Ich fasse noch einmal die Texte des TE zusammen und komme zu dem Ergebnis, dass es (neutral betrachtet) nicht viel falsch zu verstehen gibt aus meiner Sicht. man beachte bitte das fett gedruckte:-)
Zitat von DerSchlumpf: Seit etwa einem Jahr aber begann meine Frau, unsere Grundpfeiler der Ehe in Frage zu stellen. Vor einem gipfelte dies darin, dass sie kundtat, dass sie jetzt „weiblichen“ Sex möchte, und nie wieder zum Sex gedrängt werden möchte, und ihre eigene Seite ausleben möchte. Ich persönlich hatte eigentlich nie den Eindruck, dass ich sie drängen würde, aber war erstmal baff, dass sie jetzt sauer auf mich war, und dass jetzt erstmal nur Sex angesagt ist, wenn sie danach fragt. Eigentlich war es vorher auch so, aber nun war erstmal ganz Flaute, und ich traue mich seit einem Jahr nicht, die Initiative zu ergreifen. Eigentlich mündet ihr das nun auch in zu wenig Sex, wie sie vor zwei Wochen sagte.
Die Frau wirft dem Mann vor sich von ihm zum Sex gedrängt zu fühlen, obwohl es in der Retrospektive eigentlich immer oder zumindest überwiegend nur dann Sex gibt, wenn
sie es will und dem auch zustimmt.
Die Frau fordert nun
sehr deutlich, dass es fortan nur noch dann Sex gibt, wenn
SIE explizit danach fragt. Das die L*ust oder Unl*st des TE hier offenbar vollkommen irrelevant ist ...geschenkt.
Daraufhin tut der Mann nun ganz genau so wie ihm "befohlen" wurde und
wartet darauf bis
SIE fragt mit der Hoffnung, dass sie sich dadurch nicht mehr zum Sex "genötigt" fühlt. Obwohl Sie nun diejenige (und einzige) ist, die über die Häufigkeit des Sex aktiv bestimmen kann und möchte,
fragt sie aber offensichtlich nur sehr selten bis gar nicht fragt, sondern "beschwert" sich stattdessen, das ihr der Sex nun zu wenig ist!
@carlos7 soviel zum Thema "Ansprüche stellen denen man selbst nicht gerecht wird";-)
Zitat von DerSchlumpf: Vor etwa zwei Wochen sprach sie nun das Thema „Offene Beziehung“ an, was ich nun erstmal ablehnte. Das gestrige Gespräch hingegen zielte genau dahin ab. Hier der Kern der Unterhaltung: Sie hat seit längerem das Bedürfnis, vielleicht auch andere Männer kennen zu lernen, auch tiefer und auch mit sexuellem Bedürfnis. Sex ohne vorherige Beziehung sei aber keine Option für sie, aber Verlieben in andere Männer war schon immer sehr aufregend für sie, und sie sieht hier auch gute Chancen und Anregungen für unsere Ehe. Sie hatte (laut eigener Aussage) bisher noch nie eine andere Beziehung neben der Ehe, aber sich manchmal durchaus in andere Männer verguckt, was sie mir auch gesagt hat, ich aber ok fand (mehr war ja auch nicht, ich glaube ihr hier). Aber sie fand nun, dass es an der Zeit ist, auch mal über andere Beziehungen neben der Ehe nachzudenken, und gegebenenfalls diese auch sexuell zu erleben. Da sie mich aber nicht vor den Kopf stoßen möchte, wollte sie dies eben mit mir besprechen, als eine Art Vertrauensbasis. Vielleicht überspitzt formuliert, und so habe ich es auch kommuniziert: sie möchte meinen Segen für außereheliche (auch sexuelle) Beziehungen. Ihr Argument war: ihre Liebe reicht ja für mehrere Personen.
Aha. Im ersten Abschnitt heißt es, dass sie sich zum Sex gedrängt fühlt und nur noch "weiblichen" Sex möchte über den SIE bestimmen kann, mit dem Ergebnis das sie bestimmt das es zwischen ihr und ihrem Mann praktisch gar keinen Sex mehr gibt. Stattdessen aber kommuniziert sie, dass sie andere Männer kennenlernen und ggf. auch mit ihnen Sex haben möchte! Aber es geht noch weiter ....siehe hier
👇 Zitat von DerSchlumpf: Aber nun kommen diese Äußerungen von ihr, was mich total aus der Fassung bringt, auch weil sie früher die gleichen Werte und Moralvorstellungen hatte wie ich, denke ich. Aber diese „will sie nicht mehr akzeptieren“ und kann und will mir nun auch keine Sicherheit geben, dass es nicht so weit kommt. Ich war perplex, hab mich in mein Schneckenhaus zurückgezogen und spekuliert.
Der TE positioniert sich ganz klar und sagt, dass eine offene Beziehung in der sie neben der Ehe noch andere "Liebespartner" hat, für ihn absolut nicht in Frage kommt und er da auch nicht mitspielt und erntet daraufhin diese Reaktionen hier
👇 Zitat von DerSchlumpf: Für mich ist das hingegen ein völliges No-Go. Für mich würde dies das Ende der Vertrauensbasis bedeuten, und damit das Ende unserer Beziehung. Sie hingegen ließ nicht locker: das sei ihr nun eine Herzensangelegenheit und würde nicht mehr lockerlassen, bis ich quasi das OK für ihre außereheliche Beziehung gegeben hätte.
Erneut positioniert sich der TE und erklärt deutlich warum er ihr das nicht geben kann und stellt dann folgerichtig und logisch fest, dass man sich dann schlicht trennen müsste. Denn wenn ER ihr diesen "Herzenwunsch" nicht erfüllen kann/möchte und SIE auch nicht von diesem Wunsch Abstand nehmen kann oder will, dann bleibt doch der Logik entsprechend nur noch die Trennung! Wo ist hier bitte schön eine Erpressung des TE gegenüber seiner Frau?
Schließlich kann der TE seine Frau nicht zur Monogamie zwingen, genauso wenig wie der TE von seiner Frau zur Polyamorie gezwungen werden.
Zitat von DerSchlumpf: Dies gab mir den Rest, und sagte ihr auch dass ich ihr das nicht geben kann, und war umso mehr geplättet, dass sie das so durchziehen möchte. Ihr Argument war, dass dies doch immerhin Vertrauen beweist, dass sie mir das vorher sagt. Für mich war das hingegen ein tiefer Knick in der Vertrauensbasis, und wurde unter Druck gesetzt, dass ich ihren Willen akzeptieren sollte. Ich konnte dies nicht tun, und konnte dies auch kommunizieren, da dies gegen meinen absoluten moralischen Kompass geht, und war auch entsetzt, dass sie dies immer wieder von mir verlangen wird. Ich sagte ihr (und das meine ich auch ernst), dass ein solcher Vertrauensbruch das Ende unserer Beziehung darstellen würde, was sie wiederum als Bedrohung empfand.
Fazit: Es geht nicht darum, dass sie sich von ihrem Mann je zum Sex gedrängt gefühlt, sondern offensichtlich einfach nur keinen Bock mehr auf Sex mit ihm oder zumindest nur ihm hat! Was es daran falsch zu verstehen oder zu interpretieren gibt erschließt sich mir persönlich nicht.
Sie ignoriert konsequent die Sichtweise des TE dazu und geht lieber dazu über sich in die Opferrolle zu begeben.
Ihr selbst ist schließlich auch vollkommen bewusst, dass zu unterschiedliche Wünsche und Vorstellungen langfristig zur Trennung führen werden, nur möchte SIE nicht diejenige sein, die dafür verantwortlich gemacht wird.