Zitat von Garry: ich dachte nicht, dass das Interesse an den Entwicklungen derart groß sein würde. Aber ich muss euch sagen, dass ich gestern nicht dort war, dafür aber heute wieder - erneut war sie nicht anzutreffen. Vielleicht habe ich meine ganzen Chancen vorher schon vertan.
Hattest Du denn Chancen? Wenn, dann hast Du sie nicht genützt weil Du lieber Deine Angst vor Ablehnung gepflegt hast und Dir 1000 Gedanken gemacht hast über das Wie.
Und jetzt ist es zu spät. Vielleicht sollte es so sein.
Aber es wäre doch ein leichtes, die neue Verkäuferin mal zu fragen, wo denn das gewohnte Personal hin verschwunden ist. Das ist doch eine ganz normale Frage, die Du stellen kannst.
Einfach sagen: Oh, ein neues Gesicht hier? Ja, was ist denn mit der alt bekannten Verkäuferin?
Dann könntest du vielleicht erfahren, dass sie in einer anderen Filiale arbeitet und wieder zurückkehrt oder gar gekündigt hat.
Im letzteren Fall war es das dann, aber dann wüsstest Du Bescheid.
Es gibt einen alten Spruch: Wer etwas vermeiden will, findet Gründe. Wer etwas erreichen will, findet Wege.
Also suche künftig lieber Wege als Gründe. Es gehört Mut dazu, über den eigenen Schatten zu springen, keine Frage, aber irgendwann muss man dann mal in die Puschen kommen.
Ich war vor Jahren mal in einen Fotografen ein wenig verliebt, der bei uns im Betrieb Aufnahmen gemacht hat. Es war schön, als er da war und irgendwie glaubte ich, etwas zwischen uns zu spüren. Eine Art Anziehung, eine Freude wenn wir uns sahen. Aber oh weh, die Fotos waren fertig, die Rechnung bezahlt und was nun?
Ich überlegte eine Zeitlang und beschloss, die gute alte Post zu bemühen. Denn Telefon ist nicht so günstig, weil der Andere im Zugzwang und womöglich völlig überrascht ist und nicht weiß wie er reagieren soll. Eine Mail an die Geschäftsadresse ging auch nicht, weil ich nicht wusste, ob darauf nicht noch andere Zugriff haben. Also ein kleines Schreiben, in dem ich fragte, ob es möglich wäre sich mal privat zu treffen.
Erst Tage später rief er an und äußerte, er wisse nicht so recht, wie er mein Schreiben einordnen solle. Ich sagte was von Sympathie weswegen ich gefragt hätte. Er sagte mir aber dann auch gleich, dass er eine Freudin habe. Wir trafen uns dann doch und nach den eineinhalb STunden Monolog über sein tolles und außergewöhnliches Leben war ich sehr schnell von ihm geheilt. Einer, der sich als Künstler sah und sämtliche Marotten pflegte, die man dieser Spezies oft nachsagt. Das "Normale" war jedenfalls nicht gut für solch einen besonderen Menschen wie er es war.
Und danach fuhr ich erleichtert nach Hause. Ich hatte das Treffen gehabt und wusste besser Bescheid und es war mir klar, dass meine Schwärmerei für ihn nur anhielt, solange ich ihn nicht näher gekannt hatte.
Es kann bei solchen Aktionen alles passieren. Eine glatte Absage oder ein Treffen bei dem man merkt, dass doch nicht so viel übereinstimmt wie gedacht oder der Anfang einer Liebesbeziehung. Aber all das ist besser als die Ungewissheit und das Hadern. Hätte ich doch ...
Warum so ängstlch und verzagt. Klar, eine Ablehnung ist nie schön, aber die Gewissheit ist dann immer noch besser als die Ungewissheit.