Zitat von Zwergi: Er sagt er wollte begeht werden und es war mehr als Küssen aber kein Sex.
das macht es aber auch nicht wirklich besser. Er hat eindeutige Fotos von ihr und es kam zum Austausch von Zärtlichkeiten.
Affären haben meist mit einem Egopush zu tun. Er fühlt sich nicht gut, ist von Depressionen gequält, musste eine Umschulung machen, weil man ihn in seinem Job nicht mehr brauchen konnte. Dazu noch die Ehe, in der wenig Kommunikation da ist, vermutlich wenig Zärtlichkeiten und kein Sx. Bestätigung von außen fand er nicht.
Er hat aber seine Bedürfnisse und die wurden ihm erfüllt. Anerkennung, er steht gut da und sie hat ihn nicht durch seine Täler begleitet, aber Du schon. Aber Du bist Alltag, nicht der Rede wert, Normalzustand, aber er zieht wenig Gewinn daraus.
Und dann kommt halt die andere ins Spiel, die ihm all das signalisiert was ihm fehlt. Er fühlt sich attraktiv und begehrt und das nützt er aus.
Und dann kommen die Erklärungen und die "Rechtfertigung", das da ja nichts Schlimmes war. Wer will das schon nachprüfen, er erzählt dir halt etwas, womit er seine emotionale Affäre abschwächt. Und du sollst dir jetzt sagen, ist ja nicht so schlimm, er lag ja nicht mit ihr im Bett, zumindest sagt er das.
Zitat von Hailey12: Oder argumentiert er die fehlende Lust rein durch die Depression, Antidepressiva?
Depressionen und Begehren gehen selten einher. Die Depression löscht Begehren aus und die Medikamente regeln einen runter. Ich denke, es ist eine normale Begleiterscheinung einer Depression.
Ich glaube, es geht nur über Kommunikation. Dem Partner wieder mehr Aufmerksamkeit entgegen bringen, mehr miteinander reden, denn das kann wieder Gemeinsamkeit herstellen. Aber das ist ein langer Weg zumal jetzt das Misstrauen, die Enttäuschung über seine billige Ablenkung, durch die er Hilfe suchte, dazu kommen. Und es kratzt am eigenen Ego. Ich bin nicht mehr liebenswert für ihn, die andere in ihrem Bikini ist attraktiver als ich, ich bin ja nur "die alte" mit Gewichtsproblemen.
Das kann man nicht so einfach abtun, das bohrt in einem und tut weh. Weil er es sich auch so bequem machte und den einfachen Weg ging.
Tja, Verzeihen geht nicht von heute auf morgen und manchmal gar nicht mehr. Und fies ist es auch, diejenige, die ihm geholfen hat und zu ihm stand und ihn auch ausgehalten hat, so ins Abseits zu stellen. Es fühlt sich nach Verrat an und das ist es ja auch.
Zitat von Hailey12: Vielleicht wäre auch eine Gesprächstherapie sinnvoll, um ab und an mit einer neutralen Person sprechen zu können.
Das wäre vielleicht eine Möglichkeit, wenn eine dritte und objektive Person sich das anhört. Das kann den Blick schon verändern. Wieder mehr von einem hier ich und dort du zu einem "wir". Aber auch dieser Weg ist lang und muss wieder wachsen.
Manche Ehen erholen sich wieder bzw,.beide lernen, achtsamer miteinander umzugehen, viele aber nicht. Aber man sollte es versuchen, wenn beide bereit sein, das ihrige dafür zu tun. Billige Rechtfertigungen sind dabei aber nicht hilfreich, denn sie klingen nach Selbstmitleid und signalisieren dem Partner unterschwellig Vorwürfe. Hättest Du mehr auf mich geschaut, dich besser um mich gekümmert, dann hätte ich nicht ...
Den Tipp mit der Selbstfürsorge finde ich sehr gut. Ihr habt euch im Alltag verloren und es wäre gut, den Blick wieder auf erfreuliche Kleinigkeiten zu richten, sie wahrzunehmen und zu schätzen.
Kommt Zeit, kommt Rat. Es kann Monate dauern, bis das Erlebte halbwegs verdaut ist. Aber es ist eine Zäsur, die er verursacht hat. Und das sollte er auch sehen, dass man da nicht nach 5 Tagen sagt, ach weißt Du, das macht ja nichts aus, es ändert ja nichts zwischen uns, denn schließlich kam es ja nicht zum Äußersten. Also Schwamm darüber.
Du darfst auch sauer auf ihn sein, auch wütend. Wäre vielleicht ganz heilsam, auch solche Gefühle mal rauszulassen. Zumal du dann auch sehen kannst, ob ihm wirklich noch was an ihm liegt.