Mir geht es genauso wie Dir, nach 22 Jahren das Ehe-Aus, am Ende hatte man sich nur noch angenervt gegenseitig und aneinander aufgerieben, bis nichts mehr übrig war von dem, was einen mal emotional verbunden hat. Am Ende wollte ich einfach nur noch weg und meine Ruhe. Seit 2 Jahren lebe ich mit meinen Kindern allein, gutes Verhältnis zum Ex, das haben wir wenigstens hinbekommen, und ich lebe glücklich und zufrieden allein.
Ich genieße es, mein eigener Herr zu sein, selbständig und unabhängig meine Entscheidungen treffen zu können.
Keiner, der mehr etwas von mir erwartet (außer die Kinder, aber dafür bin ich ja auch da als ihre Mutter).
Niemand, der meckert, ob und was es zu essen gibt,
ob und wann und wie oft es S'ex gibt,
was ich mir "für einen Schei'ß" im Fernsehen angucke,
warum ich mir schon wieder für teures Geld dies und jenes geleistet habe,
dass ich statt rauszugehen meinen Sonntag lieber mal faul auf der Couch verbringe,
dass ich stundenlang mit meiner besten Freundin telefoniere,
dass ich "schon wieder" meine Mutter besuchen möchte
Keiner mehr auf dem Beifahrersitz, dem ich nicht schnell genug fahre
oder der kein Verständnis für meinen schlechten Orientierungssinn hat.
Keiner der meckert, weil ich ihm zu spät ins Bett gehe und dann noch lesen will.
Oder dass ich beim Fernsehen mit der Chipstüte knistere....
und und und.
Ja, wir sind uns so richtig richtig auf den Nerv gegangen und all das vermisse ich nicht und möchte es auch nicht ansatzweise wieder zurück. Von daher genieße ich mein Alleinsein. Und wenn man erst Mal dieses Gefühl los ist, dass man irgendwas verpasst, wenn man allein ist, ist es großartig, denn dann ist man automatisch mit dem Menschen glücklich, der alles genau so will und macht wie man es eben mag.
