sei. Zwei Wochen später postete er dann auf Facebook, dass er nun in einer neuen Beziehung ist. Er blockierte mich bei Whatsapp.
Weihnachten schrieb er mir: " Du musst akzeptieren, dass ich jetzt ein neues Leben habe. Dieses Leben mit A. war auch nicht geplant. So wie du damit aber in den letzten Tagen und letzten Nachrichten umgegangen bist zeigte mir wieso es nicht mehr klappte..immer eine gewisse Unruhe und sich erklären müssen..einfach unbeschwert." Anfang letzter Woche erfuhr ich dann, dass er mit ihr zusammenzieht.
Es zerstört mich.......

22.02.2016 12:02 • #1


Katalina


Hey Caemchilla, ich drück dich mal .. mehr kann ich im Moment nicht tun.. bin selber grad nicht so gut drauf..
kann dir aber sagen die erste Hürde hast du geschafft.. dich hier anzumelden ist das beste was du tun kannst.
Du wirst hier Trost und hilfreiche Tipps bekommen um die nächste Zeit zu überstehen und dann in Ruhe zu überlegen wie du am besten aus deinem Tief rauskommst..
Die gute Nachricht, es gibt einen Weg.. jeder der sich hier einlässt und dabei bleibt hat eine Chance das Ganze gut zu überstehen. Die weniger gute Nachricht, schmerzfrei wird es nicht sein auch kein leichter Weg, aber es ist zu schaffen. Da durch zu gehen macht stärker als zuvor.
Du schaffst es, genauso wie viele andere hier auch, gibt dir die Chance, gutes Ankommen und viele gute Antworten wünsch ich dir!
Katalina

22.02.2016 12:52 • #2


Nun auch ich


Der Schmerz kann manchmal unerträglich sein.

Geh bitte mit diesen Informationen direkt mal zu deinem hausarzt.

Hier wird dir viel geholfen, aber wir sind nur laien

22.02.2016 13:23 • #3


Narbe im Herz

Narbe im Herz


216
209
Liebe Caernchilla, ich spüre deine tiefe Verzweiflung und deinen Schmerz sowie deine Hoffnungslosigkeit. Ich kann die nur sagen, ich weiß wie du dich gerade fühlst, weil ich das alles auch von mir kenne. Das Herz zerreißt einem, man fühlt sich wie amputiert. In diesem Moment denkt man, es wird niemals besser werden. Man glaubt es einfach nicht, konnte ich auch nicht, aber es wird besser, auch wenn einem Rückschläge einholen. Und ja, letztendlich musst du da alleine durch und es schaffen. Aber liebe Freunde, Familie und auch Menschen hier können dir Trost spenden und dich etwas auffangen. Es dauert, gib dir diese Zeit und lass all deine Emotionen zu, das erleichtert. Ich habe den Eindruck, dein Ex hat oft anders gesprochen als er letztendlich gehandelt hat. Ich wünsche dir nur das Beste für deinen Weg und Hoffnung. Hoffnung, dass es wieder gut wird.

22.02.2016 13:33 • #4


caemchilla


10
1
2
@nunauchich: Ich bin schon seit längerer Zeit in therapeutischer Behandlung und gelte als gesund. Die Therapeuten sind aber auch sprachlos was meine aktuelle Lebenssituation angeht. Mehr als nur durch und mich ablenken ist nicht drin. Unsicherer Job, Eltern lassen sich gerade trennen, beste Freunde können aufgrund von eigener Krankheit selbst nichts auffangen...

22.02.2016 14:03 • #5


arjuni


- Termin beim Hausarzt und dort unbedingt die Selbstmordgedanken erwähnen
- im Akutfall Krisendienst in Anspruch nehmen: Telefonseelsorge oder Angebote der Stadt für kurzfristige Gespräche nutzen, es gibt auch an den Krankenhäusern Anlaufstellen für akute Krisensituationen (googeln)

Alles Gute, Arjuni

22.02.2016 14:15 • x 1 #6


caemchilla


10
1
2
Ich habe schonmal im Krankenhaus angerufen. Man kann sich halt selbst einweisen lassen. Aber mich mit Medikamenten vollpumpen zu lassen wird die Situation nur temporär besser machen...außerdem kann ich dann meine Karriere komplett an den Nagel hängen und habe dann wirklich noch weniger als jetzt schon.

Danke dennoch

22.02.2016 14:29 • #7


Birdycat


58
42
Vielleicht tut Dir eine stationäre Aufnahme gut, da gibt es Profis, die Dir helfen werden

Alles Gute für Dich

22.02.2016 14:30 • x 1 #8


caemchilla


10
1
2
Ich finde es traurig, dass man sofort in die psycho-ecke geschoben wird und gleich was nicht mit einem stimmt, nur weil man rational gesehen einfach so etwas als Erleichterung empfinden würde...

22.02.2016 14:34 • #9


arjuni


Du kannst Dich auch ins Krankenhaus einweisen lassen und die Einnahme von Medikamenten ablehnen. Dies ist kein Problem.

Ich weiß nicht, was die "Psycho-Ecke" für Dich ist. Vielleicht hast Du da (unberechtigte) Vorurteile.

22.02.2016 14:35 • x 1 #10


caemchilla


10
1
2
Ich bin schon seit jahren in psychitherapeutischer Behandlung, habe mich selbst auch schon jahrelang mit mir selbst auseinandergesetzt. Ich lehne Medikamente ab, da diese mich temporär verändert haben. Eine Einweisung mit Ablehnung von Medikamenten ist nicht möglich- nicht mit den Gedanken die ich zur Zeit habe. Ich sehe einfach keine Hoffnung.
Dazu kommt, dass ich zur Zeit Stipendiatin (Doktorandin) bin und meine Finanzierung Ende des Jahres ausläuft. Ich habe zur Zeit keinen Puffer mehr. Wenn ich jetzt eine Pause einlege, kann ich den Doktor an den Nagel hängen- und in meinem Bereich ist eine Jobsuche ohne Doktor so gut wie aussichtslos.

22.02.2016 14:39 • x 1 #11


arjuni


Liebe Caemchilla,

ich kenne seit Jahren dieses Gefühl, alles einfach nicht mehr aushalten zu können.

Für mich ist Selbstmord allerdings keine Option - mal ganz abgesehen davon, dass ich das meinen Kindern nie antun würde - aber rein theoretisch:

Woher will ich wissen, dass mit dem Tod dieser unerträgliche Zustand vorbei ist? Aus naturwissenschaftlicher Sicht besteht alles aus Energie. Energie kann sich aber nie in nichts auflösen. Sie kann lediglich ihren Zustand verwandeln.

Was, wenn Du Dich umgebracht hast und der Zustand dann gleich oder sogar noch schlimmer ist?

Mir hat mal ein Therapeut gesagt: Der Selbstmord-Gedanke an sich ist gar keine so schlechte Idee, allerdings ist nicht die Hardware (der Körper) das Problem, sondern die Software (das Denken, die Glaubenssätze, alte Muster). Also: alle Programme löschen und alles neu formatieren. Das ist sicher ein langer Prozess und geht nicht von heute auf morgen. Kann Jahre dauern. Aber ich denke, es ist machbar.

22.02.2016 14:53 • #12


CherryOnTop

CherryOnTop


144
1
209

22.02.2016 15:06 • #13


caemchilla


10
1
2
Ich glaube mein Problem ist, dass ich immer noch an die wahre Liebe glaube. Und nachdem wie er zu mir in der Beziehung war, welche Zukunftspläne er von sich aus mit mir geschmiedet hat, wie oft wir darüber geredet und gelacht haben wie es wohl wäre wenn wir beide ein altes Ehepaar sind, so wie wir immer füreinander da waren,...dass es das jetzt nicht mehr gibt und an meine Stelle einfach eine andere getreten ist, mit der er das fortführt...darüber werde ich mein Leben über nicht hinwegkommen und das niemals verkraften.
Ich habe sogar mitbekommen, dass sie zusammen in der Tierhandlung waren um sich Hamster anzuschauen- das war etwas was wir immer gemacht haben (hört sich doof an, aber das war so etwas, das wir geteilt haben)...

@ CherryonTop: Leider hilft mir das nicht. Ich hatte es, dass er einmal zurückgekommen ist. Und es war noch schöner und vertrauter als noch davor, weil er sich mir gegenüber noch weiter geöffnet hatte. Ich habe nicht unbedingt Angst davor, nur wegen ihm nicht glücklich zu werden. Mein größter Lebenswunsch ist nach wie vor mit ihm alt zu werden und eine Familie zur gründen, füreinander da zu sein. Dieses Gefühl der Vertrautheit und intuitiven Verbundenheit zwischen uns war einfach extrem stark ausgeprägt....ich weiß, dass ich ohne ihn nie wieder so vollends glücklich sein werde wie ich es in seiner Gegenwart war, weil er mir einfach ein unglaubliches Gefühl der Geborgenheit gegeben hat. Ich liebe ihn einfach. Und ich dachte es wäre für immer. Und ich vermute nach wie vor, dass er mich auch immer noch liebt und dass das alles nur Ablenkung von der Wahrheit ist, weil er an einen Punkt kam, an dem er sich nicht noch weiter öffnen konnte.

Ich komme einfach nicht darüber hinweg, weil er mir bis heute nicht klar ins Gesicht gesagt hat, dass er mich nicht liebt und was die Ursache(n) war(en).

22.02.2016 15:30 • x 1 #14


Narbe im Herz

Narbe im Herz


216
209
Ich weiß genau, wie und was du fühlst.

22.02.2016 16:15 • #15




Ähnliche Themen

Hits

Antworten

Letzter Beitrag