Zitat von DerSchlumpf: Seit etwa 5 Jahren beschäftigt sich meine Frau verstärkt mit Spiritualität und Rückführungen, hat hier auch Ausbildungen gemacht und ist nun neben ihrem Beruf spirituelle Lebensberaterin.
Schwierig. Während ich die Beschäftigung mit Spiritualität völlig nachvollziehbar finde, halte ich die Kommerzialisierung dessen über Ausbildungen zur Lebensberaterin für problematisch.
Es gibt gute Gründe, warum echte Beratungsberufe mit langen zumeist staatlich geregelten Ausbildungszeiten einhergehen.
Ich finde da aber auch Deine Haltung, soll sie halt machen, betrifft mich ja nicht, etwas seltsam. Denn es betrifft Euch als Familie, in der es ja auch Kinder gibt, die davon geprägt werden. Mag jetzt an mir liegen, aber im Rahmen der Kindererziehung würde ich Spiritualität, die ich nicht teile, deutlich thematisieren.
Insbesondere wenn es sich dabei um etwas so umstrittenes wie "Rückführungen" handelt.
Meinst Du nicht, daß Deine Haltung an der Stelle vielleicht auch zu hinterfragen wäre.
Zitat von DerSchlumpf: Seit etwa einem Jahr aber begann meine Frau, unsere Grundpfeiler der Ehe in Frage zu stellen. Vor einem gipfelte dies darin, dass sie kundtat, dass sie jetzt „weiblichen“ Sex möchte, und nie wieder zum Sex gedrängt werden möchte, und ihre eigene Seite ausleben möchte.
Aha und was genau heißt das? Niemand möchte zum Sex gedrängt werden, das ist keine Frage von gegendertem Sex und wenn das im Nachgang bedeutet, daß von ihrer Seite keine Initiative kommt, gab es dazu dann ein Folgegespräch?
Zitat von DerSchlumpf: Seit einigen Wochen haben wir sehr intensive Gespräche, in mehreren Richtungen: einerseits sollte ich einen Therapeuten aufsuchen, dass ich Kindheitserinnerungen aufarbeiten sollte. Ich stimmte zu, aber einen Platz zu bekommen, ohne 100 km fahren zu müssen, ist nahezu unmöglich in unserer Gegend.
Das klingt danach, daß ihr da mehr als nur eine Baustelle habt. Meine Frage wäre, war das vorher für Dich ein Thema?
Zitat von DerSchlumpf: Vor etwa zwei Wochen sprach sie nun das Thema „Offene Beziehung“ an, was ich nun erstmal ablehnte. Das gestrige Gespräch hingegen zielte genau dahin ab. Hier der Kern der Unterhaltung: Sie hat seit längerem das Bedürfnis, vielleicht auch andere Männer kennen zu lernen, auch tiefer und auch mit sexuellem Bedürfnis. Sex ohne vorherige Beziehung sei aber keine Option für sie, aber Verlieben in andere Männer war schon immer sehr aufregend für sie, und sie sieht hier auch gute Chancen und Anregungen für unsere Ehe. Sie hatte (laut eigener Aussage) bisher noch nie eine andere Beziehung neben der Ehe, aber sich manchmal durchaus in andere Männer verguckt, was sie mir auch gesagt hat, ich aber ok fand (mehr war ja auch nicht, ich glaube ihr hier). Aber sie fand nun, dass es an der Zeit ist, auch mal über andere Beziehungen neben der Ehe nachzudenken, und gegebenenfalls diese auch sexuell zu erleben.
Hm, zunächst ist es ja durchaus gut, daß sie es angesprochen hat und Dich nicht einfach mit einer Affäre vor vollendete Tatsachen stellt. Für mich stellt sich das aber meistens als legitimiertes Fremdgehen und nicht wie ein tatsächliches Öffnen der Beziehung dar. Was mich zudem beschäftigt, ich erkenne aus dem Beschriebenen keinen tatsächlichen roten Faden. Will sagen, mir ist unklar, was denn eigentlich erreicht werden soll und um wen es geht.
Habt ihr mal über eine Paarberatung nachgedacht?