Ich weiß ja nicht....
Ist es nur denjenigen gestattet, psychische Probleme zu haben, die auch materielle haben?

Ich hörte gerade dass wir in einer Zeit der Vereinzelung leben (Radiosendung) und gerade die Vereinzelung ist doch kaum denkbar ohne einen gewissen Wohlstand der Gesellschaft. Wenn man arm ist, ist man viel angewiesener auf seine Mitmenschen...
Die psychischen Probleme wachsen sogar obwohl heute kaum noch jemand hungern muss. Einerseits wird das schlicht daran liegen, dass heutzutage die psychischen Probleme überhaupt dokumentiert werden. Aber andererseits habe ich den Verdacht, dass viele, insbesondere psychische Probleme ein sogenanntes Luxusproblem sind, heißt dass sie erst durch diese "luxuriösen" Umstände entstehen.
Wir alle kämpfen weniger als die Menschen früher um unsere bloße Existenz aber viele Menschen leben heute sehr unbezogen und unfamiliär und ich glaube, das macht krank. Und so stellen sich Sinnfragen ein. Einsamkeit, Sinnlosigkeit ist ein genauso ernst zu nehmendes Problem wie jedes andere auch.
Es gibt bsw. weltweit Mädchen, die ihr Lebens aufs Spiel setzen, um in die Schule und zur Universität gehen zu dürfen. Was diese Mädchen erleiden, können wir uns kaum vorstellen aber ein Sinnproblem haben so bestimmt nicht. Sie kämpfen eben gemeinsam für ein besseres Leben und Bildung wird ihnen nicht auf dem Tablett ans Bett gebracht, sondern es ist eine Sehnsucht...also Sinn...
Wir müssen in D nicht um Bildung kämpfen, aber es geht darum, sich irgend ein "Sehnsuchtsbild" zu entwerfen und seine Energie da hinein zu stecken.
Sehnsucht oder Sinn entsteht aber natürlich nicht nur dadurch, dass man um Grundrechte kämpft. Sie entstehen wenn man für und mit anderen Menschen lebt, schafft, usw.
Du schreibst, Du bist wohlhabend. Du könntest z.B. der Patenonkel für so ein Mädchen werden
Es muss auch gar nicht ein politisches Engagement sein...aber irgend eine Form des Miteinanders. Jeder Mensch ist glücklich wenn etwas im Aufbau ist...Wir gemeinsam haben um diese Sache gekämpft! Das ist ein wundervolles Gefühl
Und sei es "nur": wir haben gemeinsam die Krankheit Deiner Schwester besiegt, wir gemeinsam haben durch harte Arbeit eine Ausbildung für unsere Kinder ermöglicht usw.
Wenn Du Dir eine Eigentumswohnung kaufst, magst Du darin hocken und denken "Joahhh und nun?", wenn Du gemeinsam mit Deiner Familie Jahre dafür gespart hast und Deine Kinder fröhlich darin herumhüpfen siehst, dann schlägt Dein Herz ganz hoch und es fühlt sich sinnvoll an
Wo ist denn jetzt Deine
Positivliste?
Ich finde minnas Beitrag auch sehr gut. Schade dass Du nur auf die "negative" Antwort eingehst
