Guten Morgen ihr Lieben,
mit starker Verspätung, dafür aber umso ausführlicher, folgt nun mein Bericht...
Die letzten Wochen war einiges los, weshalb ich oft keine Ruhe zum schreiben fand, obwohl mir das sehr wichtig geworden ist.
Nun denn, wo fange ich an um etwas Struktur rein zu bekommen?
Die Jungs waren ziemlich krank was mir heftig an die Nieren ging. Magen & Darm + stetig steigendes Fieber. Ich versuchte mein bestes, wechselste Windeln im Akkord, Quarkwickel, Flüssigkeit, vorlesen bis es mir mit dem Fieber zu heikel wurde und der Kinderarzt Infusionen gab.
Am Vatertag machte ich mit einer Männergruppe einen Ausflug in den Hochseilgarten wo wir uns schön austobten und den Abend mit gegrilltem Fleisch ausklingen ließen. Meinen Vater nahm ich auch mit in den Hochseitgarten was einen speziellen Grund hatte. Kürzlich bat er mich darum ihm etwas am Haus zu helfen, es ging darum, ein Vordach abzumontieren. Dazu baute er ein fragwürdig wackelntes Konstrukt, was zwar nicht sehr hoch war, mir aber dennoch nicht geheuer. Natürlich musste er sich mal wieder aufspielen als ich die Last des Vordachs plötzlich halten musste und mich zudem auf den wackelnten Bohlen ausbalancieren musste - er stand ja sicher. Meine Quittung war also ihn im Hochseilgarten vorzuführen, was mir auch gelang. Allerdings hatte ich anschließend ein schlechtes Gewissen
Die vergangene Woche war etwas stressig, Montags musste ich sogar die Jungs nach der Kita mit ins Büro nehmen. Donnerstag stand mir ein sehr wichtiges Meeting bevor, worauf ich mich gut vorbereiten musste. K. übernachtete Mittwoch bei mir - und ich erlebte ein Gefühl der Fürsorge und Geborgenheit was mich noch heute beflügelt.
Weil ich mich noch vorbereiten wollte ging sie bereits ins Bett, während ich noch vor den Unterlagen saß. Mein Wecker stand, wie immer auf 4.45Uhr nur, dass ich diesmal früher los musste und nicht wie sonst zum Sport aufstand. Warum auch immer hörte ich den Wecker nicht (passiert mir normal nie und schon gar nicht vor so einem Termin). Sie weckte mich dann zum Glück, als ihr Wecker losging. Wie ihr euch vorstellen könnt war ich daraufhin etwas in Eile... K. machte mir Frühstück und stellte mir eine kleine Cola hin. Die haben doch z.Z. diese Werbeaktion wo Namen auf den Flaschen stehen bei mir stand "Traummann" drauf

zudem legte sie mir noch ein Snickers hin und schnibbelte mir meinen Obstsalat
Im Termin war ich dann - glaube ich - recht souverän. Ob alles so hinhaut wie wir uns das vorstellen erfahre ich aber erst diese Woche.
An diesem Abend sittete ich K.´s Sohn da sie etwas vor hatte und noch keinen Sitter finden konnte. Der kleine ist mit seinen 4 Jahren einfach der Knaller. Er hat Sprüche auf dem Leib, da verschlug es mir manchmal die Sprache

Freitag morgen kam er zum Beispiel in die Küche und fragte mich "Sag mal, wo bleibt eigentlich mein Frühstück?"
Da sind wir also schon beim Freitag... ich brachte die Kurzen in die Kita und fuhr für ein paar Stunden ins Büro. Viel hatte ich nicht mehr zu tun - zudem wollte ich mich für den ersten Teil der anstrengenden Woche entlohnen, washalb ich glaub gegen 10.30Uhr wieder heimfuhr um mich umzuziehen. Die Kinder holte ich dann vor dem Mittagessen ab und wie fuhren zum Erdbeeren pflücken auf´s Feld - Kinderarbeit!
Gott da waren die beiden so Zuckersüß dass mir fast Tränen in die Augen schossen. Erstmal nehmen sie sich neuerdings unaufgefordert an die Hand was schon ein Bild für die Götter ist. Vor den Erdbeeren geht der "Erstgeborene" in die Hocke mit seinem Windelbobbes streckt die Nase in Richtung pflanze und riecht so richtig laut daran

Nachdem wir einen kleinen Eimer Erdbeeren, Blätter und Stroh geerntet hatten fuhren wir noch einkaufen. Den restlichen Tag haben wir eigentlich nur gespielt.
Samstag kochte ich dann Marmelade ein und machte eine Erdbeertarte. Wollte eigentlich auf ein Fest gehen, aber die Begleitung sagte Freitag ab

Achso, dafür nutzte ich die Zeit und kümmerte mich mich um die Steuer.
Sonntag waren wir bei meiner Oma zum essen eingeladen - was auch ganz nett war. Meine Eltern nahmen die Jungs dann mit nach Hause und Papi ging Abends mit Freunden auf ein Fest. Gestern früh holte ich die Kleinen wieder ab und wir fuhren zu Freunden, wo wir lecker grillten.
Soweit erstmal zu den Ereignissen.
Gefühlsmäßig geht es mir sehr sehr gut. Bzgl. meiner Nochfrau fühlt es sich fast so an, als Denke ich kaum an sie. Es kommt mir so vor als wäre an "Aus den Augen aus dem Sinn" etwas dran. Natürlich denke ich de facto vermutlich oft an sie, wenn auch unterbewusst oder wie selbstverständlich in den Gedanken integriert weil mich hier ja alles an sie erinnert. Aber dann zumindest nicht mit trauer oder demut.
Letzte Woche lag ein Brief von ihr im Kasten, den ich noch nicht geöffnet habe. Warum - kann ich nicht mal genau sagen. Vielleicht ist es ein bisschen die Angst davor, dass irgendetwas drin stehen könnte, was mich wieder zurückholt, vielleicht will ich das Thema aber auch "abstellen" und daher nichts mehr erfahren. Vielleicht habe ich sogar Angst davor, dass etwas drin steht, was eine Emotion von mir fordert, die sich in mir aber nicht entwickelt - wodurch ich mich wiederum schuldig fühlen könnte. In jedem Fall aber muss ich mich dem Stellen und werde ihn daher heute Abend öffnen.
Ansonsten hat sich an der Gefühlsfront nichts verändert. Ich freue mich morgens auf den Tag und darauf was mich erwartet und Abends auf mein Bett. Was ich allerdings nicht mehr mache sind langfristige Pläne, vielmehr liefere ich mir Lektionen in Sachen "den Moment genießen". Denn wenn ich durch die Trennung eines gelernt habe, dann, dass bisher gedachte Konstanten doch nur Variablen in meiner Gleichung sind und diese sich jederzeit ändern können. Ich kann einfach nicht alles planen und ich habe auch keinen unbegrenzten Einfluss auf alles.
Was K. angeht: sie ist eine wahnsinns Frau und ich fühle mich unglaublich wohl in ihrer Gegenwart. Es ist eine ganze Weile her, seit ich mich zuletzt so in Gesprächen verloren habe was nicht ausschließlich an dem Gegenüber lag! Aber auch hier möchte ich alles auf mich zukommen lassen und dem ganzen nicht direkt ein Label aufdrücken.
Also denn, pack ich die Arbeit mal am Schopfe und heute Abend wird eine schöne runde Tennis gespielt
Liebe Grüße
Pfadfinder