Liebe Bekannte,
Zitat:Als Frau ist sie komplett abgemeldet, wird nicht mehr als s.y und begehrenswert wahrgenommen, sondern anderthalb Jahre(!) abgelehnt und zum '6uellen Problembär' erklärt.
Und das in einer Phase, in der man als Frau ohnehin erst zum eigenen Körper und zur eigenen Rolle als Mutter UND Frau wieder (zurück)finden muss.
Zitat:„Pfadfinder hat ihr das Frausein genommen“
Zitat:Es sieht so aus, als hätte sie sich an diesem Spagat zwischen Muttersein - Nichtmehrfrausein und Ernährersein so abgearbeitet, dass sie den Job schmiss, sich mit der Demütigung als Frau abgefunden hat und sich aufs Muttersein konzentriert hat.
Das finde ich ehrlich gesagt mehr als überspitzt, unpassend und unverfroren zugleich.
Nur weil es selten zum Sex kam nahm ich ihr wohl nicht das Frau sein. Um mal eine Gegenfrage zu formulieren: gibt ein Mann seiner Frau also nur das Gefühl eine Frau zu sein, wenn er sein Boot in den Hafen fährt und sie ordentlich durchnimmt? Ich denke da fehlt es dann auf anderen Ebenen! Eine Frau die ihr weibliches Selbstbewusstsein nur über s.uelle Frequentiertheit generiert hat meiner Ansicht nach massive Probleme.
Das liest sich ja gerade so, als hätte ich sie angewidert angeguckt, ihr gesagt, dass sie häßlich sei und dass ich so nicht mehr anfasse. Das Gegenteil war im Übrigen der Fall ich hab meiner Frau immer viele Komplimente gemacht und nicht immer dieselben und nicht immer in den gleichen Momenten.
Ich habe ihr sehr wohl durch Worte und Taten das Gefühl gegeben eine tolle und begehrenswerte Frau zu sein!
Hab ihr auch andersartig versucht eine Freude zu machen, sie zu überraschen, sie zu ehren und aufmerksam zu sein. Ob das Liebesbotschaften auf der Küchenwand (mit Tafellack gestrichen) waren oder ich ihr einen Wunsch erfüllte, den sie mal beiläufig erwähnte. Ich habe zugehört und ihr die Freude gemacht. Wir haben uns beispielsweise auch eher selbst gemachte Geschenke geschenkt, einfach weil es persönlicher ist und man sich das was man möchte ja eh selbst kaufen kann. Darunter bastelte ich ihr ein Kirschkernkissen selbst und benähte das (sieht halt schei. aus aber kam von Herzen) mit „Ich liebe dich“ oder ein Tablett mit Fotos von uns und Plexiglas zum Geburtstag, Schmuckständer selbst gebastelt und und und. Ich halte mich, ohne überheblich wirken zu wollen, trotz der wenigen Zeit für einen aufmerksamen und liebevollen Partner.
An Selbstwertgefühl mangelte es ihr sonst auch nie, sie wusste, wo ihre Qualitäten und Stärken liegen und vertrat das auch nach außen, ebenso wusste sie ganz genau, dass sie gut aus sieht. Damit will ich sagen, dass sie keine Frau war, die sich ihr Selbstbewusstsein durch Kontakt mit Männern aufpolieren musste. Wir haben uns genau über diese Themen sehr oft unterhalten, da wir im Freundeskreis zwei Fälle haben, die uns Kopfschmerzen bereiteten.
Ich schätze eher, dass sie, wie wir beide, zu hohe Erwartungen an uns selbst hatten – wie immer! Diesmal lief es aber nicht wie immer und mit Misserfolg kann sie scheinbar nicht umgehen.
Zitat:Wahnsinn, vor welche Wahl Pfadfinder sie gestellt hat: Entweder bist Du eine gute Mutter und schiebst Deine Kinder nicht ab. Dann 'funktionierst' Du als Frau für mich aber nicht mehr. Oder Du erlebst Dich nach anderthalb Jahren erstmals wieder als vollwertige Frau, dann aber heimlich und dann bist Du als Mutter nicht mehr tragbar.
So war es nicht. Zwar hatte ich meine Bedenken, in häuslicher Gegenwart der Kinder, aber ich sagte niemals, dass sie eine schlechte Mutter sei, wenn wir die Kinder bei Oma, Opa, Schwester, Schwägerin usw. für eine Nacht parken. Das suggerierte sie sich selbst. Außerdem war es oftmals so, dass wir aufhören mussten, in welcher Phase der Intimität auch immer, weil die Jungs abwechselnd geschrien haben.
Zitat:Daneben musste Pfadfinders Frau auch noch im Job funktionieren.
Auch das hat sie sich selbst ausgesucht. Finanziell muss sie nicht arbeiten gehen, ich zähl ich auch kein Haushaltsgeld hin oder sonst irgendwas. Sie bestand darauf, dabei bekam sie zwei top Angebote mit 80% (4 Tage) oder sogar 50% (20 Std.).
Um den Haushalt und die Wäsche musste sie sich seit dem Studium nicht mehr kümmern. Die Spülmaschine räumt aus wer gerade sieht, dass sie fertig ist und der Müll wird von demjenigen rausgebracht, der sieht dass er voll ist. Einkaufen ging jeder mal oder wir zusammen.
Zitat:„Ich hoffe, Pfadfinders Frau findet endlich jemanden, der sie liebt, ohne dass sie funktionieren, Leistung abliefern, Geld mitbringen muss. Jemand, dem sie auch mit Baby im Bauch, auch mit Schwangerschaftsspuren, auch bei Überforderung, auch mit ihren Schwächen genügt.“
Das wünsche ich ihr auch. Sie hat die freie Wahl.
Zitat:„Pfadfinder hat seine Kinder doch auch allein gelassen. 12(?) Monate lang. 60-80 Wochenstunden. Er wustte ja seine Kinder gut bei seiner Frau aufgehoben. Mit dem Unterschied, dass er zum Schlafen nach Hause kam.“
Falsch – ich arbeitete nicht selten 60-80 Stunden die Woche, je nach Arbeitsaufkommen. Aber ich war auch in solchen Wochen immer bemüht meine Kinder ins Bett zu bringen.
Außerdem war ich sowohl bei den Frauenarztterminen als auch bei den bisherigen ärztlichen Untersuchungen zumeist dabei, weil ich durchaus mal zwei Stunden das Büro verlassen kann. Die Zeit knapperte ich mir lieber von meinem Schlaf ab.
Davon mal ganz abgesehen ich finde diese Debatte um schlechte und gute Vater- oder Mutterrollen vollkommen überflüssig. Es hat eben jeder sein eigenes Modell wozu man sich zumeist gemeinsam Entscheidet. Es gibt aber auch Väter, die beruflich regelmäßig unterwegs sind, deshalb sind sie nicht gleich schlechtere Väter! Es kann auch nicht jeder zu Hause bleiben, sich einen anderen Job suchen oder gar kündigen – von irgendwas muss man schließlich leben. Man hat auch eine gewisse Ausbildung in den Job investiert.
Ich habe mir beispielsweise 3 Monate unbezahlten Urlaub genommen weil ich nur 3 Monate Elternzeit nehmen wollte und das so nicht ging. Kann aber auch nicht jeder - dafür können andere 6 Monate Elternzeit nehmen oder sind mittags um 15 Uhr zu Hause.
Fakt ist doch, dass man in dem Moment wo man Kinder bekommt, dafür die volle Verantwortung zu tragen hat. Dabei ist es vollkommen egal wie alt die Kinder sind.
VG Pfadfinder