Pfadfinder84
Gast
da melde ich mich mal wieder zum Rapport...
Diese Woche war so ambivalent wie das Wetter - allerdings eher gegenläufig.
Um zum Punkt zu kommen hole ich etwas weiter hinten aus:
Thema Kitamami nahm ein jähes Ende, da ich nach dem Urlaub einen Brief von ihr im Kasten hatte der die Botschaft trug, dass sie sich in mich verliebte und dieses nette "Affärchen" nicht länger weiter führen kann. Ich verweilte einen Moment in dieser starre, da ich mich zunächst sortieren und positionieren musste, ehe ich mich ihrgegenüber äußern konnte. In meiner Antwort teilte ich ihr dann mit, dass ich sehr dankbar für ihr offenes Wort bin, ich aber aktuell keine verfrühte neue Beziehung eingehen will und kann und zudem denke, dass sie zu nah an jeglichem Dilemma mit meiner Nochfrau dran ist, als das es für alle Beteiligten gut wäre.
Sonntag war ja dann, wie in meinem letzten Post schon erwähnt, die Studienkollegin da. Das kleine Detail was ich allerdings ausließ ist, dass wir miteinander schliefen. Montag ging es mir damit super gut - ich flog so hoch, fühlte mich "beflügelt" und so hoch ich Montag flog, so tief stürzte ich Dienstag mit anlauf in einen Graben. In mir machte sich ein Gefühl breit, dass ich längst nicht mehr kannte. Mir ging es erstmals unglaublich mies. Nicht mal die Arbeit machte mir spaß.
Um mich selbst zu reflektieren versuche ich einmal dieses Gefühl zu beschreiben:
alles war schwarz - der sonst so positive und fröhliche Pfadfinder hegte ausschließlich graue und schwarze Gedanken. Ich fühlte mich benutzt, leer, ausgesaugt, kalt. Wo ich hinsah: grau und schwarz. Die Arbeit nervte, obwohl ich sie sonst liebe. Kollegen, überhaupt Menschen nervten - obwohl ich sonst extroviertiert und kommunikativ bin. Ich nervte mich - obwohl ich mich sonst mag.
Ich tat das nötigste und legte mich mit diesem Gefühl schlafen. Am nächsten morgen wachte ich damit wieder auf und es durchzog sich bis zum Nachmittag, bis zum Feierabend. Auf dem Weg zum Steuerberater klärte sich die Sicht - die grauen und schwarzen Wolken zogen fort und die Sonne kam hervor. Plötzlich akzeptierte ich gedanklich den Sex mit meiner Studienkollegin, zog aber für mich gleichzeitig die Konsequenz solche Geschichten künftig zu lassen.
Erklärungsansätze für dieses Loch meinerseits reichen von: doch Gefühle für Kitamami bis dahin, dass ich als Mann einfach nicht damit zurecht komme, wenn man mich nur auf den Sex reduziert. Oder, dass es dazu einfach die falsche Frau war.
Der Gefühlsverdacht konnte sich bis heute nicht erhärten, denn seit Mittwochnachmittag gehts mir wieder gut.
Das Wochenende ist auch schon gut gefüllt: heute Abend geht es mit einigen Kollegen in die Stadt was essen, trinken und ein bisschen quatschen. Samstag werde ich zuerst das Grab meiner "Schwiegeroma" neu bepflanzen und anschließend mit den Zwergen in den Tierpark gehen. Abends geht es zu meinen Eltern grillen, danach treff ich vielleicht noch Freunde, die dort in der Nachbarschaft wohnen. Die Sonntagsplanung nehme ich spontan vor, je nach Wetter entweder Therme oder Radtour.
In jedem Fall werde ich dieses triebhafte primitive Verhalten ablegen, was mir diese 1,5 grau bis schwarzen Tage eingebrockt hat.
Liebe Grüße an euch alle
Pfadfinder